Sexuell übertragbare Infektionen: Diagnostik & Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Sexuell übertragbare Infektionen (STI) umfassen eine Vielzahl bakterieller, viraler und parasitärer Erreger. Da viele Infektionen asymptomatisch verlaufen, kommt der gezielten Diagnostik und Prävention eine entscheidende Rolle zu, um Spätfolgen wie Infertilität oder chronische Erkrankungen zu vermeiden.

Die AWMF-Leitlinie bietet einen strukturierten Handlungsrahmen für die Beratung, Diagnostik und Therapie von STI. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der empathischen, wertfreien Kommunikation sowie der risikoadaptierten Betreuung spezifischer Personengruppen wie Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), Sexarbeiterinnen und Jugendlichen.

Neben der Kuration akuter Infektionen zielt das Management auf die Unterbrechung von Infektionsketten ab. Hierbei spielen Impfprophylaxen, Präexpositionsprophylaxen (PrEP) sowie die strukturierte Partnerbenachrichtigung und -mitbehandlung eine zentrale Rolle.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, bei extragenitalen Abstrichen auf Neisseria gonorrhoeae mittels NAAT falsch-positive Ergebnisse durch apathogene Neisserien im Rachen zu übersehen. Es wird daher dringend empfohlen, positive NAAT-Ergebnisse aus oropharyngealen oder anorektalen Proben immer mit einem zweiten Test zu bestätigen. Zudem sollte vor Beginn einer antibiotischen Therapie der Gonorrhoe stets eine kulturelle Anzucht zur Resistenztestung angestrebt werden.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt für Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) und wechselnde Partner haben, ein STI-Screening im Abstand von 3 bis 6 Monaten. Dieses sollte Tests auf HIV, Syphilis, Gonokokken und Chlamydien umfassen.

Laut Leitlinie sind Nukleinsäure-Amplifikationstests (NAAT) die Methode der Wahl. Bei Männern wird Erststrahlurin empfohlen, während bei Frauen urogenitale Abstrichproben (zervikal oder vaginal) eine höhere Sensitivität aufweisen.

Als Therapie der ersten Wahl empfiehlt die Leitlinie die Gabe von Doxycyclin (100 mg zweimal täglich für 7 Tage). In der Schwangerschaft wird stattdessen eine Einmalgabe von 1,5 g Azithromycin empfohlen.

Aufgrund zunehmender Resistenzen empfiehlt die Leitlinie bei fehlendem Erregernachweis oder unbekannter Empfindlichkeit eine Kombinationstherapie aus Ceftriaxon (1-2 g i.v./i.m.) und Azithromycin (1,5 g p.o.). Eine Monotherapie mit Ceftriaxon wird nur bei isoliertem Nachweis und sicherer Adhärenz empfohlen.

Die Leitlinie empfiehlt den Beginn einer HIV-PEP so schnell wie möglich, idealerweise innerhalb von 24 Stunden, maximal jedoch bis zu 72 Stunden nach dem Expositionsereignis. Die Indikation richtet sich nach der Art des Kontakts und der Viruslast der Indexperson.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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