Status epilepticus: Diagnostik und Stufentherapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-Leitlinie (S2k) zum Status epilepticus im Erwachsenenalter definiert die diagnostischen und therapeutischen Standards für diese neurologische Notfallsituation. Gemäß der Leitlinie wird jeder epileptische Anfall, der länger als 5 Minuten anhält, als Status epilepticus (SE) definiert und erfordert eine akute antiepileptische Behandlung.

Ebenso wird ein SE diagnostiziert, wenn zwei oder mehr aufeinanderfolgende Anfälle über einen Zeitraum von mehr als 5 Minuten auftreten, ohne dass der Patient dazwischen seinen neurologischen Ausgangszustand wiedererlangt. Die Klassifikation des SE sollte auf Basis der Semiologie (motorische Symptome, Bewusstseinsstörung), der Ätiologie, des EEG-Befundes und des Alters erfolgen.

Die Prognose und Mortalität hängen stark vom Alter, der zugrunde liegenden Ätiologie sowie der Schwere und Dauer des Status ab. Die Leitlinie betont, dass eine schnelle und ausreichend hoch dosierte medikamentöse Intervention entscheidend ist, um irreversible neuronale Schäden zu vermeiden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist die häufigste Fehlerquelle in der Initialtherapie des Status epilepticus die Gabe zu niedriger Benzodiazepin-Dosen (beispielsweise 2 mg statt der empfohlenen 4 mg Lorazepam). Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, dass Unterdosierungen mit verminderten Kontrollraten assoziiert sind und vor der Eskalation auf intravenöse Antiepileptika (Stufe 2) stets geprüft werden sollte, ob die initiale Benzodiazepingabe ausreichend hoch war.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie definiert jeden epileptischen Anfall, der länger als 5 Minuten anhält, als Status epilepticus. Auch zwei oder mehr aufeinanderfolgende Anfälle innerhalb von 5 Minuten, zwischen denen der Patient nicht seinen neurologischen Ausgangszustand erreicht, fallen unter diese Definition.

Als Erstlinientherapie werden Benzodiazepine empfohlen. Bei liegendem i.v.-Zugang gilt Lorazepam als Mittel der Wahl, während bei fehlendem Zugang intramuskuläres oder intranasales Midazolam empfohlen wird.

Bei einem Benzodiazepin-refraktären Status empfiehlt die Leitlinie den Wechsel auf Stufe 2 mit intravenösen Antiepileptika. Als Substanzen der ersten Wahl werden hierfür Levetiracetam, Valproat oder Fosphenytoin in ausreichend hoher Dosierung genannt.

Eine Intubation und intensivmedizinische Überwachung wird beim refraktären konvulsiven Status epilepticus (Stufe 3) empfohlen. Dies ist erforderlich, da in dieser Phase Anästhetika wie Propofol oder Thiopental zur Anfallsunterdrückung eingesetzt werden.

Während ein konvulsiver Status meist klinisch diagnostiziert wird, wird das EEG bei Verdacht auf einen nonkonvulsiven Status oder zur Abgrenzung von psychogenen Anfällen dringend empfohlen. Auf der Intensivstation (Stufe 3) sollte die Steuerung der Anästhetika unter kontinuierlichem EEG-Monitoring erfolgen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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