WHO2025

STI-Versorgung: Prävention und Leitlinien-Empfehlungen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die globale Belastung durch sexuell übertragbare Infektionen (STI) ist hoch. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt für das Jahr 2020 rund 374 Millionen Neuinfektionen mit heilbaren STIs bei Personen zwischen 15 und 49 Jahren.

Um die globalen Ziele bis 2030 zu erreichen, müssen Präventions-, Diagnose- und Behandlungsangebote leichter zugänglich gemacht werden. Ein rechtzeitiger und effektiver Behandlungsbeginn ist entscheidend, um Infektionsketten zu unterbrechen.

Die Leitlinie fokussiert sich auf die Bereitstellung personenzentrierter Gesundheitsdienste. Sie zielt darauf ab, Barrieren im Gesundheitssystem abzubauen und die Versorgungsqualität für betroffene und gefährdete Populationen zu verbessern.

Empfehlungen

Die WHO-Leitlinie formuliert vier zentrale Empfehlungen zur Strukturierung von STI-Gesundheitsdiensten.

Dezentralisierung der Versorgung

Laut Leitlinie wird die Dezentralisierung von Diensten empfohlen, um den Zugang zu Prävention, Screening, Diagnose und Management von STIs zu verbessern (bedingte Empfehlung, niedrige Evidenz).

Qualitätsgesicherte STI-Dienste sollen über zentralisierte Einrichtungen hinaus angeboten werden.

Dies umfasst laut Dokument beispielsweise die primäre Gesundheitsversorgung, periphere Einrichtungen oder gemeindebasierte Dienste.

Integration in bestehende Dienste

Es wird empfohlen, STI-Dienste in andere Gesundheitsbereiche zu integrieren, sofern dies relevant und machbar ist (bedingte Empfehlung, niedrige Evidenz).

Die Leitlinie priorisiert dabei die Integration in die primäre Gesundheitsversorgung, HIV-Dienste sowie die Müttergesundheit.

Auch Familienplanungsdienste und andere Angebote der sexuellen und reproduktiven Gesundheit werden als geeignete Integrationspunkte genannt.

Task-Sharing und Aufgabenverteilung

Die Leitlinie schlägt vor, dass geschulte Gesundheitspraktiker STI-Dienste erbringen können (bedingte Empfehlung, niedrige Evidenz).

Zudem wird der Einsatz von kommunalen Gesundheitsarbeitern zur Unterstützung der Dienstleistungserbringung empfohlen.

Es wird betont, dass folgende Voraussetzungen für das Task-Sharing erfüllt sein müssen:

  • Etablierung von Qualitätssicherungsmechanismen

  • Regelmäßige und standardisierte Schulungen

  • Unterstützende Supervisionen und Mentoring-Systeme

Digitale Gesundheitsinterventionen

Der Einsatz digitaler Gesundheitsinterventionen wird als Ergänzung zu persönlichen STI-Gesundheitsdiensten empfohlen (bedingte Empfehlung, niedrige Evidenz).

Laut Leitlinie ist die Gewährleistung von Datensicherheit und Vertraulichkeit bei der Bereitstellung digitaler Dienste unerlässlich.

Selbstfürsorge-Interventionen (Self-Care)

Die Leitlinie verweist auf bestehende Empfehlungen zur Selbstentnahme von Proben für Gonorrhoe und Chlamydien (starke Empfehlung, moderate Evidenz).

Auch das Angebot von Syphilis-Selbsttests wird als zusätzlicher Ansatz für Testdienste aufgeführt (bedingte Empfehlung, niedrige Evidenz).

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, dass eine Dezentralisierung ohne ausreichende Qualitätssicherung zu Überverschreibungen und einer Zunahme von Antibiotikaresistenzen führen kann. Es wird daher betont, dass dezentrale Angebote spezialisierte STI-Zentren ergänzen und nicht ersetzen sollen. Zudem wird auf die Wichtigkeit formaler Überweisungssysteme für komplexe Fälle hingewiesen.

Häufig gestellte Fragen

Laut WHO-Leitlinie können Apotheken im Rahmen des Task-Sharings eine wichtige Rolle bei der Ausgabe von Tests und der Aufklärung spielen. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre und Stigmatisierung adressiert werden müssen.

Die Leitlinie empfiehlt nachdrücklich die Integration von STI-Screenings in die Müttergesundheit und Antenatalversorgung. Insbesondere das Screening auf Syphilis, Gonorrhoe und Chlamydien wird in Gebieten mit hoher Prävalenz als essenziell beschrieben.

Gemäß der Leitlinie können digitale Gesundheitsinterventionen die persönliche Versorgung ergänzen, beispielsweise durch Telemedizin, automatisierte Testplanung oder digitale Erinnerungen zur Therapieadhärenz. Die Gewährleistung der Datensicherheit wird dabei als zwingende Voraussetzung genannt.

Die WHO-Leitlinie führt auf, dass die Selbstentnahme von Proben als zusätzlicher Ansatz angeboten werden soll. Auch Syphilis-Selbsttests werden als Option zur Ausweitung der Testkapazitäten erwähnt.

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Quelle: Recommendations on the delivery of health services for the prevention and care of sexually transmitted infections (WHO, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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