Cervical Plexus Block: StatPearls Zusammenfassung
Hintergrund
Der zervikale Plexusblock (Cervical Plexus Block, CPB) ist ein regionales Anästhesieverfahren, das in der Notfallmedizin und im perioperativen Bereich eingesetzt wird. Die StatPearls-Zusammenfassung beschreibt die Anwendung für Eingriffe am anterolateralen Hals, Ohrläppchen, Schlüsselbein und Akromioklavikulargelenk.
Der Plexus cervicalis entspringt den ventralen Ästen der Nervenwurzeln C2 bis C4. Die oberflächlichen Äste treten am mittleren Drittel des Hinterrandes des Musculus sternocleidomastoideus (SCM) aus.
Es wird zwischen einem oberflächlichen und einem tiefen Block unterschieden. Der oberflächliche Block betäubt die Haut und oberflächliche Strukturen, während der tiefe Block die tiefe vordere Halsmuskulatur abdeckt.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte für die Durchführung:
Indikationen
Für den oberflächlichen zervikalen Plexusblock werden verschiedene Einsatzgebiete genannt:
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Karotis-Endarteriektomien und Lymphknotendissektionen
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Oberflächliche Halseingriffe und Anlage zentralvenöser Katheter (Vena jugularis interna)
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Notfallmäßige Versorgung von Klavikulafrakturen und Akromioklavikularluxationen
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Wundversorgung und Abszessspaltung im Bereich von Ohr und Unterkiefer
Vorbereitung und Positionierung
Es wird eine strikte aseptische Vorbereitung mit sterilen Handschuhen, Ultraschallabdeckung und Hautdesinfektion empfohlen. Die Positionierung kann in Rückenlage, halbsitzend oder in Seitenlage erfolgen. Der Kopf sollte dabei zur kontralateralen Seite gedreht werden.
Durchführungstechniken
Laut Leitlinie kann der Block ultraschallgestützt oder anhand anatomischer Landmarken durchgeführt werden:
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Landmarken-Technik: Die Injektion erfolgt am Mittelpunkt einer gedachten Linie zwischen dem Processus mastoideus und dem Tuberculum Chassaignac (C6) am Hinterrand des SCM.
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Ultraschall-Technik: Ein hochfrequenter Linearschallkopf wird transversal über dem SCM positioniert, und die Nadel wird "in-plane" von posterolateral nach medial vorgeschoben.
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Es wird empfohlen, das Lokalanästhetikum in kleinen Aliquots von etwa 2 ml (insgesamt ca. 10 ml) unter wiederholter Aspiration zu injizieren.
Tiefer zervikaler Plexusblock
Für tiefere Eingriffe wie Stimmbandoperationen oder die Diagnostik zervikogener Kopfschmerzen wird der tiefe Block beschrieben. Hierbei wird das Anästhetikum direkt an den Querfortsätzen von C2, C3 und C4 appliziert.
Kontraindikationen
Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen für den oberflächlichen zervikalen Plexusblock:
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Ablehnung durch die zu behandelnde Person
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Aktive Infektion über der Injektionsstelle
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Kontralaterale Phrenikusparese
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Vorangegangene Halsoperationen oder Bestrahlungen im Halsbereich
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Allergie gegen Amid- oder Ester-Lokalanästhetika
Zudem wird besondere Vorsicht bei schwerer chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder unbehandeltem kontralateralem Pneumothorax empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Warnhinweis der Leitlinie betrifft den tiefen zervikalen Plexusblock und die Nähe zur Arteria vertebralis. Es wird dringend empfohlen, während der Injektion ständigen verbalen Kontakt zu halten, um frühe Zeichen einer zentralnervösen Toxizität wie periorales Taubheitsgefühl oder Tinnitus sofort zu erkennen. Zudem wird vor einer zu tiefen Nadelinsertion gewarnt, da dies zu einer subduralen Injektion mit Bewusstlosigkeit und Hypotonie führen kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie sorgt der Block für eine Anästhesie und Analgesie im Versorgungsgebiet der Nervenwurzeln C2 bis C4. Dies umfasst die Haut und oberflächliche Strukturen von Ohr, Schlüsselbein und anterolateralem Hals.
Die Einstichstelle liegt am Mittelpunkt einer Linie zwischen dem Processus mastoideus und dem Querfortsatz des sechsten Halswirbels (Tuberculum Chassaignac). Die Injektion erfolgt am Hinterrand des Musculus sternocleidomastoideus.
Die Leitlinie warnt vor einer versehentlichen intravaskulären Injektion in die Arteria vertebralis, was zu schwerer zentralnervöser Toxizität führen kann. Weitere Risiken umfassen subdurale Injektionen, Hämatome und die Blockade des Nervus phrenicus oder laryngeus recurrens.
Es wird die Verwendung eines hochfrequenten Linearschallkopfs (6 bis 13 Hz) empfohlen. Dieser ermöglicht eine optimale Darstellung der oberflächlichen Strukturen und der lokalen Neuroanatomie.
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Quelle: StatPearls: Cervical Plexus Block (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.