StatPearls2026

Retropharyngealabszess: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Zusammenfassung beschreibt den Retropharyngealabszess als eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Infektion. Sie betrifft primär Kinder unter fünf Jahren infolge eines vorangegangenen oberen Atemwegsinfekts, kann aber auch bei Erwachsenen nach einem Trauma des posterioren Pharynx auftreten.

Die Eiteransammlung befindet sich im retropharyngealen Raum zwischen der Fascia buccopharyngealis und der Fascia alaris. Unbehandelt kann die Größenzunahme des Abszesses zu einer Verlegung der oberen Atemwege und zur Asphyxie führen.

Typische Erreger sind polymikrobielle Mischinfektionen, darunter Gruppe-A-Streptokokken, Staphylococcus aureus, Fusobacterium und Haemophilus. Zu den Risikofaktoren zählen eine schlechte Mundhygiene, Diabetes mellitus und Immunschwäche.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie:

Klinische und laborchemische Diagnostik

Bei Verdacht auf einen Retropharyngealabszess wird eine äußerst vorsichtige Untersuchung des Oropharynx empfohlen. Diese sollte laut Leitlinie in Trendelenburg-Lagerung und mit bereiter Absaugung erfolgen, da eine Ruptur des Abszesses zu einer Aspiration führen kann.

Es wird die Abnahme von Blutbild, Entzündungsparametern (BSG oder CRP) sowie aeroben und anaeroben Blutkulturen empfohlen. Bei Kindern mit Atemnot sollte die Blutentnahme jedoch verschoben werden, falls die Aufregung die Atemwegsobstruktion verschlechtern könnte.

Bildgebung

Die Leitlinie empfiehlt die Computertomografie (CT) des Halses mit intravenösem Kontrastmittel als Goldstandard. Bei Verdacht auf eine Atemwegsverlegung muss während der Untersuchung ein in der Atemwegssicherung erfahrener Arzt anwesend sein.

Als strahlungsfreie Alternative wird bei Kindern primär der Ultraschall empfohlen. Eine seitliche Halsröntgenaufnahme kann initial hilfreich sein, wobei eine Weichteilbreite von über 20 mm auf Höhe C6 auf einen Abszess hindeutet.

Konservative und chirurgische Therapie

Es wird eine stationäre Aufnahme mit intravenöser Breitbandantibiose und einer HNO-ärztlichen Vorstellung empfohlen. Bei Patienten ohne schwere Atemnot ist ein initialer konservativer Therapieversuch über 24 bis 48 Stunden indiziert.

Eine chirurgische Inzision und Drainage wird in folgenden Fällen empfohlen:

  • Sofort bei Vorliegen einer Atemwegsverlegung

  • Bei fehlender klinischer Besserung nach 24 bis 48 Stunden intravenöser Antibiose

  • Bei einer Abszessgröße von mehr als 2 bis 2,5 cm

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende spezifische Dosierungsschemata für die antibiotische Therapie:

MedikamentDosisIndikation / Phase
Ampicillin-Sulbactam50 mg/kg alle 6 StundenInitiale intravenöse Therapie
Clindamycin (IV)15 mg/kg alle 8 StundenInitiale intravenöse Therapie
Vancomycin oder Linezolidindividuell nach KlinikBei Sepsis oder Therapieversagen
Amoxicillin-Clavulansäure45 mg/kg alle 12 StundenOrale Erhaltungstherapie (für 14 Tage)
Clindamycin (Oral)13 mg/kg alle 8 StundenOrale Erhaltungstherapie (für 14 Tage)

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor einer unvorsichtigen Untersuchung des posterioren Pharynx. Eine unbedachte Palpation oder Sondierung birgt das Risiko einer Abszessruptur mit nachfolgender Aspiration und Pneumonitis.

Zudem wird davor gewarnt, bei unruhigen Kindern mit beginnender Atemwegsobstruktion sofortige Blutentnahmen zu erzwingen. Die dadurch ausgelöste Angst kann zu einer akuten respiratorischen Dekompensation führen.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie sollte bei Patienten mit respiratorischer Notlage auf eine oropharyngeale Untersuchung in der Notaufnahme verzichtet werden, um eine Irritation der Atemwege zu vermeiden. Falls eine Untersuchung zwingend erforderlich ist, wird eine Durchführung in Trendelenburg-Lagerung mit sofort griffbereiter Absaugeinheit empfohlen, um bei einer spontanen Abszessruptur eine Aspiration zu verhindern.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie nennt Dysphagie, Nackensteifigkeit, eine kloßige Sprache ("hot potato voice"), Trismus und eine Weigerung, den Hals zu strecken. Im fortgeschrittenen Stadium treten Zeichen der Atemwegsobstruktion wie Stridor und Tachypnoe auf.

Aufgrund der fehlenden Strahlenbelastung und der hohen Sensitivität wird bei Kindern der Ultraschall bevorzugt. Die Computertomografie mit Kontrastmittel bleibt jedoch der allgemeine Goldstandard.

Eine Umstellung auf orale Antibiotika wird empfohlen, sobald der Patient eine klinische Besserung zeigt und für mindestens 24 Stunden fieberfrei ist. Die orale Therapie sollte anschließend für 14 Tage fortgeführt werden.

Die Leitlinie empfiehlt eine interdisziplinäre Betreuung. Diese sollte HNO-Heilkunde, Anästhesie, Intensivmedizin, Pädiatrie und Infektiologie umfassen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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