Pectoralis Major Anatomie und Ruptur: StatPearls
Hintergrund
Der Musculus pectoralis major ist der größte Muskel der vorderen Brustwand. Er besteht aus zwei Köpfen (Pars clavicularis und Pars sternocostalis) und ist für die Flexion, Adduktion und Innenrotation des Armes im Schultergelenk verantwortlich.
Die embryologische Entwicklung erfolgt aus dem Mesoderm. Eine angeborene Fehlbildung stellt das Poland-Syndrom dar, welches durch ein unilaterales Fehlen des Muskels gekennzeichnet ist.
Die Blutversorgung erfolgt über die Arteria pectoralis aus dem Truncus thoracoacromialis. Die Innervation wird durch die Nervi pectorales medialis und lateralis aus dem Plexus brachialis gewährleistet.
Empfehlungen
Die StatPearls-Übersicht beschreibt folgende klinische und chirurgische Aspekte des Musculus pectoralis major:
Chirurgische Bedeutung
Der Muskel wird aufgrund seiner guten Vaskularisation häufig als myokutaner Lappenplastik bei der Rekonstruktion von Kopf-Hals-Defekten verwendet. Bei Brustoperationen besteht laut Text das Risiko einer Nervenverletzung, was zu Denervierung und Atrophie führen kann.
Zudem werden Pektoralis-Nervenblöcke zunehmend zur postoperativen Analgesie eingesetzt. Sie gelten als weniger invasiv im Vergleich zu paravertebralen oder neuraxialen Blockaden.
Diagnostik von Rupturen
Pektoralis-Rupturen treten fast ausschließlich bei Männern zwischen 20 und 40 Jahren auf. Etwa die Hälfte der Verletzungen entsteht beim Gewichtheben, wenn der Arm unter Belastung extendiert und außenrotiert ist.
Bei der Untersuchung zeigen sich typischerweise Schwellungen, Hämatome und eine Druckschmerzhaftigkeit entlang der humeralen Insertion. Zur Diagnostik wird ein Röntgenbild des Thorax zum Ausschluss knöcherner Ausrisse eingesetzt.
Für die genaue Diagnose und Charakterisierung der Risse eignen sich Ultraschall und MRT.
Klassifikation nach Tietjen
Der Text führt die Klassifikation von Pektoralis-Rupturen nach Tietjen auf:
| Grad | Beschreibung |
|---|---|
| Grad I | Verstauchung oder Kontusion |
| Grad II | Partielle Ruptur |
| Grad IIIa | Komplette Ruptur: sternoklavikulärer Ursprung |
| Grad IIIb | Komplette Ruptur: Muskelbauch |
| Grad IIIc | Komplette Ruptur: muskulotendinöser Übergang |
| Grad IIId | Komplette Ruptur: Insertion |
Therapie von Rupturen
Die Mehrheit der Risse wird konservativ mit Analgesie, Kühlung und Ruhigstellung in einer Schlinge behandelt. Dabei wird der Arm in adduzierter und innenrotierter Position fixiert.
Eine schrittweise Steigerung der Bewegung ist nach 2 bis 6 Wochen möglich. Leichte Widerstandsübungen können nach 6 bis 8 Wochen eingeführt werden.
Bei kompletten Rupturen oder bei jungen, sportlichen Personen wird eine operative Rekonstruktion angeraten. Diese sollte idealerweise innerhalb von 6 Wochen nach der Verletzung erfolgen.
💡Praxis-Tipp
Bei jungen, sportlichen Männern mit akutem Schmerz nach dem Bankdrücken ist an eine Pektoralis-Ruptur zu denken. Es wird darauf hingewiesen, dass eine operative Rekonstruktion bei kompletten Rissen idealerweise innerhalb der ersten 6 Wochen erfolgen sollte. Dies ermöglicht die bestmögliche Wiederherstellung von Kraft und Funktion.
Häufig gestellte Fragen
Die Innervation erfolgt durch zwei Nerven aus dem Plexus brachialis. Der Pars clavicularis wird vom Nervus pectoralis lateralis versorgt, während der Pars sternocostalis durch den Nervus pectoralis medialis innerviert wird.
Das Poland-Syndrom ist eine angeborene Fehlbildung. Laut StatPearls-Artikel ist es durch das einseitige Fehlen des Musculus pectoralis major gekennzeichnet, oft in Kombination mit weiteren Deformitäten der Brustwand.
Etwa die Hälfte der Rupturen entsteht bei gewichtstragenden Übungen wie dem Bankdrücken. Der Verletzungsmechanismus tritt meist auf, wenn der Arm unter Belastung extendiert und außenrotiert ist.
Ein Röntgenbild wird zum Ausschluss knöcherner Ausrisse eingesetzt. Zur genauen Darstellung und Charakterisierung der Muskel- oder Sehnenrisse eignen sich Ultraschall und MRT.
Eine Operation wird bei kompletten Rissen sowie bei jungen und sportlichen Personen angeraten. Der Eingriff sollte idealerweise innerhalb von 6 Wochen nach dem Trauma stattfinden.
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Quelle: StatPearls: Anatomy, Thorax, Pectoralis Major Major (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.