Serratus-Anterior-Block (SAPB): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Rippenfrakturen sind häufige Verletzungen bei Traumata und gehen mit erheblicher Morbidität einher. Schmerzbedingte Einschränkungen der Atemmechanik können zu schweren Komplikationen wie Pneumonien, Atelektasen oder respiratorischem Versagen führen.
Intravenöse Opioide stellen eine traditionelle Behandlungsoption dar, bergen jedoch Risiken wie Atemdepression und Delir, insbesondere bei älteren Menschen. Regionalanästhesien gewinnen daher zunehmend an Bedeutung für eine sichere Analgesie.
Der ultraschallgestützte Serratus-Anterior-Block (SAPB) stellt laut StatPearls-Zusammenfassung eine effektive und nebenwirkungsarme Alternative dar. Die Blockade zielt auf die lateralen Hautäste der thorakalen Interkostalnerven (T2 bis T9) ab und betäubt die anterolaterale Thoraxwand.
Empfehlungen
Der Text formuliert folgende Kernaspekte für die Durchführung des Serratus-Anterior-Blocks:
Indikationen
Der SAPB wird für die Schmerztherapie bei folgenden Zuständen empfohlen:
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Anterolaterale und laterale Rippenfrakturen (ab zwei frakturierten Rippen)
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Rippenkontusionen und thorakoskopische Eingriffe
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Thorakotomien und Brustchirurgie
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Post-Mastektomie-Schmerzsyndrom
Es wird darauf hingewiesen, dass der Block bei anterioren und posterioren Rippenfrakturen ineffektiv sein kann.
Vorbereitung und Monitoring
Für die sichere Durchführung werden folgende Maßnahmen empfohlen:
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Verwendung eines Hochfrequenz-Linearschallkopfs (5-10 MHz oder 6-13 MHz)
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Anlage eines intravenösen Zugangs und kontinuierliches Herzmonitoring zur Früherkennung einer systemischen Toxizität
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Durchführung durch zwei Behandler (ein Anwender führt den Ultraschall und die Nadel, der zweite injiziert das Anästhetikum)
Technik der Blockade
Die Leitlinie beschreibt den folgenden prozeduralen Ablauf:
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Positionierung des Schallkopfs in der mittleren Axillarlinie auf Höhe der 5. Rippe
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Vorschieben der Nadel "in-plane" in einem Winkel von etwa 45 Grad auf die Rippe zu
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Initiale Hydrodissektion mit 1 bis 3 ml Kochsalzlösung oder Lokalanästhetikum zur Eröffnung des Faszienraums
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Langsame Injektion des großvolumigen Lokalanästhetikums nach Bestätigung der korrekten Ebene
Zielstrukturen
Es werden zwei mögliche Injektionsebenen mit vergleichbarer Wirksamkeit beschrieben:
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Superfizieller SAPB: Injektion anterior des M. serratus anterior, in der Ebene zum M. latissimus dorsi
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Tiefer SAPB: Injektion anterior der Rippe und tief zum M. serratus anterior
Dosierung
Der Text nennt folgendes Dosierungsschema für den Serratus-Anterior-Block:
| Medikament | Konzentration | Volumen | Maximale Dosis |
|---|---|---|---|
| Bupivacain | 0,25 % | 30 ml | 2 mg/kg Körpergewicht |
Kontraindikationen
Als absolute Kontraindikationen werden eine Allergie gegen Lokalanästhetika sowie Weichteilinfektionen an der geplanten Injektionsstelle genannt.
Anatomische Variationen, die die sonografische Darstellung behindern (wie Narben, Fibrosen oder subkutanes Emphysem), gelten als relative Kontraindikationen.
Eine therapeutische Antikoagulation stellt aufgrund der oberflächlichen Lage und des minimalen Gefäßverletzungsrisikos in der Regel keine Kontraindikation dar.
💡Praxis-Tipp
Da es sich beim Serratus-Anterior-Block um eine großvolumige Injektion handelt, wird ein kontinuierliches Herzmonitoring zur Früherkennung einer systemischen Toxizität (LAST) dringend empfohlen. Zudem wird betont, dass eine therapeutische Antikoagulation aufgrund der oberflächlichen Lage der Blockade bei erfahrenen Anwendern in der Regel keine Kontraindikation darstellt.
Häufig gestellte Fragen
Der Block ist laut Text sehr effektiv bei anterolateralen und lateralen Rippenfrakturen. Bei anterioren und posterioren Frakturen wird er hingegen als ineffektiv beschrieben.
Es wird eine In-plane-Technik mit einem Hochfrequenz-Linearschallkopf empfohlen. Die Nadel sollte in einem Winkel von etwa 45 Grad auf die 5. Rippe in der mittleren Axillarlinie vorgeschoben werden.
Die Analgesie durch Bupivacain hält typischerweise etwa sechs Stunden an. Der Text weist darauf hin, dass nach dieser Zeit mit einem Rebound-Schmerz gerechnet werden muss.
Nein, eine therapeutische Antikoagulation gilt bei erfahrenen Anwendern nicht als Kontraindikation. Dies wird mit der oberflächlichen Platzierung und dem minimalen Risiko für Gefäßverletzungen begründet.
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Quelle: StatPearls: Ultrasound-Guided Serratus Anterior Blocks (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.