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WHO2024

Psychologische Erste Hilfe bei Ebola: WHO-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Psychologische Erste Hilfe (PFA) bietet humane, unterstützende und praktische Hilfe, ist aber keine professionelle psychologische Beratung.
  • Eigenschutz hat oberste Priorität: Direkter Kontakt mit Körperflüssigkeiten von symptomatischen oder verstorbenen Personen muss strikt vermieden werden.
  • Die Kernprinzipien der PFA lauten: Vorbereiten (Prepare), Hinsehen (Look), Zuhören (Listen) und Vernetzen (Link).
  • Bei Verdacht auf eine Ebola-Infektion ist die Vertraulichkeit eingeschränkt; Gesundheitsbehörden müssen umgehend informiert werden.
  • Gute Kommunikation bedeutet, Betroffenen zuzuhören, ohne sie zum Reden zu drängen, und korrekte Informationen zu vermitteln.
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Hintergrund

Die psychologische Erste Hilfe (Psychological First Aid, PFA) bietet humane, unterstützende und praktische Hilfe für Menschen, die durch einen Ebola-Ausbruch belastet sind. Sie zielt darauf ab, Betroffene zu beruhigen, grundlegende Bedürfnisse zu adressieren und sie mit weiteren Hilfsangeboten zu vernetzen. PFA kann sowohl von Fachleuten als auch von geschulten Laien angewendet werden.

Grundlagen der Ebola-Viruskrankheit

Um PFA sicher anwenden zu können, ist ein grundlegendes Verständnis der Erkrankung zwingend erforderlich. Das Virus wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten (Blut, Erbrochenes, Schweiß, Urin etc.) von symptomatischen oder verstorbenen Personen übertragen.

PhaseZeitraumSymptome
Inkubation2-21 TageKeine Symptome, nicht infektiös
FrühphasePlötzlichFieber, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen
SpätphaseIm VerlaufErbrechen, Durchfall, Ausschlag, innere und äußere Blutungen

Wichtig: Personen sind nur ansteckend, wenn sie Symptome zeigen oder an der Krankheit verstorben sind. Leichname sind hochinfektiös und dürfen unter keinen Umständen berührt werden.

Was ist PFA und was nicht?

Es gibt häufige Missverständnisse darüber, was psychologische Erste Hilfe beinhaltet.

PFA ist...PFA ist NICHT...
Praktische Pflege und UnterstützungProfessionelle psychologische Beratung
Bedarfs- und SorgenermittlungEin detailliertes Aufarbeiten des traumatischen Ereignisses
Zuhören und BeruhigenJemanden zum Reden drängen
Schutz vor weiterem SchadenEine medizinische oder psychiatrische Behandlung

Die PFA-Aktionsprinzipien

Die Anwendung der PFA folgt vier zentralen Schritten:

  • Prepare (Vorbereiten): Informationen über den Ebola-Ausbruch, verfügbare Dienste und Sicherheitsmaßnahmen einholen.
  • Look (Hinsehen): Auf Sicherheit achten. Personen mit dringenden Grundbedürfnissen (Nahrung, Wasser) oder schweren Belastungsreaktionen identifizieren.
  • Listen (Zuhören): Respektvoll auf Personen zugehen, nach Bedürfnissen fragen und helfen, sich zu beruhigen.
  • Link (Vernetzen): Bei der Bewältigung von Problemen helfen, korrekte Informationen weitergeben und Kontakt zu Angehörigen sowie sozialen Diensten herstellen.

Kommunikation und Sicherheit

Bei der Kommunikation mit potenziell Infizierten oder Betroffenen müssen strikte Sicherheitsabstände eingehalten werden.

Do's (Empfohlen)Don'ts (Zu vermeiden)
Sicheren Abstand wahren (Kultur/Alter beachten)Kein physischer Kontakt (Körperflüssigkeiten)
Ruhig und geduldig bleibenBetroffene zum Reden drängen
Korrekte, einfache Informationen gebenFalsche Versprechungen machen oder Gerüchte verbreiten
Gefühle und Verluste anerkennenÜber eigene Probleme sprechen oder urteilen

Grenzen der Vertraulichkeit

Grundsätzlich ist die Privatsphäre der Betroffenen zu respektieren. Bei einem Ebola-Ausbruch gibt es jedoch eine Ausnahme: Wenn der Verdacht besteht, dass eine Person mit Ebola infiziert ist oder Symptome zeigt, muss dies den Gesundheitsbehörden gemeldet werden, um eine Ausbreitung zu verhindern. Helfer sollten dies dem Betroffenen einfühlsam erklären.

💡Praxis-Tipp

Halten Sie bei der psychologischen Ersten Hilfe stets einen sicheren Abstand ein und berühren Sie niemals potenziell infizierte Personen oder Leichname. Wenn Sie den Verdacht auf eine Ebola-Infektion haben, alarmieren Sie umgehend die Gesundheitsbehörden, auch gegen den anfänglichen Willen des Patienten.

Häufig gestellte Fragen

PFA kann sowohl von Fachleuten als auch von geschulten Laien (z. B. Gesundheitspersonal, Lehrern, Gemeindemitgliedern) geleistet werden, die in der Lage sind, Menschen in Notlagen zu unterstützen.
Nein. Um eine Ansteckung zu vermeiden, darf unter keinen Umständen physischer Kontakt zu symptomatischen Personen oder deren Körperflüssigkeiten bestehen.
Drängen Sie die Person niemals zum Reden. PFA bedeutet auch, einfach da zu sein, zuzuhören, wenn die Person bereit ist, und praktische Hilfe anzubieten.
Nein. Bei Verdacht auf eine Ebola-Infektion müssen zum Schutz der Allgemeinheit zwingend die Gesundheitsbehörden informiert werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

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