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WHO2025

Arbovirale Erkrankungen: WHO-Leitlinie 2025 (Dengue & Co.)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) sind bei Verdacht auf arbovirale Infektionen aufgrund des Blutungsrisikos streng kontraindiziert.
  • Paracetamol und Metamizol sind die empfohlenen Analgetika/Antipyretika bei nicht-schweren Verläufen.
  • Eine protokollierte orale Rehydratation (mit Trinkprotokoll) senkt das Risiko einer Hospitalisierung signifikant.
  • Bei schweren Verläufen (Schock) wird die intravenöse Flüssigkeitstherapie primär über die Rekapillarisierungszeit und Laktatmessungen gesteuert.
  • Prophylaktische Thrombozytentransfusionen bei Werten < 50.000/µl ohne aktive Blutung werden nicht empfohlen.
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Hintergrund

Arbovirale Erkrankungen wie Dengue, Chikungunya, Zika und Gelbfieber werden primär durch Aedes-Mücken übertragen. Da sich die klinischen Bilder initial stark ähneln und spezifische Labordiagnostik oft nicht sofort verfügbar ist, erfordert das Management eine syndrombasierte Herangehensweise.

ErkrankungSpezifische klinische Hinweise
DengueThrombozytopenie, Hämatokrit-Anstieg, Leukopenie, retrobulbärer Schmerz
ChikungunyaAusgeprägte Arthralgie/Arthritis
ZikaPruritus, Konjunktivitis, Hautausschlag
GelbfieberIkterus, dunkler Urin, Blutungen

Warnzeichen für schwere Verläufe (Dengue)

Ein Übergang in die kritische Phase erfolgt oft am 4. bis 5. Krankheitstag (mit der Entfieberung). Folgende klinische Warnzeichen erfordern eine sofortige Hospitalisierung:

  • Kontinuierliche, intensive Bauchschmerzen
  • Anhaltendes Erbrechen (≥3 Episoden/Stunde oder ≥4/6 Stunden)
  • Schleimhautblutungen (Zahnfleisch, Epistaxis, Hämaturie)
  • Hepatomegalie (>2 cm unter dem Rippenbogen)
  • Bewusstseinsstörungen (Reizbarkeit, Lethargie)
  • Progressiver Hämatokrit-Anstieg im Labor

Therapie bei nicht-schwerer Erkrankung

Flüssigkeitsmanagement

  • Bedingte Empfehlung: Einsatz einer protokollierten oralen Rehydratation (z.B. mit Messbecher und Trinkprotokoll). Dies senkt das Risiko einer Hospitalisierung.

Symptomkontrolle

  • Starke Empfehlung: Gegen den Einsatz von nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) bei Verdacht auf arbovirale Infektionen (unabhängig vom Schweregrad) aufgrund des erhöhten Blutungsrisikos.
  • Bedingte Empfehlung: Paracetamol ist das Mittel der Wahl zur Fieber- und Schmerzsenkung. Vorsicht bei vorbestehender Lebererkrankung.
  • Bedingte Empfehlung: Metamizol kann alternativ eingesetzt werden, sofern regional zugelassen.
  • Bedingte Empfehlung: Gegen den Einsatz von Kortikosteroiden bei nicht-schweren Verläufen.
WirkstoffDosierung Erwachsene (>50/53 kg)Dosierung KinderBemerkung
Paracetamol500 mg - 1 g alle 4-6 h (Max. 4 g/Tag)10-15 mg/kg alle 4-6 h (Max. 60 mg/kg/Tag)Dosisanpassung bei Nieren-/Leberinsuffizienz
Metamizol500 - 1000 mg Einzeldosis (Max. 4 g/Tag)10 mg/kg Einzeldosis (Max. 2 g/Tag)Zulassungsstatus beachten

Therapie bei schwerer Erkrankung (Hospitalisierung)

Intravenöses Flüssigkeitsmanagement

  • Bedingte Empfehlung: Kristalloide Lösungen sind gegenüber Kolloiden zu bevorzugen.
  • Starke Empfehlung: Steuerung der IV-Flüssigkeitstherapie primär durch die Rekapillarisierungszeit (Capillary Refill Time).
  • Starke Empfehlung: Zusätzliche Steuerung durch Laktatmessungen.
  • Bedingte Empfehlung: Einsatz des Passive Leg Raise Tests (PLR) bei Patienten im Schock, wenn Unklarheit über den weiteren Flüssigkeitsbedarf besteht.

Spezifische und adjunktive Therapien

  • Bedingte Empfehlung: Gegen den routinemäßigen Einsatz von systemischen Kortikosteroiden.
  • Bedingte Empfehlung: Gegen den Einsatz von intravenösen Immunglobulinen (IVIG).
  • Bedingte Empfehlung: Gegen eine prophylaktische Thrombozytentransfusion bei Werten < 50.000/µl ohne aktive Blutung.

Spezifisches Management bei Gelbfieber

  • Bedingte Empfehlung: Einsatz von intravenösem N-Acetylcystein (NAC) bei Leberversagen infolge von Gelbfieber.
  • Forschungsempfehlung: Monoklonale Antikörper (TY014) und Sofosbuvir sollten nur im Rahmen von klinischen Studien eingesetzt werden.

💡Praxis-Tipp

Verzichten Sie bei unklarem Fieber in Endemiegebieten oder nach Tropenreisen strikt auf NSAR (wie Ibuprofen oder Diclofenac), bis eine arbovirale Infektion (v.a. Dengue) ausgeschlossen ist. Nutzen Sie stattdessen Paracetamol.

Häufig gestellte Fragen

Paracetamol und Metamizol gelten als sicher. NSAR (wie Ibuprofen, Diclofenac, Aspirin) sind aufgrund des erhöhten Blutungsrisikos streng kontraindiziert.
Nur bei aktiven, schweren Blutungen. Eine prophylaktische Gabe bei Thrombozyten < 50.000/µl ohne Blutung wird von der WHO nicht empfohlen.
Die WHO empfiehlt stark, die Flüssigkeitsgabe anhand der Rekapillarisierungszeit (Capillary Refill Time) und regelmäßigen Laktatmessungen zu steuern.
Bei einem Leberversagen durch Gelbfieber wird N-Acetylcystein (NAC) i.v. empfohlen. Andere spezifische Mittel wie Sofosbuvir werden aktuell nur in Studien empfohlen.

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