Laryngopharyngealer Reflux (LPR): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Der laryngopharyngeale Reflux (LPR) beschreibt den Rückfluss von Mageninhalt wie Säure und Pepsin über den Ösophagus hinaus in Larynx und Pharynx. Laut der StatPearls-Leitlinie unterscheidet sich das klinische Bild häufig von der klassischen gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD).
Betroffene leiden typischerweise nicht unter Sodbrennen. Stattdessen stehen Symptome wie chronischer Husten, Räusperzwang, Heiserkeit und ein Globusgefühl im Vordergrund.
Die Leitlinie betont, dass LPR bei etwa 10 Prozent der Patienten in HNO-Kliniken auftritt. Unbehandelt kann die Erkrankung zu chronischen Stimmschäden, subglottischen Stenosen oder rezidivierenden Pneumonien führen.
Empfehlungen
Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Behandlung des laryngopharyngealen Refluxes (LPR):
Klinische Diagnostik und Reflux Symptom Index (RSI)
Die Diagnose stützt sich primär auf die Anamnese chronischer Laryngitis-Symptome. Zur strukturierten Erfassung wird der Reflux Symptom Index (RSI) empfohlen.
Ein RSI-Score von über 10 Punkten weist auf eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Refluxpathologie hin. Der Fragebogen umfasst neun Domänen, die jeweils auf einer Skala von 0 bis 5 bewertet werden:
| RSI-Domäne | Bewertungsskala | Klinische Bedeutung |
|---|---|---|
| Heiserkeit | 0 bis 5 Punkte | Häufigstes Symptom bei LPR |
| Räusperzwang | 0 bis 5 Punkte | Typisches extraösophageales Symptom |
| Schleim oder Postnasal-Drip | 0 bis 5 Punkte | Hinweis auf Schleimhautreizung |
| Dysphagie | 0 bis 5 Punkte | Schluckbeschwerden |
| Husten nach dem Essen/Hinlegen | 0 bis 5 Punkte | Positionsabhängiger Reflux |
| Atemprobleme oder Erstickungsanfälle | 0 bis 5 Punkte | Laryngospasmus-Risiko |
| Chronischer Husten | 0 bis 5 Punkte | Vagaler Reflex oder Mikroaspiration |
| Globusgefühl | 0 bis 5 Punkte | Fremdkörpergefühl im Hals |
| Sodbrennen, Indigestion, Regurgitation | 0 bis 5 Punkte | Klassische GERD-Symptome (oft fehlend) |
Apparative Diagnostik
Bei Verdacht auf LPR wird eine Laryngoskopie oder Videostroboskopie empfohlen. Typische Befunde umfassen ein Erythem und Ödem der posterioren Kommissur sowie einen Pseudosulcus vocalis.
Als Goldstandard zur Bestätigung gilt die ambulante 24-Stunden-pH-Metrie. Ein pathologischer Reflux liegt vor, wenn der pH-Wert für mindestens 1 Prozent der Messzeit unter 4 fällt.
Die Leitlinie weist darauf hin, dass eine Barium-Ösophagographie aufgrund unzureichender Sensitivität und Spezifität nicht als Screening-Verfahren empfohlen wird.
Konservative Therapie und Lebensstil
Eine Anpassung des Lebensstils ist ein zentraler Bestandteil der Behandlung. Die Leitlinie empfiehlt folgende Maßnahmen:
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Langsames Essen und gründliches Kauen
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Einnahme kleinerer, häufigerer Mahlzeiten
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Vermeidung einer flachen Rückenlage für 2 bis 3 Stunden nach dem Essen
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Verzicht auf Trigger wie fettige Speisen, Schokolade, Pfefferminz, Kaffee, Zitrusfrüchte, Tabak und Alkohol
Medikamentöse und chirurgische Therapie
Als medikamentöse Erstlinientherapie werden Protonenpumpeninhibitoren (PPI) empfohlen. Bei LPR sind häufig höhere Dosierungen und längere Therapiedauern erforderlich als bei klassischer GERD.
Zusätzlich können H2-Rezeptor-Antagonisten zur nächtlichen Säuresuppression sowie Prokinetika oder mukosale Zytoprotektiva eingesetzt werden.
Eine chirurgische Intervention mittels laparoskopischer Fundoplicatio wird nur bei Versagen der medikamentösen Therapie empfohlen. Ausnahmen bilden Personen mit schwerer Regurgitation, Aspiration oder Laryngospasmus.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass nahezu 100 Prozent der LPR-Patienten an Heiserkeit leiden, während klassische Refluxsymptome wie Sodbrennen häufig komplett fehlen. Es wird darauf hingewiesen, dass LPR und GERD als zwei unterschiedliche Entitäten betrachtet werden sollten, weshalb ein fehlendes Sodbrennen die Diagnose eines laryngopharyngealen Refluxes nicht ausschließt.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie manifestiert sich LPR primär durch Heiserkeit, chronischen Husten und Räusperzwang, während bei GERD Sodbrennen im Vordergrund steht. Zudem liegt die anatomische Dysfunktion bei LPR am oberen Ösophagussphinkter, bei GERD am unteren.
Die Diagnose basiert auf der klinischen Anamnese unter Nutzung des Reflux Symptom Index (RSI) sowie laryngoskopischen Befunden. Zur Bestätigung wird eine 24-Stunden-pH-Metrie empfohlen.
Es wird empfohlen, auf fettige Speisen, Schokolade, Kaffee, Zitrusfrüchte und Tomatenprodukte zu verzichten. Zudem sollten kleinere Mahlzeiten eingenommen und eine Liegeposition direkt nach dem Essen vermieden werden.
Eine laparoskopische Fundoplicatio wird gemäß Leitlinie erst nach Versagen der konservativen und medikamentösen Therapie in Betracht gezogen. Ausnahmen gelten bei schweren Komplikationen wie Aspiration oder Laryngospasmus.
Die Leitlinie empfiehlt primär Protonenpumpeninhibitoren (PPI), die oft in höherer Dosierung und länger als bei GERD eingesetzt werden. Ergänzend können H2-Blocker zur nächtlichen Säureunterdrückung verabreicht werden.
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Quelle: StatPearls: Laryngopharyngeal Reflux (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.