CochraneIa2023

Typ-2-Diabetes im Ramadan: Hypoglykämie-Prävention

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Fasten im Ramadan stellt für Menschen mit Typ-2-Diabetes eine besondere Herausforderung dar. Obwohl chronisch Kranke vom Fasten ausgenommen sind, entscheiden sich viele dennoch dafür.

Durch die veränderte Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang steigt das Risiko für Komplikationen. Dazu gehören insbesondere Dehydratation und Hypoglykämien.

Gleichzeitig kann der abendliche Verzehr von kohlenhydrat- und zuckerreichen Mahlzeiten (Iftar) zu Hyperglykämien führen. Der vorliegende Cochrane Review (2023) untersucht die Evidenz verschiedener pharmakologischer und verhaltensbezogener Interventionen.

Empfehlungen

Der Review fasst die Evidenz zu verschiedenen Strategien zusammen, um das Fasten sicherer zu gestalten. Die generelle Vertrauenswürdigkeit der Evidenz wird als niedrig bis sehr niedrig eingestuft.

Pharmakologische Interventionen

Laut Meta-Analyse werden verschiedene Antidiabetika im Vergleich zu Sulfonylharnstoffen bewertet. Sulfonylharnstoffe sind bekanntermaßen mit einem höheren Hypoglykämierisiko assoziiert.

Folgende medikamentöse Umstellungen können das Risiko für nicht-schwere Hypoglykämien im Vergleich zu Sulfonylharnstoffen reduzieren:

  • Dipeptidylpeptidase-4-Hemmer (DPP-4-Hemmer) (niedrige Vertrauenswürdigkeit)

  • Natrium-Glukose-Cotransporter-2-Hemmer (SGLT-2-Hemmer) (niedrige Vertrauenswürdigkeit)

  • Glucagon-like Peptide-1-Analoga (GLP-1-Analoga) (niedrige Vertrauenswürdigkeit)

Intervention vs. SulfonylharnstoffeEffekt auf nicht-schwere HypoglykämienEvidenzgrad (GRADE)
DPP-4-HemmerReduziertes Risiko (RR 0,53)Niedrig
SGLT-2-HemmerReduziertes Risiko (RR 0,28)Niedrig
GLP-1-AnalogaReduziertes Risiko (RR 0,45)Niedrig
MeglitinideSehr unsicherer Effekt (RR 0,72)Sehr niedrig

Bei der Insulintherapie zeigt der Vergleich von Insulinanaloga mit biphasischem Insulin keinen eindeutigen Vorteil. Die Evidenz bezüglich der Hypoglykämierate ist hier sehr unsicher.

Verhaltensbezogene und strukturelle Maßnahmen

Neben der Medikamentenumstellung wurden auch nicht-pharmakologische Ansätze untersucht.

  • Telemedizinische Betreuung kann das Risiko für nicht-schwere Hypoglykämien im Vergleich zur Standardversorgung möglicherweise reduzieren.

  • Eine Ramadan-spezifische Patientenaufklärung zeigt in den vorliegenden Daten einen sehr unsicheren Effekt auf die Hypoglykämierate.

  • Eine generelle Dosisreduktion der Antidiabetika verringert möglicherweise das Hypoglykämierisiko, wobei die Evidenz sehr unsicher ist.

Schwere Komplikationen und Mortalität

Schwere Hypoglykämien traten in den untersuchten Studien insgesamt sehr selten auf. Es zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den verschiedenen Interventionen.

Auch bezüglich der Gesamtmortalität und anderer unerwünschter Ereignisse liefert der Review keine Hinweise auf klare Unterschiede. Die Datenlage zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität ist unzureichend.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes, die während des Ramadan fasten möchten, ist das Hypoglykämierisiko unter Sulfonylharnstoffen besonders hoch. Der Review legt nahe, dass eine temporäre Umstellung auf DPP-4-Hemmer, SGLT-2-Hemmer oder GLP-1-Analoga das Risiko für leichte Hypoglykämien reduzieren kann. Es wird betont, dass alle therapeutischen Entscheidungen aufgrund der schwachen Studienlage individuell abgewogen werden müssen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review reduzieren DPP-4-Hemmer, SGLT-2-Hemmer und GLP-1-Analoga das Risiko für nicht-schwere Hypoglykämien im Vergleich zu Sulfonylharnstoffen. Die Evidenz für diese Aussage ist jedoch von niedriger Vertrauenswürdigkeit.

Eine strukturierte Patientenaufklärung vor dem Ramadan wird in der Praxis oft eingesetzt. Der Review zeigt jedoch, dass die aktuelle Studienlage bezüglich einer messbaren Reduktion von Hypoglykämien durch Schulungen sehr unsicher ist.

In den untersuchten klinischen Studien traten schwere Hypoglykämien, die fremde Hilfe erforderten, insgesamt sehr selten auf. Es ließen sich keine klaren Unterschiede zwischen den verschiedenen Medikamentenklassen feststellen.

Die Auswertung der Daten deutet darauf hin, dass telemedizinische Betreuung das Risiko für leichte Hypoglykämien im Vergleich zur Standardversorgung reduzieren kann. Auch hier ist die Evidenzlage laut Review jedoch limitiert.

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Quelle: Cochrane Review: Interventions for people with type 2 diabetes mellitus fasting during Ramadan (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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