Systemische Therapie: Indikationen und Nutzenbewertung
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht N14-02 aus dem Jahr 2017 untersucht die systemische Therapie als Psychotherapieverfahren bei Erwachsenen. Ziel der Untersuchung ist die Nutzenbewertung hinsichtlich patientenrelevanter Endpunkte bei verschiedenen psychischen Störungen.
Die systemische Therapie wird als Intervention in komplexe menschliche Systeme definiert. Sie berücksichtigt soziale, biologische und gesellschaftliche Aspekte bei der Entstehung psychischer Erkrankungen.
Die Bewertung basiert auf einer systematischen Literaturrecherche von randomisierten kontrollierten Studien. Es wurden insgesamt 33 Studien mit verwertbaren Daten zu neun verschiedenen Störungsbereichen eingeschlossen.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht weist darauf hin, dass für die systemische Therapie bei Erwachsenen keine Daten zu unerwünschten Ereignissen vorliegen. Es wird ärztlichem Personal nahegelegt, bei der Aufklärung über dieses Verfahren die bestehende Evidenzlücke bezüglich möglicher Schäden transparent zu kommunizieren. Zudem ist zu beachten, dass bei Angststörungen ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen im Vergleich zur psychodynamischen Langzeittherapie dokumentiert wurde.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht gibt es einen Hinweis auf einen Nutzen bei Schizophrenie und affektiven psychotischen Störungen sowie bei Zwangsstörungen. Bei depressiven Störungen, Essstörungen und körperlichen Erkrankungen liegt jeweils ein Anhaltspunkt für einen Nutzen vor.
Die Untersuchung liefert keinen Anhaltspunkt für einen Nutzen der systemischen Therapie bei Demenz. Dies bezieht sich auf den Vergleich mit keiner zusätzlichen Behandlung bei Begleitsymptomen wie Aggressivität oder ziellosem Herumirren.
Der Bericht stellt bei Angststörungen einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen im Vergleich zu einer psychodynamischen Langzeittherapie fest. Für eine abschließende Bewertung von unerwünschten Ereignissen fehlen der Untersuchung zufolge generell die Daten.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG N14-02: Systemische Therapie bei Erwachsenen als Psychotherapieverfahren (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung, nicht ärztlich geprüft. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
S3-Leitlinie/NVL Unipolare Depression - Evidenzbericht
IQWiG N18-02: Tumortherapiefelder zusätzlich zur derzeitigen Standardbehandlung beim Glioblastom als Erstlinientherapie - Rapid Report
IQWiG A21-91: Esketamin (Depression, Akutbehandlung) - Addendum zum Auftrag A21-25
IQWiG HT17-03: Suizidale Krisen bei unipolarer Depression: Welchen Einfluss haben nicht medikamentöse Maßnahmen auf deren Bewältigung
IQWiG S16-05: Screening auf Depression
IQWiG HT17-05: Angststörungen: Führt der ergänzende Einsatz der Eye Movement Desensitization and Reprocessing Therapie bei psychotherapeutischen
IQWiG HT22-02 : Generalisierte Angststörung: Helfen Apps Betroffenen bei der Bewältigung ihrer Erkrankung?
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen