Zervixkarzinom: Prävention, Screening und HPV-Impfung
Hintergrund
Das Zervixkarzinom ist weltweit eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. In Deutschland erkranken jährlich etwa 4.600 Frauen, wobei eine persistierende Infektion mit Hochrisiko-Typen des Humanen Papillomvirus (HPV) als Hauptursache gilt.
Die Einführung der zytologischen Krebsfrüherkennung (Pap-Abstrich) hat die Inzidenz und Mortalität in den letzten Jahrzehnten deutlich gesenkt. Dennoch stagnieren diese Raten in jüngerer Zeit.
Die Leitlinie zielt darauf ab, die sekundäre Prävention durch evidenzbasierte Screening-Algorithmen, den Einsatz von HPV-Tests und strukturierte Abklärungswege zu optimieren. Zudem wird die primäre Prävention durch die HPV-Impfung adressiert.
💡Praxis-Tipp
Ein abwartendes Vorgehen bei histologisch gesicherter CIN 2 ist laut Leitlinie gerechtfertigt, sofern die Platten-Zylinderepithelgrenze komplett einsehbar ist. Es wird empfohlen, in diesen Fällen auf eine sofortige Exzision zu verzichten und stattdessen eine Kontrolle nach 6 Monaten durchzuführen. Dies begründet sich durch die hohe spontane Regressionsrate dieser Läsionen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt den Einsatz eines HPV-Tests als primäres Screeningverfahren erst für Frauen ab 35 Jahren im Rahmen einer Ko-Testung. Bei jüngeren Frauen wird aufgrund der hohen Rate an vorübergehenden HPV-Infektionen von einem primären HPV-Screening abgeraten.
Es wird empfohlen, bei einem Pap IIID1 nach 6 Monaten einen Hochrisiko-HPV-Test durchzuführen. Fällt dieser positiv aus, sollte eine kolposkopische Abklärung innerhalb von 3 Monaten erfolgen.
Laut Leitlinie soll während einer Schwangerschaft bei einer CIN 3 keine operative Therapie erfolgen, sofern ein invasives Karzinom sicher ausgeschlossen wurde. Stattdessen werden kolposkopische Kontrollen in dreimonatigen Intervallen empfohlen.
Es wird eine kombinierte Kontrolle aus HPV-Test und Zytologie nach 6, 12 und 24 Monaten empfohlen. Sind diese Befunde unauffällig, kann die Frau wieder an den regulären Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen.
Die Leitlinie empfiehlt primär die Schlingenexzision (LLETZ) oder Laserexzision zur Behandlung von intraepithelialen Neoplasien. Die Messerkonisation ist mit einem höheren geburtshilflichen Risiko assoziiert und soll bei nicht abgeschlossener Familienplanung vermieden werden.
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Quelle: AWMF 015-027: Prävention des Zervixkarzinoms (AWMF, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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