StatPearls2026

Vertebrobasilärer Schlaganfall: StatPearls

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vertebrobasiläre Schlaganfall ist eine Durchblutungsstörung der posterioren Zirkulation, die etwa 20 Prozent aller Schlaganfälle ausmacht. Die betroffenen Gefäße versorgen primär den Hirnstamm, bestehend aus Mittelhirn, Pons und Medulla.

Aufgrund unspezifischer Initialsymptome wie Übelkeit oder Schwindel kommt es häufig zu Verzögerungen bei der neurologischen Beurteilung. Dies kann zeitkritische Interventionen erschweren oder verhindern.

Als häufigster Risikofaktor wird in der StatPearls-Leitlinie die arterielle Hypertonie genannt, die bei etwa 70 Prozent der Betroffenen vorliegt. Weitere Risikofaktoren umfassen Diabetes mellitus, Rauchen, Adipositas und Vorhofflimmern.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die Evaluation und Behandlung:

Klinische und apparative Diagnostik

Die Leitlinie empfiehlt eine rasche präklinische und klinische Evaluation bei Verdacht auf einen vertebrobasilären Schlaganfall.

  • Erhebung des "Last known well"-Zeitpunkts zur Triage der Betroffenen.

  • Initiale Beurteilung mittels National Institutes of Health Stroke Scale (NIHSS) zur Lokalisierung und Verlaufsbeobachtung.

  • Durchführung einer nativen Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) des Kopfes innerhalb von 20 Minuten nach Vorstellung zum Ausschluss einer Blutung.

  • Gefäßdarstellung (CTA oder MRA) von Kopf und Hals zur Beurteilung möglicher Großgefäßverschlüsse.

  • Bestimmung des Blutzuckers zum Ausschluss einer Hypoglykämie sowie Basislabor und Echokardiographie.

Spezifische Hirnstammsyndrome

Die Leitlinie beschreibt verschiedene Syndrome, die je nach betroffenem Gefäßgebiet auftreten. Eine Auswahl der wichtigsten Syndrome wird wie folgt klassifiziert:

SyndromBetroffene RegionTypische klinische Zeichen
Wallenberg-SyndromLaterale MedullaHeiserkeit, Dysphagie, Ataxie, gekreuzte Hemianästhesie
Dejerine-SyndromMediale MedullaIpsilaterale Zungenparese, kontralaterale Extremitätenschwäche
Top-of-the-Basilar-SyndromRostraler HirnstammVertikale Blickparese, Hypersomnie, visuelle Halluzinationen
Weber-SyndromMittelhirnIpsilaterale Okulomotoriusparese, kontralaterale Hemiparese

Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls

Die Behandlung ist stark zeitabhängig und erfordert ein spezialisiertes interprofessionelles Team.

  • Intravenöse Thrombolyse mit Alteplase bei einem Symptombeginn von unter 4,5 Stunden und fehlendem Blutungsnachweis.

  • Mechanische Thrombektomie bei nachgewiesenem Großgefäßverschluss der posterioren Zirkulation.

  • Permissive Hypertonie bis 180/90 mmHg in den ersten 24 Stunden nach Intervention zur Gewährleistung der Gewebeperfusion.

  • Bei fehlender Rekanalisationstherapie wird ein permissiver Blutdruck bis 220/110 mmHg toleriert.

Management des hämorrhagischen Schlaganfalls

Bei Vorliegen einer intrakraniellen Blutung formuliert die Leitlinie abweichende Therapieziele.

  • Sofortige neurochirurgische Beurteilung zur Prüfung operativer Interventionen.

  • Strikte Blutdruckkontrolle mit intravenösen Antihypertensiva auf Werte unter 160/90 mmHg.

  • Pausierung von Antikoagulantien und medikamentöser Thromboseprophylaxe in der Akutphase.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende Dosierung für die intravenöse Thrombolyse beim akuten ischämischen Schlaganfall:

MedikamentDosisIndikation
Alteplase (i.v.)0,9 mg/kg Körpergewicht (Maximaldosis 90 mg). 10 % als Bolus über 1 Minute, der Rest über 1 Stunde.Ischämischer Schlaganfall (Symptombeginn < 4,5 Stunden)

Kontraindikationen

Die Leitlinie führt spezifische Kontraindikationen für die Gabe von Alteplase (TPA) auf.

  • Kürzlich erfolgte intrakranielle Operationen oder Traumata

  • Aktive innere Blutungen

  • Intrakranielle Hämorrhagie

  • Blutdruckwerte über 180/90 mmHg

Zudem werden relative Ausschlusskriterien genannt, darunter ein Alter von über 80 Jahren, ein NIHSS-Score von über 25 sowie die aktuelle Einnahme von Antikoagulantien.

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💡Praxis-Tipp

Ein vertebrobasilärer Schlaganfall präsentiert sich häufig mit unspezifischen Symptomen wie isoliertem Schwindel oder Übelkeit, was leicht mit benignen Erkrankungen verwechselt werden kann. Es wird empfohlen, bei akut aufgetretenen vestibulozerebellären Beschwerden stets an eine Ischämie der posterioren Zirkulation zu denken, um zeitkritische Therapien wie die Thrombolyse nicht zu verzögern. Das Vorliegen einer gekreuzten Parese (ipsilaterale Hirnnervenausfälle und kontralaterale Extremitätenschwäche) gilt als starker klinischer Hinweis auf eine Hirnstammläsion.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist eine intravenöse Thrombolyse mit Alteplase indiziert, wenn der Symptombeginn weniger als 4,5 Stunden zurückliegt. Ein Blutungsausschluss mittels nativer Bildgebung muss zuvor zwingend erfolgen.

Nach einer Thrombolyse oder Thrombektomie wird eine permissive Hypertonie von bis zu 180/90 mmHg in den ersten 24 Stunden empfohlen. Ohne spezifische Rekanalisationstherapie werden Blutdruckwerte bis 220/110 mmHg toleriert.

Die Leitlinie empfiehlt die Durchführung eines nativen CCTs oder MRTs innerhalb von 20 Minuten nach Eintreffen, um eine Blutung auszuschließen. Zusätzlich sollte eine Gefäßdarstellung (CTA oder MRA) erfolgen, um Großgefäßverschlüsse zu detektieren.

Das Wallenberg-Syndrom ist der häufigste Schlaganfall der posterioren Zirkulation und entsteht durch eine Ischämie der lateralen Medulla. Es präsentiert sich typischerweise mit Heiserkeit, Dysphagie, Ataxie und einer gekreuzten Hemianästhesie.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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