USPSTF2018Onkologie

Prostatakrebs-Screening: USPSTF-Leitlinie

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: USPSTF (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebsarten bei Männern. Das Lebenszeitrisiko für eine Diagnose liegt in den USA bei etwa 11 Prozent, während das Risiko, daran zu versterben, bei 2,5 Prozent liegt.

Viele Männer mit Prostatakrebs entwickeln zeitlebens keine Symptome. Autopsiestudien zeigen, dass mehr als 33 Prozent der Männer zwischen 70 und 79 Jahren unbemerkt an Prostatakrebs erkrankt waren, der zu Lebzeiten nicht diagnostiziert wurde.

Das Ziel der Früherkennung ist es, hochriskante, lokalisierte Karzinome zu identifizieren und erfolgreich zu behandeln. Gleichzeitig birgt das Screening das Risiko von Überdiagnosen und Übertherapien bei Tumoren, die nie symptomatisch geworden wären.

Empfehlungen

Die USPSTF-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Früherkennung von Prostatakrebs:

Screening-Empfehlungen nach Alter

Die Leitlinie teilt die Empfehlungen nach Altersgruppen ein:

AltersgruppeEmpfehlung zum PSA-ScreeningEmpfehlungsgrad
Männer 55 bis 69 JahreIndividuelle Entscheidung nach ärztlicher AufklärungGrad C
Männer ab 70 JahrenKein routinemäßiges Screening empfohlenGrad D

Für Männer im Alter von 55 bis 69 Jahren wird eine individuelle Entscheidungsfindung bezüglich des periodischen PSA-Screenings empfohlen. Der potenzielle Nutzen einer leichten Senkung der prostatakrebsspezifischen Mortalität muss gegen die Risiken abgewogen werden.

Für Männer ab 70 Jahren spricht sich die Leitlinie explizit gegen ein PSA-basiertes Screening aus. In dieser Altersgruppe überwiegen die potenziellen Schäden den möglichen Nutzen deutlich.

Aufklärung und Entscheidungsfindung

Laut Leitlinie sollte vor einem Screening eine ausführliche Aufklärung über die potenziellen Vor- und Nachteile erfolgen. Folgende Aspekte werden dabei hervorgehoben:

  • Der Nutzen besteht in einer geringen Reduktion der Wahrscheinlichkeit, an Prostatakrebs zu versterben.

  • Zu den Risiken zählen falsch-positive Ergebnisse, die weitere Tests und Biopsien nach sich ziehen.

  • Es besteht ein signifikantes Risiko für Überdiagnosen und Übertherapien (20 bis 50 Prozent der durch Screening entdeckten Fälle).

  • Mögliche Behandlungskomplikationen umfassen Harninkontinenz, erektile Dysfunktion und Darmbeschwerden.

Screening-Methoden

Das Screening beginnt gemäß der Leitlinie mit der Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut. Ein erhöhter Wert kann auf Prostatakrebs hinweisen, aber auch durch benigne Prostatahyperplasie oder Prostatitis verursacht werden.

Die digitale rektale Untersuchung (DRU) wird als Screening-Methode nicht empfohlen. Es mangelt an Evidenz für ihren Nutzen im Rahmen der Früherkennung.

Besondere Risikogruppen

Afroamerikanische Männer und Männer mit einer Familienanamnese für Prostatakrebs haben ein erhöhtes Risiko für die Erkrankung. Die Leitlinie gibt für diese Gruppen aufgrund unzureichender Evidenz keine separaten Empfehlungen ab.

Es wird jedoch dazu geraten, diese Männer über ihr erhöhtes Risiko und ein potenziell früheres Auftreten der Erkrankung zu informieren. Die Entscheidung zum Screening sollte auch hier individuell getroffen werden.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie wird die digitale rektale Untersuchung (DRU) nicht als primäre Screening-Methode für Prostatakrebs empfohlen, da die Evidenz für ihren Nutzen unzureichend ist. Zudem wird explizit darauf hingewiesen, dass Männer, die nach einer Aufklärung keine Präferenz für ein Screening äußern, nicht routinemäßig getestet werden sollten.

Häufig gestellte Fragen

Die USPSTF-Leitlinie empfiehlt für Männer zwischen 55 und 69 Jahren eine individuelle Entscheidungsfindung zum PSA-Screening. Für Männer ab 70 Jahren wird von einem routinemäßigen Screening explizit abgeraten.

Laut Leitlinie führt das PSA-Screening häufig zu falsch-positiven Ergebnissen, die unnötige Biopsien nach sich ziehen. Zudem besteht ein hohes Risiko für Überdiagnosen und Übertherapien von Tumoren, die zu Lebzeiten nie symptomatisch geworden wären.

Die Leitlinie empfiehlt die digitale rektale Untersuchung nicht als Screening-Methode. Es wird darauf hingewiesen, dass in den großen Screening-Studien die rektale Untersuchung entweder eliminiert oder gar nicht erst eingeschlossen wurde.

Bei lokalisiertem Prostatakrebs nennt die Leitlinie die radikale Prostatektomie, die Strahlentherapie und die aktive Überwachung (Active Surveillance) als häufigste Optionen. Die Wahl der Therapie sollte die potenziellen Nebenwirkungen wie Inkontinenz und Impotenz berücksichtigen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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