Vitrakvi (Larotrectinib) Dosierung & Indikation: EMA SmPC
Hintergrund
Die EMA-Fachinformation (SmPC) beschreibt den Einsatz von Vitrakvi (Larotrectinib) als Monotherapie. Das Medikament ist ein selektiver Tropomyosin-Rezeptor-Kinase (TRK)-Inhibitor.
Es wird zur Behandlung von erwachsenen und pädiatrischen Personen mit soliden Tumoren eingesetzt, die eine Neurotrophe-Tyrosin-Rezeptor-Kinase (NTRK)-Genfusion aufweisen. Voraussetzung ist laut Leitlinie, dass die Erkrankung lokal fortgeschritten oder metastasiert ist.
Zudem ist die Therapie indiziert, wenn eine chirurgische Resektion wahrscheinlich zu schwerer Morbidität führt und keine zufriedenstellenden Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen. Das Vorliegen der NTRK-Genfusion muss vor Behandlungsbeginn durch einen validierten Test bestätigt werden.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die Anwendung:
Diagnostik und Vorbereitung
Vor dem Start der Therapie wird die Bestätigung einer NTRK-Genfusion in einer Tumorprobe durch einen validierten Test gefordert. Die Einleitung der Behandlung sollte durch Ärzte erfolgen, die Erfahrung in der Verabreichung von Krebstherapien haben.
Zudem wird ein Schwangerschaftstest bei Frauen im gebärfähigen Alter vor Behandlungsbeginn empfohlen.
Überwachung der Leberfunktion
Laut Fachinformation wird eine engmaschige Überwachung der Leberfunktion (ALT, AST, alkalische Phosphatase und Bilirubin) empfohlen. Das Monitoring sollte nach folgendem Schema erfolgen:
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Vor der ersten Dosis
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Alle 2 Wochen während des ersten Behandlungsmonats
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Monatlich für die nächsten 6 Behandlungsmonate
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Danach regelmäßig während der gesamten Therapie
Bei auftretenden Transaminasenerhöhungen wird eine häufigere Testung angeraten.
Interaktionen und Warnhinweise
Die Leitlinie warnt vor der gleichzeitigen Anwendung von starken oder moderaten CYP3A4/P-gp-Induktoren, da diese die Exposition verringern können.
Zudem wird darauf hingewiesen, dass neurologische Reaktionen wie Schwindel, Gangstörungen und Parästhesien auftreten können. Bei schweren Symptomen sollte eine Unterbrechung, Dosisreduktion oder ein Absetzen erwogen werden.
Dosierung
Die Fachinformation gibt detaillierte Dosierungsschemata für die orale Lösung (20 mg/mL) vor. Die Einnahme kann mit oder ohne Nahrung erfolgen, jedoch darf kein Grapefruitsaft konsumiert werden.
Standarddosierung
| Patientengruppe | Empfohlene Dosis | Maximale Einzeldosis |
|---|---|---|
| Erwachsene | 100 mg zweimal täglich | 100 mg |
| Pädiatrische Patienten | 100 mg/m² Körperoberfläche zweimal täglich | 100 mg |
Die Behandlung wird fortgesetzt, bis eine Krankheitsprogression oder inakzeptable Toxizität auftritt.
Dosisanpassungen bei Nebenwirkungen
Bei unerwünschten Wirkungen vom Grad 3 oder 4 (ausgenommen Leberfunktionstests) wird eine Unterbrechung empfohlen, bis sich die Reaktion auf den Ausgangswert oder Grad 1 bessert. Anschließend erfolgt eine Dosisreduktion gemäß folgendem Schema:
| Anpassungsstufe | Erwachsene & Kinder (Körperoberfläche ≥ 1,0 m²) | Kinder (Körperoberfläche < 1,0 m²) |
|---|---|---|
| Erste Reduktion | 75 mg zweimal täglich | 75 mg/m² zweimal täglich |
| Zweite Reduktion | 50 mg zweimal täglich | 50 mg/m² zweimal täglich |
| Dritte Reduktion | 100 mg einmal täglich | 25 mg/m² zweimal täglich |
Wenn die Therapie nach drei Dosisanpassungen nicht toleriert wird, wird ein dauerhaftes Absetzen empfohlen.
Besondere Patientengruppen und Interaktionen
| Situation | Dosisanpassung |
|---|---|
| Leichte Leberfunktionsstörung (Child-Pugh A) | Keine Anpassung erforderlich |
| Mittelgradige bis schwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh B/C) | Reduktion der Startdosis um 50 % |
| Nierenfunktionsstörung | Keine Anpassung erforderlich |
| Gleichzeitige Gabe starker CYP3A4-Inhibitoren | Reduktion der Dosis um 50 % |
Kontraindikationen
Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen für die Anwendung:
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Larotrectinib oder einen der sonstigen Bestandteile.
Zudem wird darauf hingewiesen, dass die orale Lösung Fructose, Sorbitol und Propylenglycol enthält. Personen mit hereditärer Fructoseintoleranz sollten das Präparat nicht einnehmen.
💡Praxis-Tipp
Die Fachinformation warnt ausdrücklich davor, die orale Lösung von Larotrectinib mit Sondennahrung zu mischen, wenn die Verabreichung über eine nasogastrale Ernährungssonde erfolgt. Es wird darauf hingewiesen, dass eine Vermischung mit der Nahrung zu Verstopfungen der Sonde führen kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut Fachinformation basiert die Dosierung bei pädiatrischen Personen auf der Körperoberfläche. Es werden 100 mg/m² zweimal täglich empfohlen, wobei eine maximale Einzeldosis von 100 mg nicht überschritten werden darf.
Die Leitlinie rät davon ab, zwei Dosen gleichzeitig einzunehmen, um eine verpasste Dosis nachzuholen. Die nächste Dosis sollte zum regulär geplanten Zeitpunkt eingenommen werden.
Das Medikament kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Es wird jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Einnahme nicht zusammen mit Grapefruit oder Grapefruitsaft erfolgen darf.
Frauen im gebärfähigen Alter sowie zeugungsfähige Männer mit entsprechenden Partnerinnen müssen während der Behandlung und für mindestens einen Monat nach der letzten Dosis eine hochwirksame Verhütungsmethode anwenden. Da die Wirkung hormoneller Kontrazeptiva beeinträchtigt sein könnte, wird zusätzlich eine Barrieremethode empfohlen.
Erhöhungen der ALT (35 %) und AST (32 %) gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen. Die Leitlinie gibt an, dass die meisten dieser Anstiege innerhalb der ersten drei Behandlungsmonate auftreten.
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Quelle: Vitrakvi — SmPC (Summary of Product Characteristics) (EMA, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.