Hormontherapie zur Prävention: USPSTF-Leitlinie (2022)
📋Auf einen Blick
- •Die USPSTF rät vom Einsatz einer Hormontherapie zur Primärprävention chronischer Erkrankungen in der Postmenopause ab.
- •Bei Personen mit intaktem Uterus hat eine kombinierte Östrogen-Gestagen-Therapie keinen Nettonutzen (Empfehlungsgrad D).
- •Bei Personen nach Hysterektomie hat eine Östrogen-Monotherapie keinen Nettonutzen (Empfehlungsgrad D).
- •Die Empfehlung richtet sich an asymptomatische postmenopausale Personen.
Hintergrund
Die Menopause ist definiert als das Aussetzen des Menstruationszyklus und wird retrospektiv 12 Monate nach der letzten Regelblutung festgestellt. Die Perimenopause (Wechseljahre) ist der Zeitraum von wenigen Jahren vor der letzten Menstruation. Sie ist gekennzeichnet durch:
- Zunehmende Variabilität der Zykluslänge
- Phasen der Amenorrhö
- Oftmals Symptome wie vasomotorische Dysfunktion
Mit zunehmendem Alter steigen Prävalenz und Inzidenz chronischer Erkrankungen (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Osteoporose und Frakturen). Da Personen nach Erreichen der Menopause durchschnittlich noch mehr als 30 Jahre leben, hat die US Preventive Services Task Force (USPSTF) den Nutzen einer systemischen (oralen oder transdermalen) Hormontherapie zur Prävention untersucht.
Zielgruppe
Die Empfehlungen richten sich an asymptomatische postmenopausale Personen, die eine Hormontherapie zur Primärprävention chronischer medizinischer Erkrankungen in Erwägung ziehen.
Empfehlungen zur Primärprävention
Die USPSTF kommt mit moderater Sicherheit zu dem Schluss, dass eine systemische Hormontherapie zur Primärprävention chronischer Erkrankungen keinen Nettonutzen bietet. Daraus ergeben sich folgende klare Empfehlungen:
| Patientengruppe | Therapie | Empfehlung | Empfehlungsgrad |
|---|---|---|---|
| Personen mit intaktem Uterus | Kombinierte Östrogen-Gestagen-Therapie | Dagegen | D |
| Personen nach Hysterektomie | Östrogen-Monotherapie | Dagegen | D |
Die USPSTF spricht sich somit explizit gegen den Einsatz einer Hormontherapie aus, wenn diese ausschließlich dem Zweck der Vorbeugung chronischer Erkrankungen in der Postmenopause dient.
💡Praxis-Tipp
Verschreiben Sie asymptomatischen postmenopausalen Patientinnen keine Hormontherapie mit dem primären Ziel, chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Osteoporose vorzubeugen.