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AWMFS3Onkologie

S3-Leitlinie Prävention des Zervixkarzinoms (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Persistierende Infektionen mit High-Risk-HPV (v.a. Typ 16 und 18) sind die Hauptursache für das Zervixkarzinom.
  • Die zytologische Befundung soll nach der Münchner Nomenklatur III erfolgen.
  • Histologisch soll weiterhin die klassische 3-stufige Einteilung (CIN 1-3) verwendet werden, um Übertherapien bei CIN 2 zu vermeiden.
  • Die p16-Immunhistochemie ist nur zur differentialdiagnostischen Abgrenzung gegenüber reaktiven Veränderungen indiziert.
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Hintergrund

Das Zervixkarzinom ist weltweit die dritthäufigste Krebserkrankung bei Frauen. In Deutschland erkranken jährlich etwa 4.640 Frauen (Stand 2012). Durch die Einführung der Krebsfrüherkennung mittels Pap-Abstrich konnten Inzidenz und Mortalität in der Vergangenheit deutlich gesenkt werden, stagnieren jedoch in den letzten Jahren. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 53 Jahren, wobei die Inzidenzrate bereits ab 30 Jahren deutlich ansteigt.

Ätiologie und Pathogenese

In 99,7 % aller invasiven Zervixkarzinome lässt sich HPV-DNA nachweisen. Eine persistierende Infektion mit High-Risk-HPV-Typen ist der notwendige Risikofaktor für die Entwicklung zervikaler intraepithelialer Neoplasien (CIN) und des Zervixkarzinoms. Die Infektion erfolgt meist in der Transformationszone der Zervix.

IARC KlassifikationHPV-Typen
Karzinogen (High-Risk)16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59
Wahrscheinlich karzinogen68
Niedrigrisiko (Low-Risk)6, 11, 40, 42, 43, 44, 54, 61, 72, 81

Die HPV-Typen 16 und 18 sind allein für 70 % aller Zervixkarzinome verantwortlich. Etwa 80-90 % der HPV-Infektionen heilen innerhalb von zwei Jahren spontan ab.

Zytologische Nomenklatur

Die zytologische Klassifikation soll auf die Münchner Nomenklatur III umgestellt werden (Expertenkonsens). Diese beinhaltet die bewährte Gruppeneinteilung (I bis V) und wurde durch Zusätze erweitert, die den Ursprung der Veränderungen verdeutlichen:

ZusatzBedeutungBetroffene Gruppen
aAuffälligkeit in der AnamnesePap II
pPlattenepithelveränderungenPap II, III, IVa, IVb, V
gGlanduläre VeränderungenPap II, III, IVa, IVb, V
eEndometrium vorhandenPap II, III, V
xUnklare HerkunftPap III, V

Zudem wird der Befund Pap IIID in Pap IIID1 (leichte Dysplasie, CIN 1) und Pap IIID2 (mäßige Dysplasie, CIN 2) unterteilt. Dies erleichtert die Kommunikation zwischen Zytologen und Gynäkologen.

Pathologie und Klassifikation

Es soll weiterhin die klassische 3-stufige Einteilung in CIN 1, CIN 2 und CIN 3 verwendet werden (Expertenkonsens). Die 2-stufige Einteilung nach WHO (LSIL/HSIL) soll lediglich in Parenthese oder als Kommentar hinzugefügt werden.

Gründe für die Beibehaltung der 3-stufigen Einteilung:

  • Nur für CIN 3 ist ein signifikantes Progressionspotential zum invasiven Karzinom belegt.
  • Die Subsumierung von CIN 2 unter HSIL impliziert eine therapeutische Indikation (Konisation). Da CIN 2 in über 50 % der Fälle spontan regrediert, würde dies zu einer massiven Übertherapie führen.
  • Eine Übertherapie durch Konisation erhöht insbesondere bei jungen Frauen das Frühgeburtsrisiko.
LäsionRegressionsrateProgressionsrate
CIN 160 %10 % (zu CIN 3)
CIN 2>50 %20 % (zu CIN 3)
CIN 333 %>12 % (zum Karzinom)

Biomarker

Die p16-Immunhistochemie sollte nur zur differentialdiagnostischen Abgrenzung gegenüber reaktiven und regenerativen zervikalen Veränderungen eingesetzt werden, die eine intraepitheliale Neoplasie vortäuschen (Expertenkonsens).

💡Praxis-Tipp

Verwenden Sie im klinischen Alltag weiterhin primär die 3-stufige CIN-Klassifikation (CIN 1-3). Die alleinige Nutzung der 2-stufigen WHO-Einteilung (LSIL/HSIL) verleitet bei CIN 2 zu einer Übertherapie (Konisation), was insbesondere bei jungen Frauen das Frühgeburtsrisiko unnötig erhöht.

Häufig gestellte Fragen

Nach IARC-Klassifikation gelten 12 Typen als karzinogen (High-Risk), darunter 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58 und 59. Die Typen 16 und 18 sind allein für 70 % aller Zervixkarzinome verantwortlich.
Die 3-stufige Einteilung (CIN 1-3) verhindert eine Übertherapie. Die 2-stufige WHO-Einteilung fasst CIN 2 und 3 als HSIL zusammen, was zur Konisation verleitet, obwohl CIN 2 in über 50 % der Fälle spontan regrediert.
Sie sollte nur zur differentialdiagnostischen Abgrenzung gegenüber reaktiven und regenerativen zervikalen Veränderungen eingesetzt werden, die eine intraepitheliale Neoplasie vortäuschen.
Etwa 80-90 % der HPV-Infektionen heilen innerhalb von zwei Jahren spontan und ohne Symptome wieder ab.

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