Hydromorphon bei Krebsschmerzen: Cochrane Review
Hintergrund
Bis zu 90 % der Menschen mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen leiden unter Schmerzen. Der Cochrane Review (2021) untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von Hydromorphon im Vergleich zu anderen Opioiden bei der Behandlung von Krebsschmerzen.
Gemäß dem WHO-Stufenschema werden bei mittelstarken bis starken Krebsschmerzen starke Opioide eingesetzt. Morphin gilt hierbei oft als Mittel der ersten Wahl, primär aufgrund von weltweiter Verfügbarkeit und geringen Kosten.
Ein relevanter Anteil der Behandelten erreicht jedoch keine ausreichende Schmerzlinderung oder leidet unter unkontrollierbaren Nebenwirkungen. In diesen Fällen stellt Hydromorphon eine wichtige therapeutische Alternative dar.
Empfehlungen
Der Review formuliert basierend auf der Meta-Analyse folgende Kernaussagen zur Therapie von Krebsschmerzen:
Analgetische Wirksamkeit
Laut Meta-Analyse zeigt Hydromorphon bei Erwachsenen mit mittelstarken bis starken Krebsschmerzen eine vergleichbare schmerzlindernde Wirkung wie andere starke Opioide. Die Evidenz für diese Aussage wird jedoch als sehr niedrig eingestuft.
Es konnte kein signifikanter Unterschied in der Schmerzintensität festgestellt werden im Vergleich zu:
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Morphin
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Oxycodon
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Fentanyl
Nebenwirkungsprofil
Die Auswertung der Studien zeigt keinen eindeutigen Unterschied bezüglich typischer opioidbedingter Nebenwirkungen. Übelkeit, Erbrechen und Schwindel traten in allen Behandlungsgruppen in ähnlichem Ausmaß auf.
Es gibt Hinweise von sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit, dass Morphin nach 24 Tagen Behandlung zu weniger Verstopfung führen könnte als Hydromorphon. Langfristig (nach 12 Wochen) zeigte sich hierbei jedoch kein Unterschied.
Vergleich der Opioide
| Vergleichssubstanz | Analgetische Wirksamkeit | Nebenwirkungsprofil | Evidenzgrad |
|---|---|---|---|
| Morphin | Vergleichbar mit Hydromorphon | Möglicherweise weniger Obstipation an Tag 24 | Sehr niedrig |
| Oxycodon | Vergleichbar mit Hydromorphon | Kein eindeutiger Unterschied | Sehr niedrig |
| Fentanyl | Vergleichbar mit Hydromorphon | Keine Daten im Review | Sehr niedrig |
Klinische Anwendung
Die Autoren betonen, dass Hydromorphon als Alternative in Betracht gezogen werden kann. Dies gilt laut Review insbesondere in folgenden Situationen:
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Bei exzessiven Nebenwirkungen unter anderen Opioiden (wie Sedierung oder Atemdepression)
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Bei Vorliegen eines Nierenversagens
Für Kinder und Jugendliche liegen laut Review keine ausreichenden Daten vor, um eine evidenzbasierte Aussage zu treffen.
💡Praxis-Tipp
Laut dem Review stellt Hydromorphon eine wertvolle Alternative dar, wenn unter anderen Opioiden unkontrollierbare Nebenwirkungen oder ein Nierenversagen auftreten. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die aktuelle Evidenzlage sehr schwach ist und Therapieentscheidungen stets individuell abgewogen werden müssen.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review gibt es keinen Nachweis für eine überlegene Wirksamkeit. Beide Substanzen zeigen eine vergleichbare schmerzlindernde Wirkung bei mittelstarken bis starken Krebsschmerzen.
Die Auswertung zeigt typische opioidbedingte Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Verstopfung. Das Nebenwirkungsprofil unterscheidet sich laut Meta-Analyse nicht signifikant von Oxycodon oder Fentanyl.
Der aktuelle Review konnte keine Studien identifizieren, die den Einsatz bei Kindern untersuchen. Daher kann für diese Altersgruppe derzeit keine evidenzbasierte Aussage getroffen werden.
Es wird als Alternative empfohlen, wenn unter anderen Opioiden starke Nebenwirkungen wie Sedierung oder Atemdepression auftreten. Zudem kann es laut den Autoren bei Vorliegen eines Nierenversagens eine geeignete Option sein.
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Quelle: Cochrane Review: Hydromorphone for cancer pain (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.