Syphilis (Lues): Diagnostik, Therapie & Stufentherapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Syphilis ist eine sexuell übertragbare Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Treponema pallidum verursacht wird. Die Erkrankung verläuft in mehreren klinischen Stadien, beginnend mit einem schmerzlosen Primäraffekt, gefolgt von systemischen Manifestationen und einer Latenzphase.

Unbehandelt kann die Infektion zu schweren Spätkomplikationen wie der Neurosyphilis oder kardiovaskulären Schäden führen. Zudem erhöht eine Syphilis-Infektion das Risiko für die Übertragung und den Erwerb von HIV erheblich.

Die epidemiologischen Daten zeigen in den letzten Jahren einen Anstieg der Fallzahlen, insbesondere bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM). Die AWMF-Leitlinie bietet evidenzbasierte Empfehlungen für die Diagnostik, Stufentherapie und das Management spezieller Personengruppen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fallstrick in der Praxis ist die Fehlinterpretation serologischer Befunde bei behandelter Syphilis. Die Leitlinie weist darauf hin, dass treponemenspezifische Antikörper (wie TPHA/TPPA) oft lebenslang positiv bleiben und sich nicht zur Therapiekontrolle eignen. Es wird stattdessen empfohlen, den Therapieerfolg ausschließlich anhand des Abfalls der Lipoidantikörper-Titer (VDRL/RPR) zu beurteilen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist Penicillin das Mittel der Wahl und wird stadiengerecht dosiert. Bei einer Penicillinallergie wird empfohlen, eine Toleranzinduktion (Desensibilisierung) zu erwägen, da Alternativen wie Tetrazykline oder Makrolide kontraindiziert oder unzureichend wirksam sind.

Die Leitlinie empfiehlt zur Prophylaxe einer Jarisch-Herxheimer-Reaktion ab dem Sekundärstadium die einmalige Gabe von 1 mg Prednisolonäquivalent pro kg Körpergewicht. Dies sollte 30 bis 60 Minuten vor der ersten Antibiotikagabe erfolgen.

Eine Lumbalpunktion wird gemäß Leitlinie bei klinischen Zeichen einer Neurosyphilis (neurologische, psychiatrische, okuläre oder otogene Symptome) empfohlen. Zudem sollte sie bei HIV-koinfizierten Personen mit einer CD4-Zellzahl unter 200/µl auch bei fehlender Symptomatik erwogen werden.

Die Leitlinie gibt an, dass nach einer leitliniengerechten Penicillintherapie und dem Absinken des Penicillinspiegels unter die therapeutisch wirksame Konzentration (etwa 14 Tage nach Applikation) keine Kontagiosität mehr besteht. Unbehandelt sind insbesondere das Primär- und Sekundärstadium hochinfektiös.

Zur Therapiekontrolle wird laut Leitlinie die quantitative Bestimmung der Lipoidantikörper (VDRL oder RPR) empfohlen. Ein erfolgreicher Therapieverlauf zeigt sich durch einen Titerabfall um mindestens zwei Stufen innerhalb eines Jahres.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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