StatPearls2026

Herzchirurgie Indikationen und Verfahren: StatPearls

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Herzchirurgie umfasst die operative Behandlung von Erkrankungen des Herzens und der thorakalen Aorta. Die mediane Sternotomie stellt dabei weiterhin den Goldstandard für die meisten offenen Eingriffe dar.

Moderne Verfahren reichen von der Koronararterien-Bypass-Operation (CABG) über Klappenrekonstruktionen bis hin zu minimalinvasiven Techniken. Die Entwicklung der Herz-Lungen-Maschine (Cardiopulmonary Bypass, CPB) war ein entscheidender Meilenstein, um komplexe Eingriffe am stillgelegten Herzen zu ermöglichen.

Aufgrund der steigenden Prävalenz kardiovaskulärer Erkrankungen und einer alternden Bevölkerung nimmt der Bedarf an herzchirurgischen Eingriffen stetig zu. Die interprofessionelle Zusammenarbeit im Herzteam ist für eine optimale Therapieplanung essenziell.

Empfehlungen

Die StatPearls-Übersicht fasst folgende Kernaspekte der Herzchirurgie zusammen:

Präoperative Diagnostik und Vorbereitung

Laut Leitlinie wird eine umfassende präoperative Evaluation empfohlen. Diese umfasst routinemäßig Blutuntersuchungen, EKG, Echokardiografie und Herzkatheteruntersuchungen.

Zusätzlich wird bei bestimmten Risikogruppen ein Karotis-Doppler-Ultraschall empfohlen:

  • Patienten mit Hauptstammstenose oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit

  • Vorliegen von Karotisgeräuschen oder stattgehabtem Schlaganfall

  • Starker Nikotinkonsum oder Alter ab 65 Jahren

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der Computertomografie (CT) zur Operationsplanung, um vaskuläre und knöcherne Strukturen zu beurteilen. Thrombozytenaggregationshemmer wie Clopidogrel sollten gemäß den Empfehlungen fünf Tage vor dem Eingriff abgesetzt werden.

Indikationen und Verfahrenswahl

Die Therapieentscheidung bei komplexen Koronarerkrankungen erfolgt interdisziplinär. Für die Wahl zwischen CABG und perkutaner Koronarintervention (PCI) werden Scoring-Systeme wie der SYNTAX-Score herangezogen.

Bei Klappenerkrankungen wird zwischen chirurgischem (SAVR) und transkatheterbasiertem (TAVR) Aortenklappenersatz abgewogen. Die Leitlinie nutzt hierfür Risikoscores zur Stratifizierung:

Operationsrisiko (z.B. EuroSCORE, STS-Score)Bevorzugtes VerfahrenTypische Patientenmerkmale
Hoch oder inoperabelTAVR (Transkatheter-Aortenklappenersatz)Porzellanaorta, Leberzirrhose, Gebrechlichkeit (Frailty)
Niedrig bis mittelSAVR (Chirurgischer Aortenklappenersatz)Jüngere Patienten, Endokarditis der Aortenklappe

Für den Klappenersatz stehen mechanische und biologische Prothesen zur Verfügung. Die Leitlinie beschreibt folgende Eigenschaften im Vergleich:

KlappentypAntikoagulationHaltbarkeitBevorzugte Patientengruppe
Mechanische KlappeLebenslang erforderlichHoch (geringere Degeneration)Jüngere Patienten
Biologische KlappeNicht dauerhaft erforderlichGeringer (frühere Degeneration)Ältere Patienten, Frauen mit Kinderwunsch

Postoperatives Management und Rehabilitation

Es wird eine frühe Mobilisation nach der Operation empfohlen. Dies verbessert die Gewebeperfusion, reduziert pulmonale Komplikationen und senkt das Delirrisiko.

Zum Schutz des Sternums nach einer Sternotomie beschreibt die Leitlinie traditionelle Vorsichtsmaßnahmen für bis zu 12 Wochen. Dazu gehört der Verzicht auf das Heben, Schieben oder Ziehen von Lasten über 5 bis 10 Pfund.

Alternativ wird das "Keep Your Move in the Tube"-Protokoll erwähnt. Dieses fokussiert sich auf die Vermeidung von Armextensionen und ermutigt Patienten, die Oberarme nah am Körper zu halten, um die Belastung auf das Sternum zu minimieren.

Kontraindikationen

Die Leitlinie weist darauf hin, dass herzchirurgische Eingriffe bei instabilen Patientenkonstellationen nach Möglichkeit verschoben werden sollten.

Eine explizite Ausnahme bildet die infektiöse Endokarditis mit Notwendigkeit eines Klappenersatzes. Hier kann eine Operation auch bei septischen Patienten zwingend erforderlich sein, um den Infektionsherd zu kontrollieren.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt vor der schwierigen Diagnostik eines postoperativen Myokardinfarkts (Typ 5), da kardiale Enzyme durch die chirurgische Manipulation routinemäßig erhöht sind. Es wird empfohlen, zur Beurteilung der Bypass-Offenheit alternative diagnostische Modalitäten wie EKG, Echokardiografie und Koronarangiografie heranzuziehen. Ein refraktärer Schock oder neu auftretende Arrhythmien gelten als starke Warnsignale für eine Ischämie.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird empfohlen, Clopidogrel fünf Tage vor dem geplanten Eingriff abzusetzen. Acetylsalicylsäure (ASS) und Heparin können hingegen oft bis zur Operation fortgeführt werden.

Das Verfahren ohne Herz-Lungen-Maschine wird besonders für Patienten mit hohem Operationsrisiko beschrieben. Es bietet Vorteile bei ausgeprägter Atherosklerose der Aorta ascendens, da das Schlaganfallrisiko durch den Verzicht auf ein Abklemmen der Aorta gesenkt wird.

Die Übersichtsarbeit berichtet, dass in den ersten vier Tagen nach einer CABG-Operation bei über 40 % der Patienten kognitive Beeinträchtigungen auftreten. Diese Rate sinkt nach einem Jahr auf etwa 25 %, kann aber im Langzeitverlauf wieder ansteigen.

Es handelt sich um ein Bewegungsprotokoll nach Sternotomie, das auf strikte Hebeverbote verzichtet. Stattdessen wird empfohlen, die Oberarme nah am Körper zu halten (wie in einer imaginären Röhre), um das Sternum bei Alltagsbewegungen zu entlasten.

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Quelle: StatPearls: Cardiac Surgery (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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