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WHO2025

Natriumreduzierte Salzersatzstoffe: WHO-Leitlinie 2025

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die WHO empfiehlt bedingt den Austausch von herkömmlichem Speisesalz durch natriumreduzierte, kaliumhaltige Salzersatzstoffe (LSSS) für Erwachsene.
  • LSSS senken den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 4,76 mmHg und reduzieren das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse signifikant.
  • Die Empfehlung gilt ausschließlich für den diskretionären Gebrauch (selbst hinzugefügtes Speisesalz), nicht für industriell verarbeitete Lebensmittel.
  • Kontraindiziert ist die Nutzung bei Niereninsuffizienz oder der Einnahme kaliumsparender Medikamente aufgrund der Hyperkaliämie-Gefahr.
  • Für Kinder und Schwangere gilt die Empfehlung aufgrund unzureichender Evidenz nicht.
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Hintergrund

Hoher Natriumkonsum ist weltweit für jährlich 1,9 Millionen Todesfälle verantwortlich. Die WHO empfiehlt eine Reduktion der Natriumaufnahme auf unter 2 g pro Tag (entspricht <5 g Salz). Da der globale Durchschnitt bei 4,3 g/Tag liegt, sind beschleunigte Maßnahmen erforderlich. Natriumreduzierte Salzersatzstoffe (Lower-Sodium Salt Substitutes, LSSS) ersetzen einen Teil des Natriumchlorids (NaCl) durch Kaliumchlorid (KCl), typischerweise zu 19 bis 50 Prozent. Dies senkt nicht nur die Natriumzufuhr, sondern erhöht gleichzeitig die von der WHO empfohlene Kaliumaufnahme.

WHO-Empfehlung

Die WHO spricht eine bedingte Empfehlung für den Einsatz von LSSS aus:

  • Wenn Speisesalz verwendet wird, schlägt die WHO vor, reguläres Speisesalz durch natriumreduzierte, kaliumhaltige Salzersatzstoffe zu ersetzen.
  • Die Empfehlung zielt auf die Senkung des Blutdrucks und die Reduktion kardiovaskulärer Erkrankungen ab.

Zielgruppen und Kontraindikationen

Die Empfehlung richtet sich spezifisch an Erwachsene der Allgemeinbevölkerung, schließt jedoch bestimmte Risikogruppen strikt aus.

PopulationStatusBemerkung
Erwachsene (Allgemeinbevölkerung)IndiziertZur Senkung von Blutdruck und kardiovaskulärem Risiko
NiereninsuffizienzKontraindiziertGefahr der Hyperkaliämie
Eingeschränkte KaliumexkretionKontraindiziertZ. B. durch kaliumsparende Diuretika oder Supplemente
KinderKeine EmpfehlungUnzureichende Evidenz
SchwangereKeine EmpfehlungUnzureichende Evidenz

Klinische Effekte bei Erwachsenen

Basierend auf 26 randomisiert-kontrollierten Studien (RCTs) zeigen LSSS signifikante positive Effekte auf den Blutdruck und kardiovaskuläre Endpunkte:

EndpunktEffektgröße (vs. reguläres Salz)Evidenzgrad
Systolischer BlutdruckSenkung um durchschnittlich 4,76 mmHgModerat
Diastolischer BlutdruckSenkung um durchschnittlich 2,43 mmHgModerat
Nicht-tödlicher SchlaganfallRelatives Risiko (RR): 0,90Moderat
Akutes Koronarsyndrom (nicht-tödlich)Rate Ratio: 0,70Moderat
Kardiovaskuläre MortalitätRate Ratio: 0,77Moderat

Sicherheit und Nebenwirkungen

Die Hauptsorge beim Einsatz kaliumhaltiger Salzersatzstoffe ist das Risiko einer Hyperkaliämie.

  • Serumkalium: Der Einsatz von LSSS führte zu einem durchschnittlichen Anstieg des Blutkaliumspiegels um 0,12 mmol/L.
  • Hyperkaliämie-Risiko: Im Vergleich zu regulärem Salz gab es in den untersuchten Studien keinen signifikanten Unterschied bezüglich Hyperkaliämie-Ereignissen (moderate Evidenz).
  • Einschränkung: Die Studien schlossen Personen mit bekanntem Risiko für Hyperkaliämie (z. B. Nierenerkrankungen) konsequent aus. In Populationen mit hoher Dunkelziffer an Nierenerkrankungen ist daher Vorsicht geboten.

Anwendungsbereich

Die Leitlinie definiert den Anwendungsbereich von LSSS sehr präzise:

  • Gültig für: Diskretionären Gebrauch (Speisesalz, das beim Kochen oder Essen individuell hinzugefügt wird).
  • Nicht gültig für: Nicht-diskretionäres Salz (bereits in industriell verarbeiteten Lebensmitteln oder Restaurantessen enthalten) sowie natriumhaltige Würzmittel wie Soja- oder Fischsauce.

💡Praxis-Tipp

Klären Sie Patienten vor der Empfehlung von kaliumhaltigen Salzersatzstoffen zwingend über Kontraindikationen wie Niereninsuffizienz oder die Einnahme kaliumsparender Medikamente auf.

Häufig gestellte Fragen

LSSS sind Alternativen zu regulärem Speisesalz, bei denen ein Teil des Natriumchlorids (meist 19-50 %) durch Kaliumchlorid ersetzt wird.
Für Personen mit Niereninsuffizienz, eingeschränkter Kaliumausscheidung oder Patienten, die kaliumsparende Medikamente einnehmen, da ein erhöhtes Risiko für eine Hyperkaliämie besteht.
Nein, aufgrund unzureichender Studiendaten schließt die WHO Kinder und Schwangere von dieser Empfehlung aus. LSSS sollten nicht für Familienmahlzeiten verwendet werden, wenn eine Person im Haushalt ein Hyperkaliämie-Risiko aufweist.
Bei Erwachsenen senken sie den systolischen Blutdruck im Durchschnitt um 4,76 mmHg und den diastolischen um 2,43 mmHg.

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