Refluxkrankheit (GERD): Diagnostik und PPI-Therapie
Hintergrund
Die S2k-Leitlinie der DGVS (2023) definiert die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) nach der Montreal-Klassifikation. Demnach liegt eine GERD vor, wenn der Reflux von Mageninhalt in die Speiseröhre zu störenden Symptomen und/oder Komplikationen führt.
Die Erkrankung wird klinisch in verschiedene Subtypen unterteilt, darunter die erosive Refluxösophagitis (ERD) und die nicht-erosive Refluxkrankheit (NERD). Auch extraösophageale Manifestationen und Komplikationen wie der Barrett-Ösophagus fallen unter diese Definition.
Die Prävalenz der GERD nimmt in westlichen Ländern stetig zu und beeinträchtigt die Lebensqualität der Betroffenen erheblich. Zu den etablierten Risikofaktoren zählen Übergewicht, Nikotinabusus und das Vorliegen einer Hiatushernie.
💡Praxis-Tipp
Der sogenannte "PPI-Test" (die probatorische Gabe von Säureblockern zur Diagnosesicherung) ist laut Leitlinie obsolet und besitzt keine Relevanz für die Bestätigung einer GERD. Zudem wird empfohlen, bei PPI-refraktären Beschwerden immer an die eosinophile Ösophagitis (EoE) als Differenzialdiagnose zu denken, weshalb in solchen Fällen stets Stufenbiopsien aus dem Ösophagus entnommen werden sollten.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt eine sofortige Endoskopie beim Vorliegen von Alarmsymptomen wie Dysphagie, Odynophagie, Gewichtsverlust oder Blutungszeichen. Auch bei primär erfolgloser PPI-Therapie oder bei langjährigen Beschwerden zum Ausschluss eines Barrett-Ösophagus sollte endoskopiert werden.
Bei einer gesicherten oder sehr wahrscheinlichen GERD wird eine initiale Therapiedauer von 4 bis 8 Wochen mit einem PPI in Standarddosierung empfohlen. Die genaue Dauer richtet sich nach dem Schweregrad der endoskopischen Läsionen.
Laut Leitlinie kann bei unzureichendem Ansprechen auf ein anderes PPI-Präparat gewechselt oder die Dosis verdoppelt werden (1-0-1). Alternativ wird eine Kombinationstherapie, beispielsweise mit einem Alginat, als mögliche Strategie genannt.
Ösophagusbiopsien werden von der Leitlinie als ungeeignet für die primäre Diagnosestellung einer NERD eingestuft. Sie sind jedoch essenziell, um bei refraktären Verläufen Differenzialdiagnosen wie die eosinophile Ösophagitis auszuschließen.
Die Leitlinie rät vom Einsatz radiologischer Verfahren zur Primärdiagnostik der GERD ab, da diese eine zu geringe Sensitivität aufweisen. Sie können allenfalls für die prä- und postoperative morphologische Beurteilung vor einer Antireflux-Operation nützlich sein.
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Quelle: DGVS: Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis (DGVS, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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