IQWiG2026Onkologie

Trastuzumab deruxtecan: HER2+ Magenkarzinom Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des IQWiG aus dem Jahr 2026 bewertet den Zusatznutzen von Trastuzumab deruxtecan. Der Wirkstoff wird als Monotherapie bei erwachsenen Personen mit fortgeschrittenem HER2-positivem Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs (GEJ) eingesetzt.

Voraussetzung für die Behandlung ist, dass die Betroffenen bereits ein vorhergehendes Trastuzumab-basiertes Therapieschema erhalten haben. Die Bewertung vergleicht die Therapie mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie, bestehend aus Ramucirumab in Kombination mit Paclitaxel.

Grundlage der Nutzenbewertung ist die offene, randomisierte kontrollierte Studie DESTINY-Gastric04. In dieser wurde die Wirksamkeit und Sicherheit der beiden Behandlungsarme bei Personen mit einem ECOG-Performance-Status von 0 oder 1 untersucht.

Empfehlungen

Gesamtüberleben und Zusatznutzen

Laut IQWiG-Bericht zeigt sich für den Endpunkt Gesamtüberleben ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Trastuzumab deruxtecan.

In der Gesamtschau leitet das Institut einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber Ramucirumab plus Paclitaxel ab. Dieser Vorteil wird maßgeblich durch das verlängerte Gesamtüberleben getragen.

Nebenwirkungen und Lebensqualität

Die Bewertung der unerwünschten Ereignisse zeigt ein gemischtes Bild mit überwiegend positiven Effekten für die neue Therapie. Es wird ein geringerer Schaden bei folgenden Ereignissen festgestellt:

  • Abbruch wegen unerwünschter Ereignisse (bei Personen unter 65 Jahren)

  • Stomatitis und Epistaxis

  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

  • Erkrankungen des Nervensystems und der Nieren

Demgegenüber steht ein höherer Schaden bei spezifischen gastrointestinalen Nebenwirkungen. Die Auswertung zeigt signifikante Nachteile bei schwerer Übelkeit und Erbrechen.

Für die Endpunkte der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (erhoben mittels FACT-Ga) und der Morbidität lagen laut Bericht keine verwertbaren Daten vor.

Subgruppen-Effekte

Die Datenlage deutet auf eine Effektmodifikation durch das Alter hin. Für Personen unter 65 Jahren ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden beim Endpunkt Therapieabbruch wegen Nebenwirkungen.

Bei Personen ab 65 Jahren zeigt sich dieser Vorteil laut Bericht nicht. Hier ist ein höherer oder geringerer Schaden im Vergleich zur Kontrollgruppe nicht belegt.

Dosierung

Die Fachinformation und der Bericht definieren folgendes Dosierungsschema für Trastuzumab deruxtecan:

WirkstoffDosierungZyklusAnwendungshinweise
Trastuzumab deruxtecan6,4 mg/kg KörpergewichtAlle 3 Wochen (21 Tage)Intravenöse Infusion; Prämedikation gegen Übelkeit/Erbrechen zwingend erforderlich

Vor jeder Dosis wird eine antiemetische Prämedikation mit zwei oder drei Arzneimitteln empfohlen. Hierzu zählen beispielsweise Dexamethason in Kombination mit 5-HT3- oder NK1-Rezeptorantagonisten.

Bei Toxizität sind Dosisreduktionen auf 5,4 mg/kg oder 4,4 mg/kg Körpergewicht vorgesehen. Eine anschließende Dosiserhöhung ist nicht zulässig.

Kontraindikationen

Gemäß den Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung werden folgende Kontraindikationen und Warnhinweise hervorgehoben:

  • Überempfindlichkeit: Kontraindikation bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile.

  • Interstitielle Lungenerkrankung (ILD)/Pneumonitis: Bei Verdacht wird eine sofortige CT-Untersuchung empfohlen. Bei symptomatischer ILD (Grad 2 oder höher) muss die Therapie dauerhaft abgesetzt und eine Kortikosteroidbehandlung begonnen werden.

  • Kardiotoxizität: Vor und während der Therapie wird die Überwachung der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) empfohlen. Bei einer LVEF unter 40 % oder einem Abfall von mehr als 20 % ist das Medikament dauerhaft abzusetzen.

  • Hämatotoxizität: Es wird auf das Risiko einer Neutropenie hingewiesen. Vor jeder Dosis wird die Kontrolle des großen Blutbildes empfohlen.

  • Embryofetale Toxizität: Der Wirkstoff kann den Fetus schädigen. Eine zuverlässige Empfängnisverhütung wird während und nach der Therapie (Frauen: 7 Monate, Männer: 4 Monate) empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht betont die hohe Relevanz der antiemetischen Prämedikation, da Trastuzumab deruxtecan stark emetogen wirkt. Es wird empfohlen, vor jeder Infusion zwingend eine Kombinationstherapie aus zwei oder drei Antiemetika (z. B. Dexamethason plus 5-HT3-Antagonist) zu verabreichen. Zudem wird auf die strikte Überwachung pulmonaler Symptome hingewiesen, da eine interstitielle Lungenerkrankung (ILD) ein sofortiges Absetzen bei Grad 2 erfordert.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen im Vergleich zu Ramucirumab plus Paclitaxel. Dieser basiert primär auf einem signifikant verlängerten Gesamtüberleben.

Die empfohlene Dosis beträgt 6,4 mg/kg Körpergewicht. Sie wird als intravenöse Infusion alle drei Wochen verabreicht.

Laut Bewertung muss zuvor ein Trastuzumab-basiertes Therapieschema in der Erstlinientherapie erfolgt sein. Zudem muss ein dokumentierter HER2-positiver Tumorstatus vorliegen.

Der Wirkstoff ist stark emetogen. Es wird eine obligatorische Prämedikation mit einer Kombination aus zwei oder drei antiemetischen Arzneimitteln vor jeder Infusion empfohlen.

Ein dauerhafter Therapieabbruch wird unter anderem bei einer symptomatischer interstitiellen Lungenerkrankung (ab Grad 2) empfohlen. Ebenso wird das Absetzen bei einem signifikanten Abfall der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF unter 40 %) angeraten.

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Quelle: IQWiG A25-128 : Trastuzumab deruxtecan (Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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