StatPearls2026

Pulselose elektrische Aktivität (PEA): StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die pulselose elektrische Aktivität (PEA), auch als elektromechanische Entkoppelung bezeichnet, ist ein klinischer Zustand, der durch Bewusstlosigkeit und fehlenden Tastpuls trotz ausreichender elektrischer Herzaktion gekennzeichnet ist. Laut der StatPearls-Leitlinie bedeutet eine vorhandene elektrische Aktivität nicht zwingend, dass eine ausreichende mechanische Kontraktion stattfindet.

Es wird zwischen einer echten PEA und einer Pseudo-PEA unterschieden. Bei der Pseudo-PEA liegen noch schwache ventrikuläre Kontraktionen und messbare Aortendrücke vor, die jedoch keinen tastbaren Puls erzeugen.

Die Ursachen werden in primäre (kardiale) und sekundäre (nicht-kardiale) Faktoren unterteilt. Die Leitlinie betont, dass primäre Ursachen oft auf einer Erschöpfung der myokardialen Energiereserven beruhen und schlecht auf Therapien ansprechen. Respiratorisches Versagen mit resultierender Hypoxie ist für etwa die Hälfte aller PEA-Fälle verantwortlich.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Evaluation und Behandlung:

Diagnostik und Evaluation

Laut Leitlinie wird eine schnelle Evaluation mittels Elektrokardiogramm (EKG), arterieller Blutgasanalyse (BGA) und Bestimmung der Serumelektrolyte empfohlen. Zudem wird zur Ursachenklärung die Durchführung einer Echokardiografie, eines Röntgenthorax und die Messung der Körperkerntemperatur angeraten.

Ursachensuche (5 Hs und 5 Ts)

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit, parallel zur Reanimation nach reversiblen Ursachen zu suchen. Diese werden klassisch als die "5 Hs und 5 Ts" zusammengefasst:

  • Hypovolämie, Hypoxie, Hydrogenionen (Azidose), Hypo-/Hyperkaliämie, Hypothermie

  • Spannungspneumothorax (Tension pneumothorax), Trauma, Tamponade, Thrombose (pulmonal), Thrombose (koronar)

Akuttherapie und Reanimation

Gemäß den Advanced Cardiac Life Support (ACLS) Protokollen wird der sofortige Beginn von Herzdruckmassagen empfohlen. Die medikamentöse Therapie umfasst laut Leitlinie:

  • Epinephrin alle 3 bis 5 Minuten intravenös oder intraossär

  • Nach jeder Dosis eine Spülung mit 20 ml Flüssigkeit und das Anheben des Arms für 10 bis 20 Sekunden

  • Atropin bei Vorliegen einer Bradykardie mit Hypotension

Spezifische Interventionen

Sobald eine reversible Ursache identifiziert ist, wird eine zielgerichtete Therapie empfohlen. Dazu zählen laut Leitlinie die Entlastung eines Pneumothorax, die Perikardpunktion bei Tamponade oder die Volumengabe bei Hypovolämie. Bei schweren, refraktären Fällen oder Thoraxtraumata kann eine Thorakotomie oder der Einsatz von Kreislaufunterstützungssystemen (z. B. ECMO) erwogen werden.

Dosierung

MedikamentDosierungIndikation / Bemerkung
Epinephrin1 mg IV/IO alle 3-5 Min.Standardtherapie bei PEA; nach Gabe 20 ml Spülung
Epinephrin (Endotracheal)2 mg in 10 ml NaClAlternative bei fehlendem IV/IO-Zugang
Atropin1 mg IV alle 3-5 Min. (max. 3 Dosen)Nur bei PEA mit Bradykardie und Hypotension
Natriumbicarbonat1 mEq/kgNur bei schwerer Azidose, Hyperkaliämie oder TCA-Intoxikation

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor der routinemäßigen Verabreichung von Natriumbicarbonat. Es wird darauf hingewiesen, dass dies die intrazelluläre und intrazerebrale Azidose verschlechtern kann, ohne die Mortalität positiv zu beeinflussen. Zudem wird erwähnt, dass höhere Dosen von Epinephrin bei den meisten Patienten das Überleben oder neurologische Outcome nicht verbessern und daher vermieden werden sollten (Ausnahme: Überdosierung von Betablockern oder Calciumkanalblockern).

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass Patienten unter einer Therapie mit Betablockern oder Calciumkanalblockern besonders anfällig für die Entwicklung einer pulselosen elektrischen Aktivität sind und oft therapierefraktär reagieren. Zudem wird daran erinnert, dass Atropin eine Pupillenerweiterung verursachen kann, weshalb die Pupillenreaktion nach der Gabe nicht mehr zur neurologischen Beurteilung herangezogen werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie stehen die 5 Hs für Hypovolämie, Hypoxie, Hydrogenionen (Azidose), Hypo-/Hyperkaliämie und Hypothermie. Die 5 Ts umfassen Spannungspneumothorax, Trauma, Tamponade, pulmonale Thrombose und koronare Thrombose.

Die Leitlinie empfiehlt die Gabe von 1 mg Epinephrin (Adrenalin) intravenös oder intraossär alle 3 bis 5 Minuten. Höhere Dosen werden routinemäßig nicht empfohlen, da sie das Outcome meist nicht verbessern.

Gemäß der Leitlinie ist Natriumbicarbonat nur bei schwerer systemischer Azidose, Hyperkaliämie oder einer Überdosierung mit trizyklischen Antidepressiva indiziert. Eine routinemäßige Gabe wird abgelehnt, da sie die intrazelluläre Azidose verschlechtern kann.

Bei einer echten PEA fehlt jegliche mechanische Herzaktion trotz elektrischer Impulse. Die Leitlinie beschreibt die Pseudo-PEA als Zustand, bei dem noch schwache ventrikuläre Kontraktionen und Aortendrücke vorhanden sind, die aber keinen tastbaren Puls erzeugen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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