Offene Herzdruckmassage: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die offene Herzdruckmassage (OCM) ist eine invasive Notfallmaßnahme, die bei einem Herzstillstand infolge von Traumata oder schweren Blutungen angewendet wird. Laut der StatPearls-Zusammenfassung kommt sie zum Einsatz, wenn konventionelle geschlossene Thoraxkompressionen (CCCM) nicht ausreichen oder kontraindiziert sind.
Historisch gesehen war die OCM die Standardmethode, bevor sich die geschlossene Reanimation etablierte. Heute wird sie als Ultima Ratio im Rahmen einer Notfallthorakotomie (ERT) durchgeführt, um eine direkte Blutungskontrolle und kardiale Kompression zu ermöglichen.
Das primäre Ziel der Maßnahme ist die Wiederherstellung des koronaren Perfusionsdrucks. Die Überlebensraten sind insgesamt niedrig und liegen bei etwa 15 % nach penetrierendem Trauma und lediglich 1 % bis 2 % nach stumpfem Trauma.
Empfehlungen
Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernaspekte zur offenen Herzdruckmassage:
Indikationen
Es werden spezifische Szenarien genannt, in denen eine offene Herzdruckmassage indiziert ist. Der Text betont, dass Standard-Reanimationen bei Exsanguination den Blutverlust beschleunigen können.
Folgende Hauptindikationen werden aufgeführt:
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Herzstillstand bei penetrierendem Thoraxtrauma (Erfolgschancen bis zu 30 Minuten nach Herzstillstand)
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Herzstillstand nach kürzlich erfolgter Herzchirurgie
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Dekompression einer Perikardtamponade
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Herzstillstand bei stumpfem Trauma (nur bei Eintreffen innerhalb von 10 Minuten intubiert oder 5 Minuten nicht intubiert)
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Anatomische Besonderheiten der Brustwand, die eine geschlossene Kompression verhindern
Vorbereitung und Zugang
Laut Text ist ein rascher Zugang zum Herzen essenziell. Es wird empfohlen, die Maßnahme durch ein koordiniertes interprofessionelles Team durchzuführen.
Für den chirurgischen Zugang werden folgende Methoden beschrieben:
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Linke anterolaterale Thorakotomie: Gilt als Standardzugang und kann in unter einer Minute durchgeführt werden.
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Bilaterale anteriore Thorakotomie (Clamshell): Bietet eine umfassende Sicht auf beide Thoraxhälften.
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Mediane Sternotomie: Erfordert spezielles Werkzeug wie eine oszillierende Säge.
Durchführung der Kompression
Bei der manuellen Kompression des Herzens wird eine Frequenz von etwa 100 Schlägen pro Minute empfohlen. Der Text warnt davor, die Fingerspitzen zu verwenden, da dies das Risiko einer Myokardverletzung erhöht.
Es werden zwei Haupttechniken beschrieben:
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Zweihand-Technik: Eine flache Hand liegt unter der posterioren Fläche, die andere auf der anterioren Fläche. Die Kompression erfolgt von der Herzspitze aufwärts.
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Einhand-Technik: Die geraden Finger liegen posterior nahe der Herzspitze, der Daumen anterior.
Zusätzlich wird empfohlen, das Herz während der Massage horizontal zu halten, um die venöse Füllung nicht zu behindern.
Physiologischer Vergleich
Der Text vergleicht die physiologischen Effekte der offenen (OCM) und geschlossenen (CCCM) Herzdruckmassage anhand von Studiendaten:
| Eigenschaft | Offene Herzdruckmassage (OCM) | Geschlossene Herzdruckmassage (CCCM) |
|---|---|---|
| Koronarer Perfusionsdruck | Deutlich erhöht (z.B. 32,6 bis 38,2 mm Hg) | Niedrig (oft unter 30 mm Hg) |
| Zerebraler Blutfluss | Annähernd normale Werte | Etwa 30 % des normalen Blutflusses |
| Herzindex (Cardiac Index) | Mehr als doppelt so hoch wie bei CCCM | Geringer |
| Anwendung bei Exsanguination | Indiziert zur Blutungskontrolle und Perfusion | Kontraindiziert (kann Blutverlust beschleunigen) |
Kontraindikationen
Die Leitlinie nennt klare Kontraindikationen für die Durchführung einer Notfallthorakotomie mit offener Herzdruckmassage. Die einzige absolute organische Kontraindikation ist das Vorhandensein eines Pulses.
Weitere Kontraindikationen umfassen:
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Bekannte Patientenverfügungen, die eine Reanimation ausschließen (DNR-Status)
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Fehlende Lebenszeichen bei Ankunft im Krankenhaus ohne zuvor beobachtete Lebenszeichen
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Stumpfes Trauma ohne Herzaktion und ohne Pupillenreaktion
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Längere präklinische Liegezeit ohne Lebenszeichen auf dem Transport
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Schwere, irreversible Verletzungen von Gehirn, Herz oder großen Gefäßen
💡Praxis-Tipp
Ein kritischer Hinweis aus dem Text betrifft die Handhaltung während der offenen Herzdruckmassage. Es wird ausdrücklich davor gewarnt, die Fingerspitzen zur Kompression zu verwenden, da dies zu fokalen Myokardverletzungen führen kann. Stattdessen wird die Nutzung der flachen Handflächen empfohlen, wobei das Herz in einer horizontalen Position gehalten werden soll, um den venösen Rückstrom nicht zu beeinträchtigen.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls ist die Maßnahme bei stumpfem Trauma nur indiziert, wenn der Betroffene innerhalb von 10 Minuten nach dem beobachteten Herzstillstand intubiert eintrifft. Bei nicht intubierten Personen verkürzt sich dieses Zeitfenster auf 5 Minuten.
Der Text empfiehlt eine Kompressionsfrequenz von etwa 100 Schlägen pro Minute. Dies entspricht den allgemeinen Richtlinien für Advanced Cardiac Life Support (ACLS).
Die Leitlinie erklärt, dass konventionelle Thoraxkompressionen bei Exsanguination das Schlagvolumen erhöhen und somit den fatalen Blutverlust beschleunigen können. In solchen Fällen ist ein offenes Vorgehen zur Blutungskontrolle erforderlich.
Als Standardzugang wird die linke anterolaterale Thorakotomie beschrieben. Diese kann von einem geschulten Team in unter einer Minute durchgeführt werden.
Zu den im Text genannten Risiken zählen Verletzungen der Interkostalgefäße, des Phrenikusnervs sowie mechanische Schäden am Myokard. Zudem besteht ein hohes Risiko für postoperative Wundinfektionen.
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Quelle: StatPearls: Open Heart Massage (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.