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Palliative Schmerztherapie: Opioide Leitlinie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Orales Morphin (retardiert oder unretardiert) ist das Mittel der ersten Wahl für die Einleitung und Erhaltungstherapie.
  • Die typische Startdosis beträgt 20-30 mg orales Morphin pro Tag plus 5 mg unretardiertes Morphin als Bedarfsmedikation.
  • Transdermale Pflaster sollen nicht routinemäßig als First-Line-Therapie eingesetzt werden, wenn eine orale Einnahme möglich ist.
  • Bei allen Patienten muss prophylaktisch ein Laxans verordnet werden, da Obstipation fast immer auftritt.
  • Schnell wirksames Fentanyl wird nicht als First-Line-Medikation für Durchbruchschmerzen empfohlen.
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Hintergrund

Schmerzen sind bei fortgeschrittenen und progredienten Erkrankungen sehr häufig. Bis zu zwei Drittel der Krebspatienten sowie viele Patienten mit Herzinsuffizienz, Nieren-, Leber- oder neurodegenerativen Erkrankungen benötigen im Verlauf starke Opioide. Diese Leitlinie fokussiert sich auf die First-Line-Therapie mit starken Opioiden (Stufe 3 des WHO-Stufenschemas) für Erwachsene in der Palliativversorgung.

Kommunikation und Aufklärung

Vor und während der Therapie müssen Patienten und Angehörige umfassend aufgeklärt werden. Behandler sollten aktiv nach folgenden Sorgen fragen:

  • Angst vor Abhängigkeit (Sucht)
  • Toleranzentwicklung
  • Nebenwirkungen
  • Die Befürchtung, dass die Opioidtherapie die finale Lebensphase einläutet

Einleitung und Titration

Für die Einleitung einer Therapie mit starken Opioiden wird orales Morphin (retardiert oder unretardiert, je nach Patientenpräferenz) empfohlen.

MedikamentTypische DosisIndikation
Orales Morphin (retardiert)10-15 mg 2x täglich (20-30 mg/d)Basistherapie (bei fehlenden Nieren-/Leberkomorbiditäten)
Orales Morphin (unretardiert)5 mgBedarfsmedikation für Durchbruchschmerzen in der Titrationsphase

Die Dosis muss angepasst werden, bis eine gute Balance zwischen Schmerzkontrolle und Nebenwirkungen erreicht ist.

  • Nieren- oder Leberinsuffizienz: Bei moderater bis schwerer Einschränkung muss vor der Verschreibung starker Opioide der Rat eines Spezialisten eingeholt werden.
  • Spezialisten hinzuziehen: Wenn nach einigen Dosisanpassungen keine Balance erreicht wird.

Erhaltungstherapie und Alternativen

Orales retardiertes Morphin ist die First-Line-Erhaltungstherapie. Transdermale Pflaster sollen nicht routinemäßig als First-Line-Therapie angeboten werden, wenn orale Opioide geeignet sind.

Falls orale Opioide nicht geeignet sind, gilt folgendes Stufenschema:

SchmerzsituationEmpfohlene ApplikationBemerkung
Stabile SchmerzsituationTransdermale PflasterPräparat mit den geringsten Anschaffungskosten wählen
Instabile SchmerzsituationSubkutane OpioidePräparat mit den geringsten Anschaffungskosten wählen

Durchbruchschmerzen

Für Patienten, die eine orale Morphin-Erhaltungstherapie erhalten und orale Medikamente einnehmen können:

  • First-Line: Orales unretardiertes Morphin.
  • Nicht empfohlen: Schnell wirksames Fentanyl darf nicht als First-Line-Bedarfsmedikation angeboten werden.

Management von Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind häufig und erfordern ein proaktives Management, um die Therapieadhärenz zu sichern.

NebenwirkungProphylaxe / TherapieBemerkung
ObstipationRegelmäßige Laxanzien für alle Patienten ab TherapiestartTritt fast immer auf. Laxanzien optimieren, bevor ein Opioid-Wechsel erwogen wird. Ggf. Naldemedin oder Naloxegol bei Therapieversagen.
ÜbelkeitAnti-Emetika verschreiben und optimierenMeist transient bei Therapiestart oder Dosissteigerung.
SchläfrigkeitWarnung bzgl. Fahrtüchtigkeit und manueller TätigkeitenMeist transient. Bei Persistenz: Dosisreduktion (wenn schmerzfrei) oder Opioid-Wechsel (wenn Schmerzen unkontrolliert).

💡Praxis-Tipp

Verordnen Sie bei jedem Start eines starken Opioids zwingend und zeitgleich ein regelmäßiges Laxans. Warten Sie nicht auf das Auftreten von Symptomen, da eine opioidinduzierte Obstipation fast alle Patienten betrifft.

Häufig gestellte Fragen

Bei Patienten ohne Nieren- oder Leberkomorbiditäten beträgt die typische Startdosis 20 bis 30 mg orales Morphin pro Tag (z. B. 10-15 mg retardiertes Morphin zweimal täglich) plus 5 mg unretardiertes Morphin als Bedarfsmedikation.
Nein. Transdermale Pflaster sollen nicht routinemäßig als First-Line-Erhaltungstherapie angeboten werden, solange eine orale Einnahme von Opioiden für den Patienten geeignet ist.
Für Patienten, die orales Morphin als Erhaltungstherapie erhalten, ist orales unretardiertes Morphin das Mittel der ersten Wahl. Schnell wirksames Fentanyl wird als First-Line nicht empfohlen.
Bei persistierenden oder moderaten bis schweren ZNS-Nebenwirkungen sollte die Dosis reduziert werden, sofern die Schmerzen kontrolliert sind. Sind die Schmerzen nicht ausreichend kontrolliert, sollte ein Opioid-Wechsel erwogen werden.

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