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Aspirin zur kardiovaskulären Primärprävention (USPSTF 2022)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf USPSTF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Aspirin zur Primärprävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird bei Erwachsenen ab 60 Jahren nicht mehr empfohlen.
  • Bei 40- bis 59-Jährigen mit einem 10-Jahres-CVD-Risiko von ≥10 % ist die Einleitung eine individuelle Entscheidung (kleiner Nettonutzen).
  • Voraussetzung für eine Therapie ist das Fehlen eines erhöhten Blutungsrisikos.
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Hintergrund

Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) sind die häufigste Todesursache in den USA und für mehr als jeden vierten Todesfall verantwortlich. Jährlich erleiden dort schätzungsweise 605.000 Menschen einen ersten Myokardinfarkt und 610.000 einen ersten Schlaganfall. Die US Preventive Services Task Force (USPSTF) hat ihre Empfehlungen von 2016 zur Wirksamkeit von Aspirin in der Primärprävention aktualisiert.

Zielgruppe

Die Empfehlungen richten sich an Erwachsene ab 40 Jahren, die:

  • Keine Anzeichen, Symptome oder bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen (inklusive Myokardinfarkt oder Schlaganfall in der Anamnese) aufweisen.
  • Kein erhöhtes Blutungsrisiko haben (z. B. keine gastrointestinalen Ulzera, keine kürzlichen Blutungen, keine anderen Erkrankungen oder Medikamente, die das Blutungsrisiko erhöhen).

Empfehlungen zur Primärprävention

Die USPSTF hat den Nettonutzen von niedrig dosiertem Aspirin zur Primärprävention von kardiovaskulären Ereignissen gegen die Risiken, insbesondere Blutungen, abgewogen.

Altersgruppe10-Jahres-CVD-RisikoEmpfehlungEmpfehlungsgrad
40 bis 59 Jahre≥ 10 %Individuelle Entscheidung zur Einleitung einer Therapie mit niedrig dosiertem Aspirin. Der Nettonutzen ist gering.Grad C
≥ 60 JahreUnabhängigKeine Einleitung einer Therapie mit niedrig dosiertem Aspirin zur Primärprävention. Es besteht kein Nettonutzen.Grad D

Besondere Hinweise für 40- bis 59-Jährige

Die Entscheidung zur Einleitung einer täglichen Einnahme von niedrig dosiertem Aspirin sollte bei Personen zwischen 40 und 59 Jahren individuell getroffen werden. Am ehesten profitieren Patienten, die:

  • Kein erhöhtes Blutungsrisiko aufweisen.
  • Bereit sind, täglich niedrig dosiertes Aspirin einzunehmen.

💡Praxis-Tipp

Setzen Sie Aspirin zur Primärprävention bei Patienten ab 60 Jahren nicht mehr neu an. Bei 40- bis 59-Jährigen mit hohem Risiko (≥10 %) wägen Sie den geringen Nutzen individuell gegen das Blutungsrisiko ab.

Häufig gestellte Fragen

Nein, die USPSTF empfiehlt gegen die Einleitung einer Aspirin-Therapie zur Primärprävention bei Erwachsenen ab 60 Jahren (Grad D).
Bei 40- bis 59-Jährigen mit einem 10-Jahres-CVD-Risiko von mindestens 10 % kann die Einleitung nach individueller Abwägung erfolgen (Grad C).
Patienten dürfen kein erhöhtes Blutungsrisiko aufweisen (z. B. gastrointestinale Ulzera, kürzliche Blutungen oder Einnahme blutungsfördernder Medikamente).

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