ClariMedClariMed
WHO2024

WHO-Leitlinie 2024: Dual-Stain-Zytologie bei HPV-Triage

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Dual-Stain-Zytologie (p16/Ki-67) wird als Triage-Test nach einem positiven HPV-Test bei der Allgemeinbevölkerung empfohlen.
  • Bei einem negativen Dual-Stain-Ergebnis sollte nach 24 Monaten ein erneuter HPV-Test erfolgen.
  • Für Frauen mit HIV gibt es aufgrund unzureichender Datenlage derzeit keine Empfehlung für die Dual-Stain-Zytologie.
  • Der Test erfordert zwingend flüssigkeitsbasierte Zytologie (LBC) und ist nicht als Point-of-Care-Test geeignet.
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

Hintergrund

Das Zervixkarzinom ist weltweit eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Im Rahmen der WHO-Strategie zur Eliminierung des Zervixkarzinoms werden aktualisierte Screening- und Behandlungsalgorithmen empfohlen. Ein zentraler Bestandteil ist der "Screen, Triage and Treat"-Ansatz. Hierbei wird nach einem positiven primären HPV-Test (DNA oder mRNA) ein Triage-Test durchgeführt, um zu entscheiden, ob eine Behandlung oder weitere Diagnostik (wie eine Kolposkopie) notwendig ist.

Wirkprinzip der Dual-Stain-Zytologie

Die Dual-Stain-Zytologie ist ein immunzytochemisches Verfahren, das auf flüssigkeitsbasierten Zytologie-Proben (LBC) angewendet wird. Es sucht nach der Koexpression von zwei spezifischen Proteinen in den zervikalen Epithelzellen:

ProteinBedeutung
p16Wird in Zellen überexprimiert, die durch High-Risk-HPV (insbesondere durch das Onkoprotein E7) transformiert wurden.
Ki-67Ein etablierter Proliferationsmarker, der Zellteilung anzeigt.

Wenn beide Proteine in derselben Zelle nachgewiesen werden (braune zytoplasmatische p16-Färbung und rote nukleäre Ki-67-Färbung), gilt der Test als positiv. Dies ist ein Surrogatmarker für eine durch HPV-Onkoproteine vermittelte Deregulation des Zellzyklus und weist auf ein erhöhtes Risiko für das Vorliegen von CIN2/3-Läsionen hin.

Empfehlungen zur Triage

Die WHO gibt basierend auf der aktuellen Evidenzlage spezifische Empfehlungen für verschiedene Patientinnengruppen ab.

PopulationEmpfehlungBemerkung
AllgemeinbevölkerungDie WHO schlägt vor, die Dual-Stain-Zytologie als eine mögliche Triage-Option nach einem positiven HPV-NAT-Ergebnis zu nutzen.Alternativen sind partielle Genotypisierung, Kolposkopie, VIA oder konventionelle Zytologie. (Bedingte Empfehlung, niedrige Evidenz)
Frauen mit HIVKeine Empfehlung für die Dual-Stain-Zytologie.Aufgrund unzureichender Datenlage für diese Gruppe. Es sollten etablierte Triage-Tests (Genotypisierung, Kolposkopie, VIA, Zytologie) verwendet werden.

Spezifische Vorgaben bei Anwendung

Wenn die Dual-Stain-Zytologie bei der Allgemeinbevölkerung eingesetzt wird, schlägt die WHO vor:

  • Die Probenentnahme muss durch medizinisches Personal erfolgen (bisher nicht für Selbstabnahme validiert).
  • Bei einem negativen Dual-Stain-Ergebnis soll nach 24 Monaten ein erneuter HPV-NAT-Test erfolgen.

Implementierung und Laboranforderungen

Die Einführung der Dual-Stain-Zytologie erfordert spezifische strukturelle Voraussetzungen und unterscheidet sich maßgeblich von Point-of-Care-Tests.

AnforderungBeschreibung
ProbenmaterialZwingend flüssigkeitsbasierte Zytologie (LBC). Nicht anwendbar bei konventionellen Pap-Abstrichen.
InfrastrukturBenötigt LBC-Infrastruktur sowie Ausrüstung für Immunfärbung (z. B. Autostainer).
Labor-SetupKein Point-of-Care-Test. Muss in zentralisierten Laboren mit hohem Qualitätsstandard durchgeführt werden.
PersonalSpezifisches Training zur korrekten Interpretation der gefärbten Objektträger ist erforderlich (die Reproduzierbarkeit ist jedoch höher als bei klassischer Zytologie).
Follow-upDas Gesundheitssystem muss in der Lage sein, die Nachverfolgung und erneute Einbestellung nach 24 Monaten (bei negativem Ergebnis) sicherzustellen.

💡Praxis-Tipp

Führen Sie die Dual-Stain-Zytologie ausschließlich an LBC-Proben (flüssigkeitsbasierte Zytologie) durch. Stellen Sie sicher, dass Patientinnen mit einem negativen Dual-Stain-Ergebnis konsequent nach 24 Monaten zur HPV-Kontrolle einbestellt werden.

Häufig gestellte Fragen

Sie weist die Koexpression der Proteine p16 und Ki-67 in derselben Zelle nach, was auf eine durch HPV-Onkoproteine vermittelte Zellzyklus-Deregulation hindeutet.
Nein, die Dual-Stain-Zytologie ist ausschließlich für flüssigkeitsbasierte Zytologie (LBC) entwickelt und validiert worden.
Die WHO empfiehlt in diesem Fall eine erneute Testung mit einem HPV-NAT nach genau 24 Monaten.
Nein, aufgrund unzureichender Evidenz gibt es derzeit keine Empfehlung für den Einsatz bei Frauen, die mit HIV leben. Hier gelten weiterhin die bisherigen Triage-Verfahren.
Nein, die WHO empfiehlt, dass die Proben für die Dual-Stain-Zytologie durch medizinisches Personal entnommen werden.

Verwandte Leitlinien