Gesamtfettzufuhr: Empfehlung zur Adipositasprävention
Hintergrund
Übergewicht und Adipositas stellen weltweit ein wachsendes Gesundheitsrisiko dar. Sie erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und bestimmte Krebsarten. Die Makronährstoffverteilung, insbesondere der Fettanteil, spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Übergewicht.
Nahrungsfette sind essenziell für physiologische Funktionen und die Aufnahme fettlöslicher Vitamine. Da Fett jedoch der energiereichste Makronährstoff ist, kann eine hohe Zufuhr zu einem Energieüberschuss führen. Die WHO-Leitlinie aktualisiert die bisherigen Empfehlungen zur Gesamtfettzufuhr basierend auf aktuellen systematischen Übersichtsarbeiten.
Ziel der Leitlinie ist die Prävention einer ungesunden Gewichtszunahme in der Allgemeinbevölkerung. Sie richtet sich explizit nicht an Personen, die aktiv eine Gewichtsreduktion zur Behandlung einer bestehenden Adipositas anstreben.
Empfehlungen
Die WHO-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Fettzufuhr:
Zielwerte für die Makronährstoffzufuhr
Laut Leitlinie gelten für die tägliche Fettzufuhr folgende Zielwerte:
| Nährstoff | Empfohlener Anteil an der Gesamtenergie | Empfehlungsgrad |
|---|---|---|
| Gesamtfett (Erwachsene) | Maximal 30 % | Bedingte Empfehlung |
| Gesättigte Fettsäuren | Maximal 10 % | Starke Empfehlung |
| Transfettsäuren | Maximal 1 % | Starke Empfehlung |
| Gesamtfett (Untergrenze) | Mindestens 15-20 % | Physiologischer Bedarf |
Gesamtfettzufuhr bei Erwachsenen
Die Leitlinie empfiehlt Erwachsenen, die Gesamtfettzufuhr auf maximal 30 % der täglichen Gesamtenergiezufuhr zu begrenzen. Dies dient der Reduktion des Risikos für eine ungesunde Gewichtszunahme.
Fettqualität
Es wird empfohlen, dass die aufgenommenen Fette primär aus ungesättigten Fettsäuren bestehen. Die Leitlinie betont, dass sowohl die Quantität als auch die Qualität der Nahrungsfette für die Gesundheit entscheidend sind.
Kinder und Jugendliche
Für Kinder konnte aufgrund unzureichender Evidenz keine neue spezifische Empfehlung formuliert werden. Die Leitlinie verweist auf frühere Expertenkonsense, die für Kinder ab 6 Monaten und Jugendliche eine Fettzufuhr von bis zu 35 % der Gesamtenergie als angemessen erachten.
Wichtige Begleitaspekte
Die Leitlinie betont, dass eine Reduktion der Fettzufuhr nicht durch einen erhöhten Konsum von freien Zuckern kompensiert werden sollte. Um die Versorgung mit essenziellen Fettsäuren und fettlöslichen Vitaminen sicherzustellen, sollte die Fettzufuhr bei den meisten Erwachsenen mindestens 15 bis 20 % der Gesamtenergie betragen.
Kontraindikationen
Die Empfehlungen zur Reduktion der Fettzufuhr gelten laut Leitlinie nicht für Personen, bei denen eine Unterernährung vorliegt oder droht. In solchen Populationen kann die Aufrechterhaltung oder Erhöhung der Fettzufuhr wichtig sein, um eine adäquate Energieaufnahme zu gewährleisten.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, eine reduzierte Fettzufuhr durch den Konsum von qualitativ minderwertigen Kohlenhydraten oder freien Zuckern auszugleichen. Es wird betont, dass hochverarbeitete fettarme Produkte oft viel Zucker enthalten und daher nicht automatisch gesünder sind. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Empfehlung primär der Prävention dient und nicht als alleinige Strategie zur Gewichtsreduktion bei bestehender Adipositas gedacht ist.
Häufig gestellte Fragen
Die WHO-Leitlinie empfiehlt für Erwachsene, die Gesamtfettzufuhr auf maximal 30 % der täglichen Gesamtenergiezufuhr zu begrenzen. Um Mangelerscheinungen zu vermeiden, sollte die Zufuhr jedoch nicht unter 15 bis 20 % fallen.
Es wird empfohlen, primär ungesättigte Fettsäuren zu konsumieren. Gesättigte Fettsäuren sollten laut Leitlinie maximal 10 % und Transfettsäuren maximal 1 % der Gesamtenergie ausmachen.
Aufgrund unzureichender Studiendaten formuliert die aktuelle Leitlinie keine neue Empfehlung für Kinder. Es wird jedoch auf frühere Konsensberichte verwiesen, die für Kinder ab 6 Monaten und Jugendliche bis zu 35 % Fettanteil als angemessen für das Wachstum ansehen.
Die vorliegende Leitlinie fokussiert sich ausschließlich auf die Prävention einer ungesunden Gewichtszunahme bei Normalgewichtigen. Für die aktive Gewichtsreduktion bei bestehendem Übergewicht oder Adipositas macht das Dokument keine spezifischen Vorgaben.
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Quelle: Total fat intake for the prevention of unhealthy weight gain in adults and children: WHO guideline (WHO, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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