CochraneIa2025

Langzeit-Hormonersatztherapie: Cochrane Review

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Hormonersatztherapie wird häufig zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden sowie historisch zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose und Demenz eingesetzt. Der aktuelle Cochrane-Review aus dem Jahr 2025 untersucht die Langzeiteffekte einer Anwendung von über einem Jahr.

Die Analyse basiert auf 24 randomisierten, doppelblinden Studien mit insgesamt 45.660 Teilnehmerinnen. Fast 70 Prozent der Daten stammen aus zwei großen Studien, insbesondere dem Women's Health Initiative (WHI) Forschungsprogramm.

Die meisten eingeschlossenen Frauen waren postmenopausal, über 60 Jahre alt und wiesen eine oder mehrere Begleiterkrankungen auf. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Wirksamkeit bei menopausalen Symptomen nicht Gegenstand dieser spezifischen Auswertung war.

Empfehlungen

Die Auswertung der Langzeitdaten zeigt unterschiedliche Risikoprofile je nach Art der Hormontherapie. Die Ergebnisse basieren primär auf oralen Präparaten.

Kombinierte Hormontherapie (Östrogen und Gestagen)

Bei Frauen mit intaktem Uterus wurde eine kombinierte kontinuierliche Therapie über durchschnittlich 5,6 Jahre untersucht. Laut Review ergeben sich folgende Effekte im Vergleich zu Placebo:

  • Wahrscheinliche Erhöhung des Brustkrebsrisikos (moderate Evidenz)

  • Mögliche Erhöhung des Risikos für Schlaganfälle und venöse Thromboembolien (niedrige Evidenz)

  • Wahrscheinliche Reduktion aller klinischen Frakturen (moderate Evidenz)

  • Wahrscheinlich kein relevanter Unterschied bei koronaren Ereignissen und Lungenkrebs

Östrogen-Monotherapie

Bei Frauen nach Hysterektomie wurde eine reine Östrogentherapie über durchschnittlich sieben Jahre evaluiert. Die Analyse zeigt folgende Resultate:

  • Wahrscheinliche Erhöhung des Risikos für Schlaganfälle und operationsbedürftige Gallenblasenerkrankungen (moderate Evidenz)

  • Wahrscheinliche Reduktion aller klinischen Frakturen (moderate Evidenz)

  • Wahrscheinlich kein relevanter Unterschied bei koronaren Ereignissen, venösen Thromboembolien und Brustkrebs (moderate Evidenz)

Risikovergleich der Therapieformen

Der Review stellt die relativen Risiken (RR) der beiden Therapieformen im Vergleich zu Placebo gegenüber.

Klinischer EndpunktKombinierte Hormontherapie (RR)Östrogen-Monotherapie (RR)
Koronare Ereignisse1,17 (kein relevanter Unterschied)0,94 (kein relevanter Unterschied)
Schlaganfall1,39 (mögliche Erhöhung)1,33 (wahrscheinliche Erhöhung)
Venöse Thromboembolie2,03 (mögliche Erhöhung)1,32 (kein relevanter Unterschied)
Brustkrebs1,27 (wahrscheinliche Erhöhung)0,79 (kein relevanter Unterschied)
Gallenblasenerkrankung (OP)1,64 (mögliche Erhöhung)1,78 (wahrscheinliche Erhöhung)
Klinische Frakturen0,78 (wahrscheinliche Reduktion)0,73 (wahrscheinliche Reduktion)

Limitationen der Evidenz

Die Autoren betonen, dass nur etwa 30 Prozent der Frauen zu Studienbeginn zwischen 50 und 59 Jahre alt waren. Dies ist jedoch die Altersgruppe, die am ehesten eine Hormontherapie wegen vasomotorischer Beschwerden in Betracht zieht.

Zudem spiegeln die untersuchten oralen Präparate möglicherweise nicht die Risiken moderner, in der heutigen klinischen Praxis verwendeter Hormontherapien wider.

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💡Praxis-Tipp

Die Ergebnisse des Reviews basieren überwiegend auf älteren, oralen Hormonpräparaten bei Frauen über 60 Jahren. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Daten das Risikoprofil moderner, transdermaler Hormontherapien bei jüngeren perimenopausalen Frauen möglicherweise nicht exakt abbilden. Eine differenzierte Aufklärung über das erhöhte Thromboembolie- und Brustkrebsrisiko bei kombinierter Therapie ist laut Evidenzlage dennoch essenziell.

Häufig gestellte Fragen

Laut Review erhöht eine kombinierte Hormontherapie aus Östrogen und Gestagen wahrscheinlich das Brustkrebsrisiko. Bei einer reinen Östrogentherapie nach Hysterektomie zeigte sich hingegen kein relevanter Unterschied im Vergleich zu Placebo.

Die Auswertung zeigt, dass sowohl die kombinierte Hormontherapie als auch die Östrogen-Monotherapie das Risiko für alle klinischen Frakturen wahrscheinlich reduzieren. Dies wird mit einer moderaten Evidenz bewertet.

Es wurde wahrscheinlich kein relevanter Unterschied hinsichtlich koronarer Ereignisse bei beiden Therapieformen festgestellt. Allerdings erhöhen laut den Daten beide Therapieformen das Risiko für Schlaganfälle, und die kombinierte Therapie steigert möglicherweise das Risiko für venöse Thromboembolien.

Die Autoren merken an, dass die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren sind. Sie basieren primär auf einer großen Studie mit oralen Präparaten bei älteren Frauen und spiegeln möglicherweise nicht die Risiken aktueller Therapiekonzepte wider.

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Quelle: Cochrane Review: Long-term hormone therapy for perimenopausal and postmenopausal women (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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