Pectoralis-major-Ruptur: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die Pectoralis-major-Ruptur ist eine seltene Verletzung, die vorwiegend junge, körperlich aktive Männer im dritten und vierten Lebensjahrzehnt betrifft. Sie tritt häufig beim Gewichtheben, insbesondere beim Bankdrücken, auf und wird in der Literatur auch mit der Einnahme von anabolen Steroiden in Verbindung gebracht.
Der Verletzungsmechanismus beruht meist auf einer übermäßigen Spannung bei maximal exzentrisch kontrahiertem Muskel. Dies geschieht typischerweise in der Abwärtsbewegung beim Bankdrücken, wenn sich der Arm in den letzten 30 Grad der humeralen Extension und Außenrotation befindet.
Am häufigsten kommt es zu Sehnenabrissen direkt am Ansatzbereich des Muskels. Seltener treten Risse am myotendinösen Übergang durch ein direktes Trauma auf.
Empfehlungen
Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur Evaluation und Behandlung:
Klinische Untersuchung
Laut Leitlinie berichten Betroffene typischerweise von einem reißenden Gefühl oder einem hörbaren Knall ("Pop"), begleitet von einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung. Es wird empfohlen, bei der Inspektion auf Schwellungen, Ekchymosen und eine asymmetrische mediale Prominenz des Muskelbauchs zu achten.
Ein Ausdünnen oder ein kompletter Verlust der vorderen Axillarfalte ist ein typisches klinisches Zeichen. Dieser Befund kann laut Leitlinie durch eine Abduktion des Arms auf 90 Grad demaskiert und akzentuiert werden.
Bildgebende Diagnostik
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Röntgenaufnahmen werden empfohlen, um knöcherne Ausrisse (in 2 bis 5 % der Fälle) oder andere Pathologien auszuschließen.
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Der Ultraschall bietet eine schnelle Verfügbarkeit, wird jedoch aufgrund einer potenziell hohen Falsch-Negativ-Rate kontrovers diskutiert.
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Die Magnetresonanztomographie (MRT) gilt als Bildgebungsmodalität der Wahl, um das Ausmaß und die Lokalisation der Verletzung präzise zu beurteilen.
Klassifikation
Die Leitlinie nutzt das System nach Tietjen (1980) zur Einteilung der Verletzungsschwere und -lokalisation:
| Typ | Schweregrad | Lokalisation / Spezifikation |
|---|---|---|
| Typ I | Muskelkontusion und Zerrung | Nicht spezifisch |
| Typ II | Partielle Ruptur | Nicht spezifisch |
| Typ III A | Komplette Ruptur | Sternoklavikulärer Ursprung |
| Typ III B | Komplette Ruptur | Muskelbauch |
| Typ III C | Komplette Ruptur | Myotendinöser Übergang |
| Typ III D | Komplette Ruptur | Insertion (Ansatz) |
Therapie und Rehabilitation
Die Wahl der Therapie hängt von der Schwere der Verletzung und dem angestrebten Aktivitätsniveau der betroffenen Person ab.
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Für komplette Rupturen bei aktiven Personen wird primär ein operatives Vorgehen empfohlen, da dies zu einer besseren funktionellen Erholung führt.
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Die konservative Initialtherapie umfasst Ruhe, Kühlung, Analgesie und die Ruhigstellung in einer Schlinge mit adduziertem und innenrotiertem Arm.
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Passive und aktive Bewegungsübungen sollten innerhalb der ersten zwei Wochen beginnen und über sechs Wochen zur vollen Beweglichkeit gesteigert werden.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie wird die Diagnose einer Pectoralis-major-Ruptur in der Akutphase häufig durch Schwellungen, intakte Faszien oder den unverletzten klavikulären Muskelkopf maskiert. Es wird darauf hingewiesen, dass eine anhaltende Schwäche und Asymmetrie nach Abklingen der initialen Symptome ein starker Indikator für eine schwerere Verletzung ist. Eine verzögerte Vorstellung ist in der Praxis häufig, da Betroffene die Verletzung initial oft als einfache Zerrung fehleinschätzen.
Häufig gestellte Fragen
Die Verletzung entsteht meist durch übermäßige Spannung auf den maximal exzentrisch kontrahierten Muskel. Dies passiert laut Leitlinie klassischerweise bei der Abwärtsbewegung beim Bankdrücken unter schwerem Widerstand.
Die Magnetresonanztomographie (MRT) wird als Bildgebungsmodalität der Wahl angesehen. Sie ermöglicht eine zuverlässige Unterscheidung zwischen akuten und chronischen sowie partiellen und kompletten Rupturen.
Ein operatives Vorgehen wird insbesondere bei kompletten Rupturen und bei Personen mit hohem sportlichem oder beruflichem Aktivitätsniveau empfohlen. Die chirurgische Versorgung erzielt laut Studienlage bessere funktionelle Ergebnisse und eine höhere Maximalkraft.
Die initiale konservative Therapie besteht aus Ruhigstellung in einer Schlinge (Arm in Adduktion und Innenrotation), Kühlung und Schmerztherapie. Anschließend erfolgt ein strukturierter Aufbau der Beweglichkeit und Kraft über mehrere Monate.
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Quelle: StatPearls: Pectoralis Major Tear (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.