Pulselose ventrikuläre Tachykardie: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die pulselose ventrikuläre Tachykardie (pVT) ist eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung. Laut der StatPearls-Zusammenfassung führen extrem schnelle, ineffektive Kammerkontraktionen zu einem drastischen Abfall des Herzzeitvolumens und einem Kreislaufstillstand.
Die häufigste Ursache für eine pVT ist eine strukturelle Herzerkrankung, insbesondere die kardiale Ischämie nach einem Myokardinfarkt. Weitere Auslöser umfassen Elektrolytstörungen, angeborene Kanalopathien sowie QT-Zeit-verlängernde Medikamente.
Die Prognose hängt stark von der Zeit bis zur Defibrillation ab. Jede Minute Verzögerung verringert die Überlebenschance um etwa 10 Prozent, weshalb eine sofortige Intervention zwingend erforderlich ist.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das Management der pulselosen ventrikulären Tachykardie:
Diagnostik
Jede Breitkomplextachykardie wird laut Leitlinie als ventrikuläre Tachykardie behandelt, bis das Gegenteil bewiesen ist.
Die Diagnose stützt sich auf das Fehlen eines tastbaren Pulses und spezifische EKG-Kriterien. Dazu gehören eine Herzfrequenz von über 100 Schlägen pro Minute, ein breiter QRS-Komplex (größer als 0,12 Sekunden) und eine atrioventrikuläre (AV) Dissoziation.
Akuttherapie und Defibrillation
Es wird eine sofortige elektrische Kardioversion empfohlen, da eine Verzögerung von mehr als zwei Minuten die Überlebensrate signifikant senkt.
Die Leitlinie nennt folgende Energiedosen für die Defibrillation:
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150 bis 200 Joule bei Verwendung von biphasischen Geräten
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360 Joule bei Verwendung von monophasischen Geräten
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Bei einer Serie von Schocks sollte jeder folgende Schock mit einer höheren Energie abgegeben werden
Nach der ersten Schockabgabe sollen sofort 5 Zyklen der kardiopulmonalen Reanimation (CPR) durchgeführt werden. Ein Zyklus besteht aus 30 Thoraxkompressionen gefolgt von 2 Beatmungen.
Medikamentöse Therapie
Während der Reanimation wird die intravenöse Gabe von Vasopressoren und Antiarrhythmika empfohlen. Amiodaron gilt als das am besten untersuchte Medikament zur Prävention des plötzlichen Herztodes in diesem Kontext.
Post-Resuscitation Care
Bei nicht ansprechbaren Personen nach Rückkehr des Spontankreislaufs (ROSC) wird eine gezielte Temperaturkontrolle (32 bis 34 °C für 24 Stunden) empfohlen, um die neurologische Erholung zu fördern.
Zudem sollte bei jedem Fall einer pVT ein akuter Myokardinfarkt vermutet werden. Es wird empfohlen, eine zeitnahe Koronarangiographie mit möglicher perkutaner Koronarintervention (PCI) zu erwägen.
Zur Primär- und Sekundärprävention wird die Implantation eines Kardioverter-Defibrillators (ICD) empfohlen, da dies die Mortalität im Vergleich zu einer rein medikamentösen Therapie senkt.
Dosierung
Die Leitlinie nennt folgende Dosierungen für die medikamentöse Therapie während der Reanimation:
| Medikament | Dosierung | Indikation / Bemerkung |
|---|---|---|
| Epinephrin | 1 mg IV alle 3 bis 5 Minuten | Vasopressor-Therapie während der CPR |
| Vasopressin | 40 Einheiten IV einmalig | Alternative zu Epinephrin |
| Amiodaron | Keine genaue Dosisangabe im Text | Antiarrhythmikum der Wahl zur Prävention des plötzlichen Herztodes |
Kontraindikationen
Die Leitlinie rät ausdrücklich von einer fibrinolytischen Therapie während der kardiopulmonalen Reanimation bei pulseloser ventrikulärer Tachykardie ab.
💡Praxis-Tipp
Laut StatPearls-Artikel ist jede Verzögerung der Defibrillation um mehr als 2 Minuten mit einem drastischen Abfall der Überlebensrate verbunden. Es wird nachdrücklich betont, dass jede Breitkomplextachykardie als ventrikuläre Tachykardie zu behandeln ist, bis zweifelsfrei eine andere Diagnose gesichert wurde.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird eine Energie von 150 bis 200 Joule bei biphasischen Defibrillatoren empfohlen. Bei monophasischen Geräten liegt die empfohlene Energie bei 360 Joule.
Typische Zeichen sind eine Herzfrequenz über 100 Schläge pro Minute, ein verbreiterter QRS-Komplex (über 120 Millisekunden) sowie eine AV-Dissoziation. Zudem können Fusions- oder Capture-Schläge auftreten.
Ja, es wird eine therapeutische Hypothermie auf 32 bis 34 Grad Celsius für 24 Stunden empfohlen. Dies gilt für Personen, die nach der Rückkehr eines normalen Rhythmus nicht ansprechbar sind.
Der Text warnt vor Medikamenten, die die QT-Zeit verlängern. Dazu gehören unter anderem Makrolid-Antibiotika, Fluorchinolone, Haloperidol, Methadon und bestimmte Antiemetika wie Ondansetron.
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Quelle: StatPearls: Pulseless Ventricular Tachycardia (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.