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WHO2024

Mpox & Massenveranstaltungen: WHO-Leitlinie 2024

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Entscheidungen über Veranstaltungen erfordern einen risikobasierten Ansatz aus Bewertung, Minderung und Kommunikation.
  • Gesundheitsbehörden sollen auf reisebeschränkende Maßnahmen wie Temperaturkontrollen oder Testpflichten bei der Einreise verzichten.
  • Veranstalter müssen Reaktionsprotokolle für Verdachtsfälle entwickeln und Hygienemaßnahmen wie Handwaschstationen sicherstellen.
  • Symptomatische Personen müssen Veranstaltungen fernbleiben; nach einer Infektion wird 12 Wochen lang Kondomnutzung empfohlen.
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Hintergrund

Mpox wird durch das Affenpockenvirus (MPXV) verursacht, von dem zwei Kladen (I und II) existieren. Während der Ausbruch 2022–2023 vor allem Männer betraf, die Sex mit Männern haben (Klade IIb), zeigt der Ausbruch 2024 in Afrika (Klade Ib) ein anderes Bild: Hier sind häufig Sexarbeiter, heterosexuelle Partner, Kinder sowie Personen in beengten Verhältnissen (z. B. Gefängnisse, Flüchtlingslager, Schulen) betroffen. Am 14. August 2024 rief die WHO eine gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite (PHEIC) aus.

Risikobasierter Ansatz für Veranstaltungen

Die WHO empfiehlt, Entscheidungen über die Durchführung, Anpassung oder Absage von Veranstaltungen nicht pauschal zu treffen, sondern einen risikobasierten Ansatz zu verfolgen, der regelmäßig neu bewertet wird:

SchrittMaßnahmeZiel
RisikobewertungIdentifikation des BasisrisikosAnalyse basierend auf Veranstaltungstyp, Epidemiologie und Teilnehmerprofil
RisikominderungImplementierung von VorsichtsmaßnahmenReduktion der identifizierten Übertragungsrisiken (z. B. Anpassung der Dauer oder Interaktionsart)
RisikokommunikationInformationsaustauschAufklärung über Maßnahmen und individuellen Gesundheitsschutz

Empfehlungen für Gesundheitsbehörden

Behörden müssen die nationalen Kapazitäten zur Mpox-Reaktion stärken. Zu den Kernaufgaben gehören:

  • Keine Reisebeschränkungen: Vermeidung unnötiger Störungen von Reise- und Handelsverkehr. Kein spezifisches Temperatur-Screening und keine Test- oder Impfpflicht für die Einreise.
  • Schulung: Training von Klinikpersonal und Ersthelfern bezüglich Symptomen, Falldefinitionen, Diagnostik und klinischem Management.
  • Überwachung: Integration von Mpox in nationale Überwachungssysteme und Sicherstellung der Diagnostik (inkl. Genomsequenzierung).
  • Impfung: Impfungen werden nur für Risikogruppen (z. B. enge Kontakte) empfohlen, nicht für die Allgemeinbevölkerung.

Maßnahmen für Veranstalter

Veranstalter müssen eng mit den Gesundheitsbehörden kooperieren und ein Reaktionsprotokoll für Verdachtsfälle etablieren.

BereichKonkrete Maßnahmen
InfrastrukturBereitstellung von Handwaschstationen (Wasser/Seife) oder alkoholbasierten Desinfektionsmitteln an Ein-/Ausgängen, Toiletten und Essbereichen.
ReaktionsprotokollErkennung von Symptomen, Isolationsbereiche vor Ort, Meldung an Behörden und medizinische Überweisung.
KommunikationAufklärung von Personal und Teilnehmern über Symptome, Übertragungswege und Hygienemaßnahmen (z. B. via Social Media, Flyer, Durchsagen).
KontaktverfolgungBereitstellung von Teilnehmerlisten und Kooperation mit Behörden bei der Identifikation von Kontaktpersonen.

Empfehlungen für Teilnehmer

Für Personen, die an Veranstaltungen teilnehmen, gelten spezifische Verhaltensregeln zur Minimierung des Infektionsrisikos:

  • Hochrisikogruppen sollten vorab ärztlichen Rat zu Präventivmaßnahmen (inkl. Impfung) einholen.
  • Personen mit Mpox-Symptomen (Ausschlag, Fieber, geschwollene Lymphknoten, Halsschmerzen) müssen Veranstaltungen fernbleiben und medizinische Hilfe suchen.
  • Enger Kontakt (einschließlich sexueller Kontakte) zu symptomatischen Personen ist strikt zu meiden.
  • Treten Symptome nach einer Veranstaltung auf, muss die medizinische Einrichtung vorab informiert und auf den Veranstaltungsbesuch hingewiesen werden.
  • Nach einer Genesung wird empfohlen, für 12 Wochen Kondome beim Geschlechtsverkehr zu verwenden.

💡Praxis-Tipp

Verzichten Sie bei der Einreise- und Zugangskontrolle auf spezifische Temperatur- oder Test-Screenings für Mpox, da die WHO dies explizit nicht empfiehlt. Fokussieren Sie sich stattdessen auf Aufklärung und leicht zugängliche Handhygiene.

Häufig gestellte Fragen

Dazu zählen Reisende in Risikogebiete, exponiertes Gesundheitspersonal, Haushaltskontakte (inkl. Kinder) sowie Personen mit wechselnden Sexualpartnern (inkl. Sexarbeiter).
Nein, die WHO empfiehlt einen risikobasierten Ansatz. Jede Veranstaltung muss individuell bewertet und mit entsprechenden Schutzmaßnahmen versehen werden.
Exponierte Personen sollten ihre Symptome für 21 Tage überwachen und in dieser Zeit sexuelle Aktivitäten meiden.
Die WHO empfiehlt die Nutzung von Kondomen für 12 Wochen nach der Genesung.
Typische Symptome sind Hautausschlag, Fieber, Halsschmerzen, Kopf- und Rückenschmerzen, Abgeschlagenheit und geschwollene Lymphknoten.

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