Medianusblockade: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die Medianusblockade ist ein sicheres und effektives Verfahren zur Anästhesie der palmaren Seite von Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger sowie der radialen Handfläche. Laut der StatPearls-Zusammenfassung wird sie zunehmend nicht nur perioperativ, sondern auch in der Notfallmedizin bei akuten Traumata eingesetzt.
Anatomisch verläuft der Nervus medianus im Unterarm zwischen dem Musculus flexor digitorum superficialis (FDS) und dem Musculus flexor digitorum profundus (FDP). Durch seine oberflächliche Lage im Unterarm und die Distanz zur Arteria brachialis ist das Risiko einer versehentlichen Gefäßpunktion in diesem Bereich geringer als bei proximaleren Zugängen.
Die Einführung der Ultraschallsteuerung hat die Erfolgsraten im Vergleich zu rein landmarkenbasierten Techniken deutlich verbessert. Es wird beschrieben, dass dadurch konsistentere Blockaden mit geringeren Volumina an Lokalanästhetika erreicht werden können.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte für die Durchführung der Blockade:
Indikationen und Vorbereitung
Die Leitlinie nennt als primäre Indikationen die Reposition von Frakturen, die Versorgung komplexer Lazerationen sowie die Inzision von Abszessen im Versorgungsgebiet. Zudem wird das Verfahren als opioidsparende Analgesie bei Verbrennungen oder als Rescue-Technik bei unvollständigen Plexus-brachialis-Blockaden beschrieben.
Vor der Durchführung wird eine detaillierte Dokumentation des neurovaskulären Status der betroffenen Extremität empfohlen.
Ultraschallgestützte Technik
Für die Durchführung der Blockade am Unterarm werden folgende Schritte beschrieben:
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Positionierung der Ultraschallsonde in der Ellenbeuge über dem proximalen Radius.
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Identifikation des Nervus medianus als hyperechogene, wabenartige Struktur zwischen den Muskeln FDS und FDP.
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"In-plane"-Nadelführung parallel zur Sondenoberfläche, wobei die Nadelspitze stets sichtbar bleiben muss.
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Zielstruktur ist die Faszienschicht zwischen FDS und FDP.
Injektion und Sicherheit
Vor der Injektion wird eine Aspiration zur Vermeidung einer intravasalen Lage dringend angeraten. Die Leitlinie beschreibt die schrittweise Injektion von 1 bis 2 ml Lokalanästhetikum, bis eine zufriedenstellende Ausbreitung um den Nerv erreicht ist.
Es wird betont, dass bei der Durchführung stets eine Pflegekraft zur Überwachung der Vitalparameter anwesend sein sollte. Zudem muss Ausrüstung zur kardiopulmonalen Reanimation griffbereit sein.
Dosierung
Die StatPearls-Zusammenfassung gibt folgende Richtwerte für die Auswahl und Dosierung der Lokalanästhetika an:
| Lokalanästhetikum | Konzentration | Volumen | Erwartete Wirkdauer |
|---|---|---|---|
| Lidocain | 2 % | 5 ml | 1 bis 2 Stunden |
| Bupivacain | 0,5 % | 5 ml | 2 bis 4 Stunden |
| Ropivacain | 0,5 % | 5 ml | 2 bis 4 Stunden |
Zusätzlich wird für das Management einer systemischen Toxizität (LAST) die Bereitstellung von Intralipid 20 % (Bolus von 1,5 ml/kg, gefolgt von 0,25 mg/kg/h) empfohlen.
Kontraindikationen
Laut Leitlinie gelten folgende Kontraindikationen für die Medianusblockade:
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Ablehnung durch den Patienten
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Zellulitis oder Abszess über der geplanten Einstichstelle
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Anaphylaktische Reaktionen auf Lokalanästhetika in der Anamnese
Als relative Kontraindikation werden Hochrasanztraumata mit erhöhtem Risiko für ein Kompartmentsyndrom genannt. Hier wird eine vorherige Rücksprache mit den behandelnden Spezialisten angeraten.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, die Blockade bei Hochrasanztraumata ohne vorherige interdisziplinäre Absprache durchzuführen, da die Analgesie die Symptome eines beginnenden Kompartmentsyndroms maskieren könnte. Zudem wird hervorgehoben, dass die Nadelspitze bei der ultraschallgestützten "In-plane"-Technik zu jedem Zeitpunkt sichtbar sein muss, um Nervenverletzungen zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls-Zusammenfassung betäubt der Block die palmare Seite des Daumens, des Zeigefingers, des Mittelfingers sowie die radiale Hälfte des Ringfingers. Auch die radiale Handfläche wird anästhesiert.
Die Leitlinie beschreibt den proximalen Unterarm als idealen Ort. Hier liegt der Nerv oberflächlich zwischen dem Musculus flexor digitorum superficialis und profundus und ist weit genug von der Arteria brachialis entfernt.
Es wird dringend empfohlen, Intralipid 20 % im Raum bereitzuhalten. Die angegebene Dosierung ist ein Bolus von 1,5 ml/kg, gefolgt von einer Infusion mit 0,25 mg/kg/h.
Eine landmarkenbasierte Technik am Handgelenk zwischen den Sehnen des Musculus flexor carpi radialis und Palmaris longus ist möglich. Die Quelle betont jedoch, dass die Ultraschallsteuerung zu höheren Erfolgsraten und einer dichteren Blockade führt.
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Quelle: StatPearls: Median Nerve Block Techniques (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.