Basilarisarterieninfarkt: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Der Basilarisarterieninfarkt entsteht durch den Verschluss der Blutzufuhr im vertebrobasilären System, meist bedingt durch Atherosklerose oder Thromboembolien. Er macht schätzungsweise ein Prozent aller ischämischen Schlaganfälle aus.
Die klinische Präsentation reicht von milden Symptomen wie Schwindel und Übelkeit bis hin zu schweren neurologischen Ausfällen wie Koma, Hemiparese und Hirnnervenstörungen. Eine Bewusstseinsminderung gilt als das klinische Hauptmerkmal dieser Erkrankung.
Unbehandelt geht der Verschluss der Arteria basilaris mit einer sehr hohen Mortalität einher. Eine schnelle Rekanalisation ist entscheidend für das Überleben und die Minimierung neurologischer Defizite.
Empfehlungen
Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernempfehlungen für das Management des Basilarisarterieninfarkts:
Initiale Diagnostik
Bei Ankunft in der Notaufnahme wird als erste Untersuchung ein natives cCT empfohlen, um eine intrakranielle Blutung auszuschließen.
Bei Verdacht auf einen Basilarisverschluss sollte laut Leitlinie umgehend eine CT-Angiografie von Kopf und Hals erfolgen, um einen Großgefäßverschluss zu identifizieren.
Falls eine CT-Angiografie nicht möglich ist, kann eine MR-Angiografie durchgeführt werden. Es wird betont, dass eine weiterführende MRT-Bildgebung die Revaskularisationstherapie nicht verzögern darf.
Akuttherapie und Revaskularisation
Die Leitlinie empfiehlt die sofortige intravenöse Thrombolyse mit Alteplase (tPA) oder Tenecteplase, sofern das Zeitfenster von 3 bis 4,5 Stunden eingehalten wird und keine Kontraindikationen vorliegen.
Zusätzlich wird bei geeigneten Personen eine mechanische Thrombektomie innerhalb von 24 Stunden nach Symptombeginn empfohlen.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Thrombolyse vor der Verlegung in die Angiografie-Einheit zur Thrombektomie erfolgen sollte.
Zeitmanagement im Krankenhaus
Die Leitlinie verweist auf etablierte Schlaganfall-Protokolle und empfiehlt folgende strikte Zeitvorgaben ab Eintreffen in der Notaufnahme:
| Maßnahme | Empfohlenes Zeitfenster |
|---|---|
| Ärztliche Begutachtung | Innerhalb von 15 Minuten |
| Natives cCT | Innerhalb von 25 Minuten |
| Beginn der Thrombolyse (Door-to-Needle) | Innerhalb von 60 Minuten |
Sekundärprävention
Für Personen, die nicht für eine Thrombolyse infrage kommen und eine Plaque-Belastung aufweisen, wird eine akute Antikoagulation oder eine Thrombozytenaggregationshemmung empfohlen.
Bei intrakranieller Atherosklerose wird eine duale Thrombozytenaggregationshemmung für 90 Tage, gefolgt von einer Aspirin-Monotherapie, empfohlen.
Die Leitlinie nennt folgende Zielwerte für die Entlassung und langfristige Sekundärprävention:
| Parameter | Empfohlener Zielwert |
|---|---|
| LDL-Cholesterin | < 70 mg/dl |
| Blutdruck | < 130/80 mmHg |
| HbA1c-Wert | < 6,5 % |
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie hebt hervor, dass eine Bewusstseinsminderung das klinische Hauptmerkmal eines Basilarisarterieninfarkts ist. Es wird davor gewarnt, bei der initialen Diagnostik wertvolle Zeit durch eine MRT-Bildgebung zu verlieren, da dies die lebensrettende Revaskularisation verzögern kann. Stattdessen wird ein sofortiges natives cCT zum Blutungsausschluss mit anschließender CT-Angiografie empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie reichen die Symptome von Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen bis hin zu schweren Ausfällen wie Koma, Hemiparese und Hirnnervenstörungen. Eine Bewusstseinsminderung wird als das wichtigste klinische Merkmal beschrieben.
Die Leitlinie empfiehlt die intravenöse Thrombolyse mit Alteplase oder Tenecteplase innerhalb eines Zeitfensters von 3 bis 4,5 Stunden nach Symptombeginn. Die Door-to-Needle-Zeit sollte dabei 60 Minuten nicht überschreiten.
Es wird empfohlen, geeignete Personen innerhalb von 24 Stunden nach dem letzten bekannten Normalzustand für eine mechanische Thrombektomie in Betracht zu ziehen. Diese sollte idealerweise nach der initialen Thrombolyse erfolgen.
Gemäß der Leitlinie wird ein LDL-Wert unter 70 mg/dl und ein Blutdruck von unter 130/80 mmHg angestrebt. Bei Diabetikern wird ein HbA1c-Zielwert von unter 6,5 % empfohlen.
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Quelle: StatPearls: Basilar Artery Infarct (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.