StatPearls2026

Damage Control Resuscitation: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie behandelt das präklinische Management von schwerverletzten Traumapatienten mittels Damage Control Resuscitation (DCR). Das Hauptziel ist die Vermeidung der letalen Trias aus Azidose, Koagulopathie und Hypothermie durch frühzeitige Interventionen.

Ein zentraler Paradigmenwechsel in der präklinischen Traumaversorgung ist die Verschiebung der Prioritäten vom klassischen ABC-Schema hin zum CAB- oder MARCH-Algorithmus. Hierbei wird der sofortigen Kontrolle lebensbedrohlicher Blutungen die höchste Priorität eingeräumt.

Es wird betont, dass die Prähospitalzeit ("Damage Control Ground Zero") so kurz wie möglich gehalten werden sollte. Außer der Blutungskontrolle und der frühen Gabe von Blutprodukten profitieren die meisten Patienten am stärksten von einem raschen Transport in eine geeignete Zielklinik.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die präklinische Traumaversorgung:

Blutungskontrolle und Atemweg

Laut Leitlinie hat die sofortige Kontrolle lebensbedrohlicher Blutungen nach dem CAB- oder MARCH-Schema oberste Priorität. Es wird empfohlen, externe Blutungen primär durch direkten Druck zu stillen.

Für spezifische Verletzungsmuster werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Anlage von Tourniquets oder hämostatischen Verbänden bei extremitätennahen Blutungen

  • Einsatz von Beckenschlingen bei Verdacht auf instabile Beckenfrakturen

  • Verwendung von Traktionsschienen bei Femurfrakturen zur Blutungsreduktion

  • Nutzung von junktionalen Tourniquets oder injizierbaren hämostatischen Schwämmen bei Blutungen in Übergangsregionen (z. B. Axilla, Leiste)

Volumentherapie

Die Leitlinie empfiehlt den primären Einsatz von Blutprodukten gegenüber kristalloiden Lösungen, sofern diese präklinisch verfügbar sind. Bei hämodynamisch stabilen Patienten sollte ein intravenöser Zugang etabliert, aber auf eine Flüssigkeitsgabe verzichtet werden.

Wenn ausschließlich kristalloide Lösungen verfügbar sind, wird eine permissive Hypotension empfohlen, um das Abspülen neu gebildeter Koagel zu verhindern.

Zielblutdruckwerte

Die Leitlinie definiert spezifische systolische Blutdruckziele (SBP) in Abhängigkeit von Transportzeit und Begleitverletzungen:

Patientengruppe / SituationZielwert (systolischer Blutdruck)
Kurze Transportzeit (< 20 Minuten) mit kristalloidem Volumenersatz80 - 90 mmHg
Längere Transportzeit (> 60 Minuten) oder Blutprodukte verfügbar100 mmHg
Begleitendes Schädel-Hirn-Trauma (SHT)100 bis > 110 mmHg (individuell abzuwägen)

Dosierung

Die Leitlinie gibt folgende spezifische Dosierungsempfehlungen für die präklinische Notfalltherapie:

MedikamentDosierungIndikation / Bemerkung
Tranexamsäure (TXA)2 g als langsame IV- oder IO-InfusionHämorrhagischer Schock; Gabe zwingend innerhalb von 3 Stunden nach Trauma
Calcium (bevorzugt Calciumgluconat)1 g IV oder IOWährend oder direkt nach der ersten Blutkonserve; Wiederholung nach je 4 weiteren Einheiten
Kristalloide Lösungen250 ml als kontrollierter BolusSchwere Hypotension (SBP < 70 mmHg oder fehlender Radialispuls)

Für militärische oder entsprechend ausgestattete zivile Rettungssysteme wird folgende Priorisierung von Blutprodukten empfohlen:

PrioritätProdukt
1Kaltgelagertes Vollblut mit niedrigem Titer
2Vorgetestetes O-Vollblut mit niedrigem Titer
3Plasma, Erythrozyten und Thrombozyten im Verhältnis 1:1:1
4Plasma und Erythrozyten im Verhältnis 1:1
5Plasma oder Erythrozyten als Monotherapie

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor der Gabe von Tranexamsäure (TXA), wenn das Trauma länger als 3 Stunden zurückliegt. Eine späte Verabreichung ist ineffektiv und kann das Risiko eines Blutungstodes erhöhen.

Es wird von einer hochvolumigen kristalloiden Volumentherapie abgeraten, da diese die Koagulopathie verschlechtern und neu gebildete Koagel abspülen kann.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass Calciumchlorid im präklinischen Bereich aufgrund des Extravasationsrisikos vermieden werden sollte. Stattdessen wird die Verwendung von Calciumgluconat empfohlen.

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💡Praxis-Tipp

Ein kritischer Faktor in der präklinischen Traumaversorgung ist die strikte Minimierung der Vor-Ort-Zeit. Die Leitlinie betont, dass erweiterte Maßnahmen wie Intubation oder großzügige Volumengabe die Mortalität durch Transportverzögerungen erhöhen können. Es wird empfohlen, dem raschen Transport in eine geeignete Zielklinik höchste Priorität einzuräumen, sobald lebensbedrohliche Blutungen gestillt sind.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird das CAB- oder MARCH-Schema empfohlen. Dabei hat die sofortige Kontrolle lebensbedrohlicher Blutungen Vorrang vor dem Atemwegsmanagement.

Die Leitlinie empfiehlt eine Einzeldosis von 2 g Tranexamsäure als langsame intravenöse oder intraossäre Infusion. Die Gabe muss zwingend innerhalb der ersten 3 Stunden nach dem Trauma erfolgen.

Bei kurzen Transportzeiten unter 20 Minuten wird ein systolischer Blutdruck von 80 bis 90 mmHg angestrebt. Stehen Blutprodukte zur Verfügung oder dauert der Transport länger als 60 Minuten, empfiehlt die Leitlinie einen Zielwert von 100 mmHg.

Die Gabe von citrathaltigen Blutprodukten kann den ionisierten Calciumspiegel kritisch senken und eine Koagulopathie verschlechtern. Daher wird empfohlen, während oder direkt nach der ersten Blutkonserve 1 g Calciumgluconat zu verabreichen.

Nein, die Leitlinie warnt vor einer hochvolumigen kristalloiden Volumentherapie. Bei schwerer Hypotension werden lediglich kontrollierte Boli von 250 ml empfohlen, um die Organperfusion aufrechtzuerhalten, ohne Blutgerinnsel abzuspülen.

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Quelle: StatPearls: EMS Tactical Damage Control Resuscitation Protocol (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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