Vorhofflimmern (VHF): Diagnostik und Antikoagulation
Hintergrund
Die DGK-Leitlinie (Version 2024) adaptiert die ESC-Leitlinien zum Management von Vorhofflimmern. Zentrales Element ist der integrierte AF-CARE-Pfad, der eine patientenzentrierte und multidisziplinäre Versorgung in den Fokus rückt.
Vorhofflimmern geht mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle, Herzinsuffizienz und eine eingeschränkte Lebensqualität einher. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der gemeinsamen Entscheidungsfindung zwischen medizinischem Fachpersonal und Patienten.
Die Diagnose eines klinischen Vorhofflimmerns erfordert zwingend eine EKG-Dokumentation (12-Kanal-EKG oder andere EKG-Geräte). Erst nach dieser Bestätigung sollte die Risikostratifizierung und Behandlung eingeleitet werden.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, Blutungsrisiko-Scores heranzuziehen, um Patienten eine indizierte orale Antikoagulation vorzuenthalten. Stattdessen wird empfohlen, modifizierbare Blutungsrisikofaktoren wie unkontrollierten Bluthochdruck, Begleitmedikation (NSAR) oder übermäßigen Alkoholkonsum aktiv zu behandeln.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie werden direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) gegenüber Vitamin-K-Antagonisten bevorzugt. Eine Ausnahme bilden Patienten mit mechanischen Herzklappen oder schwerer Mitralstenose.
Die Leitlinie empfiehlt den Beginn einer oralen Antikoagulation ab einem Score von 2. Bei einem Score von 1 sollte eine Therapie individuell erwogen werden.
Nein, die Leitlinie rät von einer Monotherapie mit Thrombozytenaggregationshemmern zur Vorbeugung von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern ab. Auch eine zusätzliche Gabe zur Antikoagulation wird ohne spezifische Indikation (wie Stentimplantation) nicht empfohlen.
Initial wird eine milde Frequenzkontrolle mit einer Ruheherzfrequenz von unter 110 Schlägen pro Minute empfohlen. Bei anhaltenden Symptomen kann eine strengere Kontrolle indiziert sein.
Die Leitlinie empfiehlt die Katheterablation als Erstlinientherapie bei paroxysmalem Vorhofflimmern. Zudem wird sie bei Patienten empfohlen, die auf Antiarrhythmika nicht ansprechen oder diese nicht vertragen.
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Quelle: Pocket-Leitlinie: Vorhofflimmern (Version 2024) (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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