StatPearls2026

Infektionsprophylaxe nach sexuellem Übergriff: StatPearls

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Sexuelle Übergriffe bergen ein hohes Risiko für die Übertragung von sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Zu den häufigsten diagnostizierten Infektionen bei weiblichen Überlebenden zählen Chlamydien, Gonorrhö, bakterielle Vaginose und Trichomoniasis.

Eine frühzeitige Prävention ist entscheidend, da unbehandelte Infektionen zu langfristigen Komplikationen wie Beckenentzündungen (PID) oder Infertilität führen können. Die vorliegende StatPearls-Zusammenfassung basiert maßgeblich auf den aktuellen Richtlinien der Centers for Disease Control and Prevention (CDC).

Die Prävalenz von Infektionen und die Antibiotikaresistenzen unterliegen ständigen Veränderungen. Daher müssen bei der Wahl der geeigneten Therapie stets auch lokale epidemiologische Faktoren berücksichtigt werden.

Empfehlungen

Diagnostik und Screening

Laut Leitlinie wird bei Erwachsenen und Jugendlichen von routinemäßigen STI-Tests abgeraten. Der Grund hierfür ist, dass Abstriche häufig bereits vorbestehende Infektionen nachweisen, was für die forensische Untersuchung weniger relevant ist.

Eine Ausnahme bilden Kinder mit klinischen Symptomen einer STI. Hier kann der Nachweis einer Infektion als laborchemischer Beweis für einen Missbrauch dienen.

Bakterielle und parasitäre Prophylaxe

Da die Compliance für Nachsorgeuntersuchungen oft gering ist, wird eine kalkulierte antibiotische Therapie empfohlen. Die Leitlinie rät zur simultanen Behandlung von Gonorrhö, Chlamydien und Trichomoniasis.

Für die medikamentöse Prophylaxe gelten folgende Kernempfehlungen:

  • Ceftriaxon intramuskulär zur Prävention einer aktiven Gonorrhö und inkubierenden Syphilis

  • Doxycyclin oral als Mittel der ersten Wahl gegen Chlamydien

  • Metronidazol oder Tinidazol als Einmaldosis gegen Trichomoniasis

Virale Postexpositionsprophylaxe (PEP)

Es wird empfohlen, den Hepatitis-B-Impfstatus zu erheben und bei unklarem Status eine serologische Testung durchzuführen. Bei ungeimpften Personen sollte die Impfung idealerweise innerhalb von 24 Stunden nach dem Übergriff begonnen werden.

Eine HPV-Impfung wird für weibliche Überlebende im Alter von 9 bis 26 Jahren und männliche Überlebende von 9 bis 21 Jahren empfohlen, sofern diese unvollständig geimpft sind.

Die Einleitung einer HIV-PEP wird innerhalb von 72 Stunden empfohlen, insbesondere wenn ein signifikantes Übertragungsrisiko besteht. Die Entscheidung zur HIV-PEP sollte individuell und in Absprache mit der betroffenen Person getroffen werden.

Nachsorge

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer strukturierten Nachsorge, da die Follow-up-Raten historisch niedrig sind. Es werden folgende Kontrollintervalle empfohlen:

  • Nach 1 bis 2 Wochen für wiederholte STI-Tests bei unvollständiger Initialtherapie

  • Nach 4 bis 6 Wochen für serologische Kontrollen

  • Nach 3 bis 6 Monaten für abschließende Tests auf HIV, Hepatitis B und C sowie Syphilis

Dosierung

Bakterielle und parasitäre Prophylaxe

IndikationMedikamentDosierungDauer
GonorrhöCeftriaxon500 mg i.m.Einmaldosis
Chlamydien (1. Wahl)Doxycyclin100 mg p.o. (2x täglich)7 Tage
Chlamydien (Alternative)Azithromycin1 g p.o.Einmaldosis
Chlamydien (Alternative)Levofloxacin500 mg p.o. (1x täglich)7 Tage
TrichomoniasisMetronidazol oder Tinidazol2 g p.o.Einmaldosis
Pelvic Inflammatory Disease (PID)Ceftriaxon + Doxycyclin + Metronidazol500 mg i.m. (Ceftriaxon) + je 100/500 mg p.o. 2x tgl.14 Tage (orale Med.)

HIV Postexpositionsprophylaxe (PEP)

TherapieregimeMedikamentenkombinationDosierung
Bevorzugtes RegimeTenofovir disoproxil fumarat + Emtricitabin PLUS Raltegravir400 mg (Raltegravir) 2x täglich
Bevorzugtes Regime (Alternative)Tenofovir disoproxil fumarat + Emtricitabin PLUS Dolutegravir50 mg (Dolutegravir) 1x täglich

Kontraindikationen

Dolutegravir kann potenziell Neuralrohrdefekte verursachen. Es wird empfohlen, dieses Medikament bei Frauen im gebärfähigen Alter zu vermeiden.

Therapieregime mit Cobicistat können während der Schwangerschaft zu verringerten Wirkstoffspiegeln führen. Sie sollten bei Personen mit Kinderwunsch nicht eingesetzt werden.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass die Einmaldosis von Metronidazol häufig zu Übelkeit und Erbrechen führt, was die Absorption anderer prophylaktischer Medikamente oder der Notfallkontrazeption gefährden kann. Es wird daher empfohlen, den Betroffenen das Metronidazol für die Einnahme zu Hause mitzugeben. So kann es mit einem zeitlichen Abstand von mehreren Stunden eingenommen werden, nachdem die anderen Medikamente sicher resorbiert wurden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird die Einleitung einer HIV-Postexpositionsprophylaxe (PEP) innerhalb von 72 Stunden nach dem Übergriff empfohlen. Ein möglichst früher Beginn wird angeraten, um die Wirksamkeit zu maximieren.

Als Mittel der ersten Wahl wird orales Doxycyclin (100 mg zweimal täglich für 7 Tage) empfohlen. Alternativ können Azithromycin als Einmaldosis oder Levofloxacin über 7 Tage eingesetzt werden.

Bei Erwachsenen und Jugendlichen wird von routinemäßigen Abstrichen abgeraten, da diese oft nur vorbestehende Infektionen nachweisen. Stattdessen wird eine kalkulierte prophylaktische Mitbehandlung der häufigsten Erreger empfohlen.

Es wird empfohlen, die Hepatitis-B-Impfung idealerweise innerhalb von 24 Stunden nach dem Übergriff zu beginnen. Ist der Täter nachweislich Hepatitis-B-positiv, wird zusätzlich die Gabe von Hepatitis-B-Immunglobulin (HBIG) angeraten.

Die Leitlinie empfiehlt eine erste Kontrolle nach 1 bis 2 Wochen. Weitere serologische Untersuchungen auf HIV, Hepatitis und Syphilis sollten nach 4 bis 6 Wochen sowie nach 3 bis 6 Monaten erfolgen.

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Quelle: StatPearls: Sexual Assault Infectious Disease Prophylaxis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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