ASC-US (Atypische Plattenepithelien): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Atypische Plattenepithelien unklarer Signifikanz (ASC-US) stellen eine Kategorie im Bethesda-System zur Befundung der Zervixzytologie dar. Es handelt sich um abnormale zytologische Veränderungen, die auf eine squamöse intraepitheliale Läsion (SIL) hindeuten, jedoch qualitativ und quantitativ nicht für eine definitive Diagnose ausreichen. Etwa 10 bis 20 Prozent der Patientinnen mit ASC-US weisen eine zervikale intraepitheliale Neoplasie (CIN) auf.
Die Entstehung von zervikalen Präkanzerosen ist stark mit einer persistierenden Infektion durch Hochrisiko-Humane-Papillomviren (hrHPV), insbesondere den Stämmen 16 und 18, assoziiert. ASC-US kann jedoch auch durch Entzündungen, atrophische Veränderungen in der Menopause oder Artefakte bei der Abstrichentnahme vorgetäuscht werden. Zu den wesentlichen Risikofaktoren für die Entwicklung eines Zervixkarzinoms zählen ein frühes Alter beim ersten Geschlechtsverkehr, wechselnde Sexualpartner, starkes Rauchen sowie eine HIV-Infektion.
Die Leitlinie beschreibt folgende Zusammenhänge zwischen zytologischen und histologischen Klassifikationen:
| Zytologie (Bethesda-System) | Histologisches Äquivalent | Beschreibung |
|---|---|---|
| ASC-US | - | Atypische Plattenepithelien unklarer Signifikanz |
| LSIL | CIN 1 | Niedriggradige Läsion / leichte Dysplasie |
| HSIL | CIN 2 / CIN 3 | Hochgradige Läsion / mittel- bis hochgradige Dysplasie |
Empfehlungen
Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert basierend auf aktuellen Richtlinien (wie den ASCCP-Leitlinien) folgende Kernaspekte:
Zervixkarzinom-Screening
Laut Leitlinie wird für immunkompetente, asymptomatische Frauen im Alter von 21 bis 29 Jahren ein zytologisches Screening alle drei Jahre empfohlen. Für Frauen zwischen 30 und 65 Jahren wird primär ein hrHPV-Test oder ein Co-Testing (hrHPV und Zytologie) alle fünf Jahre empfohlen. Alternativ kann in dieser Altersgruppe eine alleinige Zytologie alle drei Jahre erfolgen.
Bei Frauen unter 21 Jahren wird gemäß Leitlinie kein Screening empfohlen, da HPV-Infektionen in dieser Gruppe meist transient sind. Frauen über 65 Jahre können das Screening beenden, sofern die vorherigen Testergebnisse durchgehend negativ waren.
Triage bei ASC-US-Befund
Um einen ASC-US-Befund weiter abzuklären, wird eine Triage mittels hrHPV-DNA-Testung, wiederholter Zytologie oder visueller Inspektion mit Essigsäure (VIA) und Kolposkopie empfohlen. Die Kombination aus Zytologie und HPV-DNA-Testung wird aufgrund der höheren Sensitivität bevorzugt.
Altersadaptiertes Management
Für das Management von ASC-US wird eine risikobasierte Strategie empfohlen:
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Bei Patientinnen unter 25 Jahren mit ASC-US (HPV-positiv oder ungetestet) wird eine Wiederholung der Zytologie nach einem Jahr empfohlen.
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Ist diese erste Kontrolle unauffällig (NILM/ASC-US/LSIL), sollte laut Leitlinie eine erneute Zytologie nach einem weiteren Jahr erfolgen.
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Bei Patientinnen unter 25 Jahren mit einem negativen HPV-Test kann direkt zum routinemäßigen Screening-Intervall zurückgekehrt werden.
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Eine Kolposkopie ist indiziert, wenn die erste jährliche Kontrolle HSIL, ASC-H, AGC oder AIS zeigt, oder wenn die zweite Kontrolle weiterhin ASC-US oder schwerere Läsionen aufweist.
Für Patientinnen ab 25 Jahren wird empfohlen, das Management anhand des individuellen Risikos für eine CIN3+ Läsion festzulegen. Bei einem positiven HPV-Test wird in der Regel eine Kolposkopie durchgeführt, während bei einem negativen HPV-Test eine Wiederholung der Zytologie nach drei Jahren empfohlen wird.
Therapie bestätigter Läsionen
Sollte sich aus dem ASC-US-Befund eine höhergradige Läsion bestätigen, werden je nach Schweregrad verschiedene Verfahren empfohlen. Für niedriggradige Läsionen (SIL) können ablative Methoden wie Kryotherapie oder Thermokoagulation eingesetzt werden. Bei hochgradigen Läsionen (HSIL/CIN 2+) wird eine Exzision mittels LLETZ/LEEP oder eine Konisation empfohlen.
Kontraindikationen
Die Leitlinie nennt folgende Warnhinweise im Rahmen der operativen Abklärung und Therapie:
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Es wird davor gewarnt, eine Kryotherapie oder LLETZ bei Vorliegen einer Zervizitis, bakteriellen Vaginose oder vaginalen Trichomoniasis durchzuführen, da dies zu starkem, übelriechendem Ausfluss führen kann.
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Nach operativen Eingriffen (wie LLETZ oder Kryotherapie) wird empfohlen, für vier bis sechs Wochen auf Geschlechtsverkehr zu verzichten oder Kondome zu verwenden.
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Es wird davor gewarnt, in der postoperativen Phase Tampons einzuführen oder Vaginalspülungen durchzuführen.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist, dass ein ASC-US-Befund nicht zwingend eine präkanzeröse Läsion darstellt, sondern häufig durch Entzündungen oder atrophische Veränderungen vorgetäuscht wird. Es wird betont, dass die Triage mittels hrHPV-Testung das effektivste Mittel ist, um das tatsächliche Risiko einer CIN3+-Läsion einzuschätzen und unnötige Kolposkopien zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird bei Frauen unter 25 Jahren mit ASC-US (ohne HPV-Testung oder bei HPV-Positivität) eine Wiederholung der Zytologie nach einem Jahr empfohlen. Ist der Befund dann unauffällig, sollte eine weitere Kontrolle nach einem weiteren Jahr erfolgen.
Eine Kolposkopie wird empfohlen, wenn bei Frauen ab 25 Jahren ein positiver hrHPV-Test vorliegt oder das individuelle CIN3+-Risiko erhöht ist. Bei jüngeren Frauen ist sie indiziert, wenn die zytologischen Verlaufskontrollen eine Progression (z. B. HSIL) oder persistierendes ASC-US nach zwei Jahren zeigen.
ASC-US steht für atypische Plattenepithelien unklarer Signifikanz und beschreibt zytologische Veränderungen, die auf eine squamöse intraepitheliale Läsion hindeuten. Die Leitlinie ordnet diesen Befund als Grauzone ein, da die Kriterien für eine definitive Dysplasie quantitativ oder qualitativ nicht erfüllt sind.
Die Leitlinie empfiehlt für Frauen zwischen 30 und 65 Jahren primär ein hrHPV-Testing oder ein Co-Testing (hrHPV plus Zytologie) alle fünf Jahre. Alternativ kann eine alleinige Zytologie alle drei Jahre erfolgen.
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Quelle: StatPearls: Atypical Squamous Cells of Undetermined Significance (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.