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WHO2012

Natriumzufuhr bei Erwachsenen & Kindern: WHO-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Erwachsene sollten ihre Natriumzufuhr auf <2 g/Tag (entspricht <5 g Salz/Tag) reduzieren.
  • Für Kinder (2-15 Jahre) gilt eine an den relativen Energiebedarf angepasste, reduzierte Maximaldosis.
  • Die Reduktion senkt signifikant den systolischen und diastolischen Blutdruck.
  • Ausgenommen von der Empfehlung sind Patienten mit Herzinsuffizienz, Typ-1-Diabetes oder spezifischen medikamentösen Therapien.
  • Salzreduktion und Jodierung von Speisesalz sind uneingeschränkt miteinander vereinbar.
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Hintergrund

Nichtübertragbare Krankheiten (NCDs) sind weltweit die Hauptursache für Mortalität und Morbidität. Eine erhöhte Natriumzufuhr ist eng mit der Entstehung von Hypertonie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfällen assoziiert. Die Leitlinie der WHO zielt darauf ab, durch eine Reduktion der Natriumzufuhr den Blutdruck in der Bevölkerung zu senken und damit das Risiko für diese Erkrankungen zu minimieren.

Empfehlungen zur Natriumzufuhr

Die WHO spricht basierend auf der aktuellen Evidenzlage folgende starke Empfehlungen aus:

  • Erwachsene (≥16 Jahre): Reduktion der Natriumzufuhr auf <2 g/Tag (entspricht <5 g Salz/Tag), um den Blutdruck sowie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle und koronare Herzkrankheiten zu senken.
  • Kinder (2–15 Jahre): Reduktion der Natriumzufuhr zur Kontrolle des Blutdrucks. Der maximale Wert von 2 g/Tag für Erwachsene sollte hierbei abwärts an den relativen Energiebedarf des Kindes angepasst werden.

Ausnahmen und Kontraindikationen

Die Empfehlungen gelten für die meisten Individuen (inklusive Schwangere und Stillende, mit oder ohne Hypertonie). Sie gelten nicht für folgende Patientengruppen:

  • Patienten mit Erkrankungen oder medikamentösen Therapien, die zu einer Hyponatriämie oder akuten Wasserretention führen können.
  • Patienten, die ärztlich überwachte Diäten benötigen (z. B. bei Herzinsuffizienz oder Typ-1-Diabetes).

Evidenz und klinische Effekte

Die Auswertung randomisiert-kontrollierter Studien (RCTs) zeigt deutliche Effekte einer reduzierten Natriumzufuhr:

PopulationEffekt auf systolischen RREffekt auf diastolischen RREvidenzgrad
ErwachseneSenkung um 3,39 mmHgSenkung um 1,54 mmHgHoch
Kinder (2-15 J.)Senkung um 0,84 mmHgSenkung um 0,87 mmHgModerat

Es zeigten sich keine signifikanten negativen Effekte der Natriumreduktion auf Blutfettwerte (Gesamtcholesterin, LDL, HDL, Triglyceride), Katecholaminspiegel oder die Nierenfunktion.

Natriumgehalt ausgewählter Lebensmittel

Zur praktischen Umsetzung der Salzreduktion ist die Kenntnis stark natriumhaltiger Lebensmittel essenziell. Die folgende Tabelle zeigt Durchschnittswerte:

LebensmittelgruppeNatriumgehalt (mg/100 g)
Speisesalz, Backpulver38.000
Brühwürfel, fertige Suppen/Soßen20.000
Sojasauce7.000
Snacks (Brezeln, Popcorn) & Speck1.500
Hartkäse800
Verarbeitetes Gemüse600
Frisches Gemüse10
Frisches Obst5

Wichtige Zusatzbemerkungen

  • Jodierung: Salzreduktion und die Jodierung von Speisesalz sind miteinander vereinbar. Ein Monitoring auf Länderebene ist notwendig, um die Jodkonzentration im Salz bei sinkendem Konsum ggf. anzupassen.
  • Kalium: Die Richtlinie ergänzt die WHO-Empfehlungen zur Kaliumzufuhr. Ziel ist ein molares Natrium-Kalium-Verhältnis von etwa 1:1.

💡Praxis-Tipp

Achten Sie bei der Empfehlung zur Salzreduktion darauf, dass Patienten weiterhin ausreichend Jod aufnehmen und berücksichtigen Sie Kontraindikationen wie Herzinsuffizienz oder Typ-1-Diabetes.

Häufig gestellte Fragen

Die WHO empfiehlt eine starke Reduktion auf unter 2 g Natrium pro Tag, was weniger als 5 g Speisesalz pro Tag entspricht.
Ja, für Kinder zwischen 2 und 15 Jahren wird ebenfalls eine Reduktion empfohlen. Der Maximalwert von 2 g/Tag sollte dabei an den geringeren Energiebedarf der Kinder angepasst werden.
Ausgenommen sind Patienten mit Herzinsuffizienz, Typ-1-Diabetes sowie Personen, die Medikamente einnehmen oder an Krankheiten leiden, die zu Hyponatriämie oder akuter Wasserretention führen können.
Nein, die Evidenz zeigt, dass eine reduzierte Natriumzufuhr keine signifikanten negativen Auswirkungen auf Blutfettwerte (Cholesterin, Triglyceride), Katecholaminspiegel oder die Nierenfunktion hat.

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