WHO2019

Strategischer Einkauf: Kriterien zur Governance-Analyse

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie (2019) präsentiert einen analytischen Rahmen zur Bewertung der Governance-Strukturen für die Einkaufsfunktion im Gesundheitswesen. Ziel ist es, politische Entscheidungsträger dabei zu unterstützen, bestehende Strukturen auf ihre Eignung für einen strategischen Einkauf zu prüfen.

Strategischer Einkauf bedeutet die aktive Nutzung von Instrumenten, um Gesundheitsbudgets effizient und gerecht in Leistungen umzuwandeln. Eine effektive Governance ist hierfür eine zwingende Voraussetzung, da sie die Koordination der Akteure und die rechtlichen Rahmenbedingungen sicherstellt.

Der Rahmen konzentriert sich primär auf obligatorische Krankenversicherungen und staatliche Gesundheitsprogramme. Er beleuchtet sowohl das übergeordnete System als auch die Ebene einzelner Einkaufsagenturen.

Empfehlungen

Das Dokument beschreibt einen strukturierten Bewertungsprozess in mehreren Schritten, um die Governance-Strukturen eines Landes zu analysieren.

Analyse des allgemeinen Governance-Kontexts

Zunächst wird eine Bewertung des breiteren politischen und sozioökonomischen Umfelds beschrieben. Dieses bestimmt den Handlungsspielraum für den strategischen Einkauf und beeinflusst die Machbarkeit von Reformen.

Die Leitlinie klassifiziert verschiedene Organisationsformen von Einkaufssystemen und deren spezifische Eigenschaften:

SystemtypMerkmaleHerausforderungen
Einzelner nationaler EinkäuferStarke finanzielle Hebelwirkung auf AnbieterPolitische Widerstände bei selektiver Vertragsgestaltung
Konkurrierende EinkäuferWahlfreiheit kann Effizienz fördernErfordert strenge Regulierung zur Sicherung der Gerechtigkeit
Nicht-konkurrierende EinkäuferAbdeckung verschiedener BevölkerungsgruppenErschwert einheitliche Informationssysteme
Kombination aus national/lokalErmöglicht lokale RechenschaftspflichtRisiko der Kostenverschiebung zwischen Ebenen

Governance des Gesundheitseinkaufssystems

Auf Systemebene umfasst die Governance laut Leitlinie die aktive Steuerung der Rollen und Beziehungen zwischen verschiedenen Einkäufern. Dies ist besonders in fragmentierten Systemen mit mehreren Kostenträgern relevant.

Zu den Kernaufgaben der System-Governance gehören:

  • Festlegung der strategischen Ausrichtung und Politikentwicklung

  • Koordination und Abstimmung zwischen den verschiedenen Akteuren

  • Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen und Regulierungen

Governance einer Einkaufsagentur

Für die Ebene der einzelnen Einkaufsagentur definiert das Dokument neun zentrale Governance-Anforderungen. Diese sollen sicherstellen, dass die Agentur strategisch agieren kann und nicht nur administrative Aufgaben erfüllt.

AnforderungIndikator für effektive Governance
Klare EntscheidungsregelnEindeutige Aufgabenteilung zwischen Ministerium, Aufsicht und Einkäufer
Mandat im öffentlichen InteresseKlar definierte, ausbalancierte Ziele wie finanzieller Schutz und Qualität
Ausreichende AutonomieBefugnis zur flexiblen Gestaltung von Zahlungsmechanismen und Verträgen
Effektive AufsichtUnabhängiges Gremium mit ausreichender Fachkompetenz
Stakeholder-BeteiligungEinbezug von Patienten, Leistungserbringern und Zivilgesellschaft
Kohärente RechenschaftspflichtKlare Berichtsstrukturen und Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit
Verbindliches BudgetGlaubwürdige Budgetgrenzen ohne Erwartung staatlicher Rettungsaktionen
Qualifizierte FührungTransparente, kompetenzbasierte Auswahl der Leitungsebene
Compliance-RegelnStrenge Vorgaben zur Mittelverwendung und Betrugsbekämpfung

Förderliche Faktoren

Die Leitlinie identifiziert zudem vier Faktoren, die eine effektive Governance für den strategischen Einkauf begünstigen. Diese betreffen sowohl die System- als auch die Agenturebene.

  • Verlässliche Daten für die strategische Planung und den operativen Betrieb

  • Ein effektives, interoperables Informationsmanagementsystem

  • Ausreichende Managementkapazitäten und Führungsqualitäten

  • Konstruktive Beziehungen zwischen Governance-Akteuren, Einkäufern und Stakeholdern

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass eine unklare Aufgabenteilung zwischen Gesundheitsministerium, Aufsichtsbehörden und Einkäufern häufig zu widersprüchlichen Entscheidungen führt. Es wird hervorgehoben, dass Einkaufsagenturen ausreichend Autonomie benötigen, um Zahlungsmechanismen flexibel zu gestalten, dies jedoch zwingend mit einer starken, fachlich kompetenten Aufsicht einhergehen muss.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie bedeutet strategischer Einkauf die aktive Nutzung von Instrumenten zur Verteilung von Gesundheitsbudgets. Ziel ist es, die Effizienz, Qualität und den gerechten Zugang zu Gesundheitsleistungen zu verbessern.

Das Ministerium übernimmt laut Dokument meist die übergeordnete Governance-Funktion. Es ist für die Festlegung der strategischen Ausrichtung, die Regulierung und die Koordination der verschiedenen Akteure zuständig.

Die Leitlinie führt an, dass eine Agentur Flexibilität benötigt, um Verträge und Zahlungsmechanismen an die Marktgegebenheiten anzupassen. Nur so können Anreize für eine bessere Leistungserbringung gesetzt werden.

Es wird empfohlen, eine breite Basis an Interessengruppen, einschließlich Patienten- und Bürgervertretungen, in Aufsichts- oder Beratungsgremien einzubinden. Dies soll eine ausgewogene Berücksichtigung aller Perspektiven sicherstellen.

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Quelle: Governance for strategic purchasing: An analytical framework to guide a country assessment (WHO, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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