StatPearls2026Infektiologie

Lyme-Borreliose: Diagnostik und antibiotische Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie behandelt die Lyme-Borreliose, die am häufigsten durch Zecken übertragene Infektion. In den USA wird sie primär durch Borrelia burgdorferi verursacht, während in Europa und Asien Borrelia afzelii und Borrelia garinii dominieren.

Die Übertragung erfolgt durch den Biss infizierter Zecken der Gattung Ixodes. Für eine erfolgreiche Übertragung muss die Zecke in den meisten Fällen länger als 15 Stunden am Wirt gesaugt haben.

Die Erkrankung verläuft typischerweise in drei Stadien: der frühen lokalisierten, der frühen disseminierten und der späten Phase. Unbehandelt kann die Infektion zu schwerwiegenden neurologischen, kardialen und rheumatologischen Komplikationen führen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie der Lyme-Borreliose:

Diagnostik

Bei Personen mit einem typischen Erythema migrans in einem Endemiegebiet wird eine klinische Diagnose empfohlen. In diesem Fall sollte laut Leitlinie eine sofortige Therapie ohne weitere serologische Tests erfolgen.

Für spätere Krankheitsstadien oder bei atypischem Ausschlag wird ein zweistufiges serologisches Testverfahren empfohlen. Der erste Schritt besteht aus einem quantitativen Suchtest (EIA oder Immunfluoreszenz).

Fällt dieser erste Test positiv oder grenzwertig aus, wird als zweiter Schritt ein Western-Blot empfohlen. Die Leitlinie rät von einer sequenziellen serologischen Testung in der Akutphase ab, da Antikörpertiter oft lange erhöht bleiben.

Ebenso wird von einer Untersuchung der Zecke abgeraten. Bei Verdacht auf kardiale Manifestationen wird ein Screening-EKG empfohlen.

Therapie und Prophylaxe

Für asymptomatische Personen mit einem Zeckenstich wird unter bestimmten Bedingungen eine einmalige antibiotische Prophylaxe empfohlen. Dies gilt, wenn es sich um eine Ixodes-Zecke in einem Endemiegebiet handelt und diese mindestens 36 Stunden gesaugt hat.

Bei manifester Erkrankung richten sich die Empfehlungen nach dem klinischen Stadium:

  • Bei Erythema migrans wird eine orale Therapie mit Doxycyclin, Amoxicillin oder Cefuroximaxetil empfohlen.

  • Bei neurologischen Manifestationen wird eine 14- bis 21-tägige Therapie mit intravenösem Ceftriaxon, Cefotaxim, Penicillin G oder oralem Doxycyclin empfohlen.

  • Bei milder Lyme-Karditis reicht orales Doxycyclin aus, während bei schweren Verläufen intravenöses Ceftriaxon bevorzugt wird.

  • Bei Lyme-Arthritis wird eine 28-tägige orale Gabe von Doxycyclin empfohlen.

Post-Treatment Lyme Disease Syndrome (PTLDS)

Etwa 10 bis 20 Prozent der Behandelten entwickeln anhaltende unspezifische Symptome wie Müdigkeit oder Schmerzen nach der Therapie. Die Leitlinie betont, dass es keine Evidenz für einen Nutzen zusätzlicher Antibiotikagaben bei PTLDS gibt.

Es wird stattdessen eine rein symptomatische Behandlung empfohlen.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende spezifische Dosierungs- und Therapieschemata:

IndikationMedikamentDosierung / Dauer
Zeckenstich-Prophylaxe (Hochrisiko)DoxycyclinErwachsene: 200 mg Einmaldosis; Kinder: 4,4 mg/kg (max. 200 mg) Einmaldosis
Erythema migransDoxycyclin10 Tage
Erythema migransAmoxicillin oder Cefuroximaxetil14 Tage
Erythema migrans (Zweitlinientherapie)Azithromycin5 bis 10 Tage
Neurologische ManifestationenCeftriaxon, Cefotaxim, Penicillin G (i.v.) oder Doxycyclin (p.o.)14 bis 21 Tage
Kardiale ManifestationenDoxycyclin (p.o.) oder Ceftriaxon (i.v.)14 bis 21 Tage
Lyme-ArthritisDoxycyclin (p.o.)28 Tage
Borrelien-LymphozytomOrale Antibiotika14 Tage
Acrodermatitis chronica atrophicansOrale Antibiotika21 bis 28 Tage

Kontraindikationen

Die Leitlinie weist auf folgende Kontraindikationen hin:

  • Doxycyclin wird bei schwangeren Personen nicht empfohlen.

  • Bei Kindern unter 8 Jahren wird von Doxycyclin abgeraten, um mögliche Zahnverfärbungen zu vermeiden.

  • Als Alternative für Kinder unter 8 Jahren wird Amoxicillin oder Cefuroxim empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist bei Einleitung der Antibiotikatherapie auf eine mögliche Jarisch-Herxheimer-Reaktion zu achten. Diese äußert sich bei 5 bis 15 Prozent der Behandelten durch eine vorübergehende Verschlechterung der Symptome innerhalb der ersten 24 Stunden. Es wird betont, dass die antibiotische Therapie in diesem Fall nicht abgebrochen werden sollte, sondern eine symptomatische Behandlung mit NSAR oder Paracetamol erfolgen kann.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt eine Einmaldosis Doxycyclin nur bei Hochrisiko-Stichen. Dies ist der Fall, wenn die Zecke zur Gattung Ixodes gehört, in einem Endemiegebiet vorkommt und mindestens 36 Stunden am Körper gesaugt hat.

Bei einem typischen Erythema migrans in einem Endemiegebiet wird eine rein klinische Diagnose empfohlen. Laut Leitlinie sollte in diesem Fall sofort eine antibiotische Therapie eingeleitet werden, ohne serologische Testergebnisse abzuwarten.

Bei Kindern unter 8 Jahren wird Amoxicillin als Mittel der Wahl empfohlen. Doxycyclin sollte in dieser Altersgruppe laut Leitlinie vermieden werden, um Zahnverfärbungen vorzubeugen.

PTLDS beschreibt anhaltende Beschwerden wie Müdigkeit oder Schmerzen nach einer leitliniengerechten Antibiotikatherapie. Die Leitlinie rät von weiteren Antibiotikagaben ab und empfiehlt stattdessen eine rein symptomatische Behandlung.

Die Leitlinie rät von einer Untersuchung der entfernten Zecke ab. Die Ergebnisse haben keinen Einfluss auf die klinische Entscheidung zur Prophylaxe oder Therapie.

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Quelle: StatPearls: Lyme Disease (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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