Ösophageale pH-Metrie (MII-pH): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) wird typischerweise klinisch diagnostiziert und zunächst mit einem sechswöchigen bis achtwöchigen Therapieversuch mit Protonenpumpeninhibitoren (PPI) behandelt. Bei Vorliegen von Warnsymptomen wie Dysphagie, Gewichtsverlust oder gastrointestinalen Blutungen wird jedoch eine frühzeitige Endoskopie empfohlen.
Die ambulante ösophageale pH-Metrie gilt laut dem vorliegenden StatPearls-Artikel als Goldstandard zur Diagnose der GERD. Insbesondere die Kombination mit der multikanal-intraluminalen Impedanzmessung (MII-pH) ermöglicht eine detaillierte Charakterisierung des Refluxats.
Diese kombinierte Methode erfasst nicht nur saure Refluxepisoden, sondern auch schwach saure oder alkalische Ereignisse. Zudem kann unterschieden werden, ob der Reflux aus flüssigen, gasförmigen oder gemischten Bestandteilen besteht.
Empfehlungen
Indikationen
Die kombinierte MII-pH-Metrie wird für verschiedene klinische Szenarien empfohlen. Zu den Hauptindikationen gehören:
-
Quantifizierung des Refluxes bei unzureichendem Ansprechen auf PPI und unauffälliger Endoskopie
-
Evaluation von atypischen Refluxsymptomen
-
Abklärung bei Achlorhydrie, nach Gastrektomie oder bei primär postprandialen Symptomen
Vorbereitung und Durchführung
Die Entscheidung, ob die Untersuchung unter laufender PPI-Therapie oder nach Absetzen stattfindet, richtet sich nach der Fragestellung. Ist die GERD-Diagnose unklar, erfolgt die Messung ohne PPI, um saure Refluxereignisse zu detektieren.
Bei bekannter, aber therapierefraktärer GERD wird die Untersuchung unter PPI-Therapie durchgeführt, um schwach sauren Reflux nachzuweisen. Hierbei wird die hochdosierte PPI-Therapie in der Regel für mindestens eine Woche vor und am Tag der Untersuchung fortgeführt.
Während der 24-stündigen Messung wird das Führen eines detaillierten Tagebuchs empfohlen. Darin sollen Mahlzeiten, Körperpositionen, Medikamenteneinnahmen und das Auftreten von Symptomen dokumentiert werden.
Auswertung und Indizes
Zur Beurteilung des Zusammenhangs zwischen Symptomen und Refluxepisoden werden spezifische Indizes herangezogen. Ein positiver Befund bestätigt eine symptomatische Refluxerkrankung.
| Index | Definition | Positiver Grenzwert |
|---|---|---|
| Symptom-Index (SI) | Anteil der refluxassoziierten Symptome an allen Symptomen | > 50 % |
| Symptom Association Probability (SAP) | Statistische Wahrscheinlichkeit des Zusammenhangs (Fisher-Test) | > 95 % |
Differenzialdiagnosen
Die MII-pH-Metrie hilft bei der Abgrenzung funktioneller Beschwerden. Die Diagnose einer Reflux-Hypersensitivität oder eines funktionellen Sodbrennens erfordert das Erfüllen der Rome-IV-Kriterien über mindestens drei Monate.
| Diagnose | Endoskopie | Reflux-Exposition | Symptom-Korrelation (SI/SAP) |
|---|---|---|---|
| Reflux-Hypersensitivität | Unauffällig | Normal | Positiv |
| Funktionelles Sodbrennen | Unauffällig | Normal | Negativ |
Kontraindikationen
Als Kontraindikationen für die transnasale Platzierung des MII-Katheters nennt die Quelle:
-
Vorangegangene nasale Operationen oder Traumata
-
Gleichzeitige Antikoagulationstherapie
-
Bestehende Koagulopathien
Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Sicherheit der Impedanzmessung bei Personen mit implantierbaren Defibrillatoren (ICD) oder Herzschrittmachern noch nicht ausreichend untersucht ist.
💡Praxis-Tipp
Ein negativer PPI-Therapieversuch schließt eine gastroösophageale Refluxkrankheit nicht sicher aus, da die Spezifität dieses Vorgehens limitiert ist. Bei therapierefraktären Beschwerden unter PPI-Gabe wird empfohlen, an schwach sauren oder alkalischen Reflux zu denken. Hier bietet die MII-pH-Metrie unter fortgeführter PPI-Therapie den entscheidenden diagnostischen Mehrwert.
Häufig gestellte Fragen
Ist die Diagnose einer GERD unklar, wird die Untersuchung ohne PPI-Therapie durchgeführt, um saure Refluxereignisse zu erfassen. Bei bekannter, aber therapierefraktärer GERD erfolgt die Messung laut Quelle unter PPI-Therapie, um nicht-sauren Reflux zu diagnostizieren.
Die Untersuchung dauert in der Regel 24 Stunden. In dieser Zeit wird ein transnasaler Katheter getragen und die untersuchte Person dokumentiert Symptome und Mahlzeiten in einem Tagebuch.
Diese Indizes bewerten den zeitlichen Zusammenhang zwischen Refluxepisoden und den verspürten Symptomen. Ein Symptom-Index über 50 % oder eine Symptom Association Probability (SAP) über 95 % gelten als positiver Nachweis für einen symptomatischen Reflux.
Laut StatPearls-Artikel wird bei Warnzeichen wie neu aufgetretener Dyspepsie ab 60 Jahren, gastrointestinalen Blutungen, Dysphagie, Gewichtsverlust oder Anämie eine frühzeitige Endoskopie empfohlen. Ein empirischer PPI-Versuch ist in diesen Fällen nicht indiziert.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: StatPearls: Esophageal pH Monitoring (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.