Süßstoffe bei Diabetes: Cochrane Review
Hintergrund
Nicht-nutritive Süßungsmittel (NNS) werden häufig von Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes als Ersatz für Zucker verwendet. Ziel ist es, die Kohlenhydrat- und Energiezufuhr zu steuern und das Gewichtsmanagement zu erleichtern.
Zu den zugelassenen NNS gehören unter anderem Aspartam, Cyclamat, Saccharin, Sucralose und Steviolglykoside. Trotz ihrer weiten Verbreitung in Diät-Produkten und als Tafelsüße gibt es Bedenken hinsichtlich möglicher negativer gesundheitlicher Folgen bei Langzeitkonsum.
Der vorliegende Cochrane Review (2020) untersucht die Auswirkungen von NNS auf klinisch relevante Endpunkte bei Diabetes mellitus. Die Analyse umfasst neun randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 979 Teilnehmern.
Empfehlungen
Der Review formuliert basierend auf der aktuellen Studienlage folgende Kernaussagen:
Vergleich der Interventionen
Die Analyse vergleicht nicht-nutritive Süßungsmittel (NNS) mit verschiedenen Kontrollgruppen. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz wird für alle Endpunkte als sehr niedrig eingestuft.
| Vergleich | Effekt auf HbA1c | Effekt auf Körpergewicht | Unerwünschte Ereignisse |
|---|---|---|---|
| NNS vs. Zucker | 0,4 % höher unter NNS | 0,1 kg niedriger unter NNS | Keine Daten |
| NNS vs. Placebo | Kein Unterschied (0 %) | 0,2 kg niedriger unter NNS | Kein signifikanter Unterschied |
| NNS vs. Tagatose | 0,3 % höher unter NNS | Keine Daten | Keine Daten |
Fehlende Endpunkte
Die Autoren betonen, dass die Studien methodische Mängel, kleine Stichprobengrößen und kurze Laufzeiten aufweisen. Es fehlen laut Review gänzlich Daten zu folgenden patientenrelevanten Endpunkten:
-
Gesundheitsbezogene Lebensqualität
-
Diabetes-Komplikationen
-
Gesamtmortalität
-
Sozioökonomische Auswirkungen
💡Praxis-Tipp
Es wird darauf hingewiesen, dass es aktuell keine belastbare Evidenz für einen klaren klinischen Nutzen von künstlichen Süßstoffen bei Diabetes mellitus gibt. In der Praxis sollte bedacht werden, dass der Austausch von Zucker durch Süßstoffe allein weder den HbA1c-Wert noch das Körpergewicht signifikant verbessert.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review gibt es keine Evidenz dafür, dass nicht-nutritive Süßstoffe den HbA1c-Wert im Vergleich zu Placebo oder Zucker verbessern. Die Datenlage hierzu ist von sehr niedriger Qualität.
Die Analyse zeigt keinen signifikanten Unterschied im Körpergewicht, wenn Süßstoffe mit Zucker oder Placebo verglichen werden. Es fehlen jedoch aussagekräftige Langzeitstudien.
Der Review konnte keine klaren Unterschiede bei den Nebenwirkungen zwischen Süßstoffen und Placebo feststellen. Allerdings fehlen Daten zu langfristigen Diabetes-Komplikationen und zur Gesamtmortalität.
In den eingeschlossenen Studien wurden unter anderem Aspartam, Saccharin, Natrium-Cyclamat, Sucralose und Steviolglykoside untersucht. Die Studiendauer betrug dabei maximal 10 Monate.
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Quelle: Cochrane Review: Non-nutritive sweeteners for diabetes mellitus (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.