Vitamin D & Calcium zur Frakturprävention: USPSTF
📋Auf einen Blick
- •Die USPSTF rät von einer täglichen Supplementierung mit ≤400 IE Vitamin D und ≤1000 mg Calcium bei postmenopausalen Frauen ab (Grad D).
- •Für höhere Dosen bei postmenopausalen Frauen sowie generell für Männer und prämenopausale Frauen ist die Evidenz unzureichend (I-Statement).
- •Die kombinierte Einnahme von Vitamin D und Calcium erhöht das Risiko für Nierensteine.
- •Die Empfehlungen gelten nur für zu Hause lebende Erwachsene ohne bekannte Knochenstoffwechselstörungen oder vorherige Frakturen.
Hintergrund
Aufgrund der alternden Bevölkerung sind osteoporotische Frakturen eine zunehmend wichtige Ursache für Morbidität und Mortalität. Die Folgen insbesondere einer Hüftfraktur sind gravierend: Innerhalb eines Jahres können viele Patienten nicht mehr selbstständig gehen, über die Hälfte benötigt Hilfe bei alltäglichen Aktivitäten und 20 % bis 30 % der Patienten versterben.
Zielgruppe und Ausnahmen
Die Empfehlungen der USPSTF richten sich an zu Hause lebende Erwachsene (community-dwelling), die asymptomatisch sind.
Ausdrücklich ausgeschlossen von dieser Leitlinie sind Personen mit:
- Bekannten Störungen des Knochenstoffwechsels (z. B. Osteoporose oder Vitamin-D-Mangel)
- Einnahme von Medikamenten, die mit Osteoporose assoziiert sind (z. B. Langzeit-Steroide)
- Vorherigen osteoporotischen Frakturen
- Erhöhtem Sturzrisiko
- Aufenthalt in Pflegeheimen oder anderen institutionellen Einrichtungen
Empfehlungen zur Supplementierung
Die USPSTF bewertet die Evidenz zur primären Frakturprävention je nach Zielgruppe und Dosierung unterschiedlich:
| Zielgruppe | Dosierung | Empfehlung (USPSTF) |
|---|---|---|
| Postmenopausale Frauen | ≤ 400 IE Vitamin D + ≤ 1000 mg Calcium | Dagegen (Grad D) - Kein Nutzen belegt |
| Postmenopausale Frauen | > 400 IE Vitamin D + > 1000 mg Calcium | Unzureichende Evidenz (I-Statement) |
| Männer & prämenopausale Frauen | Alle Dosierungen | Unzureichende Evidenz (I-Statement) |
Risiken und Nebenwirkungen
Die USPSTF fand ausreichende Evidenz dafür, dass die kombinierte Supplementierung von Vitamin D und Calcium die Inzidenz von Nierensteinen erhöht. Vor einer Einnahme sollte dieses Risiko gegen einen potenziellen (aber bei gesunden Erwachsenen unzureichend belegten) Nutzen abgewogen werden.
💡Praxis-Tipp
Raten Sie gesunden, zu Hause lebenden postmenopausalen Frauen von einer niedrig dosierten Routine-Supplementierung (≤400 IE Vit D / ≤1000 mg Ca) zur primären Frakturprävention ab und klären Sie über das erhöhte Nierensteinrisiko auf.