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WHO2023

Ebola & Marburg IPC-Leitlinie (WHO 2023)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Übertragung von Ebola- und Marburg-Viren erfolgt über direkten oder indirekten Kontakt mit Körperflüssigkeiten, nicht aerogen.
  • Beim Screening mit No-Touch-Technik und >1 Meter Abstand ist keine persönliche Schutzausrüstung (PSA) erforderlich.
  • Für die direkte Patientenversorgung wird eine PSA aus medizinischer Maske, Augenschutz, Overall, zwei Paar Handschuhen und Schürze empfohlen.
  • Das Absprühen von Personal während des Ablegens der PSA wird ausdrücklich nicht empfohlen.
  • Nach einer Exposition gegenüber den Viren wird eine Freistellung von der Arbeit für 21 Tage empfohlen.
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Hintergrund

Ebola (EBOD) und Marburg (MARD) werden durch Filoviren verursacht und weisen hohe Letalitätsraten auf. Die Viren werden primär zoonotisch (z. B. durch Fledermäuse) auf den Menschen übertragen. Die anschließende Mensch-zu-Mensch-Übertragung erfolgt durch direkten oder indirekten Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten. Eine aerogene Übertragung (Airborne) findet nach aktueller Evidenz nicht statt.

Übertragungswege und Risikofaktoren

ÜbertragungswegBeschreibung
Direkter KontaktKontakt mit Blut, Erbrochenem, Stuhl oder anderen Körperflüssigkeiten von Infizierten.
Indirekter KontaktKontakt mit kontaminierten Oberflächen oder Gegenständen (Fomiten).
Hohes RisikoExposition von Schleimhäuten/verletzter Haut ohne PSA, Nadelstichverletzungen, ungeschützte Pflege, unsichere Bestattungen.

Screening und Triage

In Gebieten mit zirkulierenden Ebola- oder Marburg-Viren sollten alle Personen beim ersten Kontakt mit einer Gesundheitseinrichtung gescreent werden.

  • Good Practice Statement: Screening mittels No-Touch-Technik zur frühen Erkennung und Isolierung.
  • Good Practice Statement: Alle Verdachtsfälle müssen triagiert werden, um die Schwere der Erkrankung zu beurteilen.
MaßnahmeAbstandEmpfohlene PSAEmpfehlungsgrad
Screening (No-Touch)> 1 MeterKeine PSA erforderlichGood Practice
Screening< 1 MeterMedizinische Maske + Augenschutz, flüssigkeitsabweisender Kittel, 1 Paar HandschuheKonditional
Triage< 1 MeterMedizinische Maske + Augenschutz, flüssigkeitsabweisender Overall, 2 Paar HandschuheKonditional

Patientenversorgung und PSA

Verdachts- und bestätigte Fälle sollten isoliert werden, vorzugsweise in Einzelzimmern (Good Practice Statement). Für das Personal gelten strenge Vorgaben zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA).

  • Konditionale Empfehlung: Bei direktem oder indirektem Kontakt mit Patienten wird folgende PSA empfohlen:
    • Medizinische Maske in Kombination mit Augenschutz (Gesichtsschild oder Schutzbrille).
    • Flüssigkeitsabweisender Overall (oder Kittel mit zusätzlicher Kopf-Hals-Bedeckung).
    • Zwei Paar Handschuhe.
    • Einweg- oder Mehrwegschürze über dem Overall.
  • Konditionale Empfehlung: Der Augenschutz sollte unter der Kopf-Hals-Bedeckung getragen werden.
  • Starke Empfehlung: Das Absprühen von Gesundheitspersonal während des Ablegens der PSA wird nicht empfohlen.

Handschuhmanagement zwischen Patienten

  • Konditionale Empfehlung: Zwischen zwei Patienten sollte das äußere Paar Handschuhe gewaschen/desinfiziert und abgelegt werden. Danach das innere Paar waschen/desinfizieren und ein neues äußeres Paar anziehen.

Reinigung, Abfallmanagement und Bestattungswesen

Für Reinigungskräfte und Bestattungspersonal gelten die gleichen PSA-Vorgaben wie für das medizinische Personal, jedoch mit robusten Schutzhandschuhen (Utility Gloves) als äußerem Paar, einer robusten Schürze und wasserdichten Stiefeln (Good Practice Statement).

BereichMaßnahmeEmpfehlungsgrad
OberflächenWischdesinfektion ist der Sprühdesinfektion vorzuziehen.Konditional
TextilienStark verschmutzte Wäsche sicher entsorgen (z. B. verbrennen), statt sie zu desinfizieren.Konditional
AbfallSämtlicher Abfall von Verdachts-/bestätigten Fällen ist als infektiös zu behandeln.Good Practice
VerstorbeneEine Desinfektion des Leichnams vor der Handhabung oder dem Einlegen in den Leichensack ist nicht erforderlich.Konditional

Postexpositionsprophylaxe und Management

  • Good Practice Statement: Jede berufliche Exposition muss sofort bewertet und entsprechend gemanagt werden (inkl. HIV, HBV, HCV).
  • Konditionale Empfehlung: Personal mit Exposition gegenüber Ebola- oder Marburg-Viren sollte für 21 Tage von der Arbeit freigestellt werden.

💡Praxis-Tipp

Verzichten Sie strikt auf das Absprühen von Personal mit Desinfektionsmitteln beim Ablegen der PSA, da dies keinen erwiesenen Nutzen hat. Nutzen Sie beim Screening konsequent die No-Touch-Technik mit über 1 Meter Abstand, um PSA-Ressourcen zu schonen.

Häufig gestellte Fragen

Die Übertragung erfolgt durch direkten oder indirekten Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten. Eine Übertragung über die Luft (aerogen) findet nach aktueller Evidenz nicht statt.
Wird ein Abstand von mindestens 1 Meter eingehalten und die No-Touch-Technik angewendet, ist keine PSA erforderlich. Bei unter 1 Meter Abstand sind medizinische Maske, Augenschutz, Kittel und ein Paar Handschuhe nötig.
Empfohlen werden eine medizinische Maske mit Augenschutz, ein flüssigkeitsabweisender Overall, zwei Paar Handschuhe sowie eine Schürze.
Nach einer ungeschützten Exposition gegenüber Ebola- oder Marburg-Viren wird eine Freistellung von der Arbeit für 21 Tage empfohlen.
Nein, die Leitlinie empfiehlt, stark verschmutzte Textilien sicher zu entsorgen (z. B. durch Verbrennung), anstatt sie zu desinfizieren.

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