Anatomie und Klinik: Nervus thoracicus longus (StatPearls)
Hintergrund
Die StatPearls-Übersicht beschreibt die Anatomie und klinische Relevanz des Nervus thoracicus longus. Dieser motorische Nerv entspringt typischerweise den Zervikalwurzeln C5, C6 und C7.
Er ist primär für die Innervation des Musculus serratus anterior verantwortlich. Dieser Muskel ermöglicht die Protraktion der Skapula und unterstützt die Armelevation sowie die Atmung.
Aufgrund seines langen und oberflächlichen Verlaufs entlang der mittleren Axillarlinie ist der Nerv besonders anfällig für Verletzungen. Eine Schädigung führt zum klinischen Bild der Scapula alata (geflügeltes Schulterblatt).
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Anatomische Grundlagen
Der Text beschreibt, dass der Nervus thoracicus longus aus den vorderen Ästen von C5 bis C7 gebildet wird. In etwa 10 Prozent der Fälle wird eine zusätzliche Versorgung aus C8 beschrieben.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Innervation des Musculus serratus anterior je nach Muskelabschnitt variiert:
| Muskelabschnitt (M. serratus anterior) | Innervation |
|---|---|
| Pars superior | N. thoracicus longus und unabhängiger Ast |
| Pars intermedia | N. thoracicus longus |
| Pars inferior | N. thoracicus longus und Ast des N. intercostalis |
Risikofaktoren und Ursachen
Laut Übersicht besteht ein erhöhtes Risiko für iatrogene Verletzungen bei verschiedenen chirurgischen Eingriffen. Dazu zählen:
-
Radikale Mastektomien und axilläre Lymphknotendissektionen
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Thorakotomien und videoassistierte Thorakoskopien
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Anlage von Thoraxdrainagen und Resektionen der ersten Rippe
Zudem werden nicht-chirurgische Ursachen für eine Nervenkompression oder -dehnung aufgeführt. Hierzu gehören das Tragen schwerer Rucksäcke, die Nutzung von Krücken, sportliche Überlastung sowie Lagerungsschäden unter Anästhesie.
Diagnostik
Zur klinischen Überprüfung der Nervenintegrität wird die Beurteilung von Kraft und Symmetrie beider Schulterblätter empfohlen. Eine Asymmetrie oder Muskelatrophie deutet auf eine Läsion hin.
Für die spezifische Untersuchung wird der Serratus-Wand-Test beschrieben. Hierbei stützt sich die untersuchte Person mit flachen Händen auf Hüfthöhe gegen eine Wand, wodurch eine mediale Scapula alata bei Parese sichtbar wird.
Therapie und Prognose
Das Management richtet sich nach dem Verletzungsmechanismus. Bei überlastungsbedingten Schäden wird eine spontane Erholung innerhalb von 6 bis 24 Monaten beschrieben.
In dieser Phase wird Physiotherapie zum Erhalt der Beweglichkeit und zur Stärkung der umliegenden Muskulatur (Trapezius, Rhomboideen) als essenziell erachtet.
Bei traumatischen Verletzungen ohne funktionelle Erholung können operative Maßnahmen evaluiert werden. Es wird von erfolgreichen Nerventransfers unter Nutzung des Nervus thoracodorsalis oder der Nervi pectorales mediales berichtet.
Kontraindikationen
Die Übersicht warnt vor bestimmten Lagerungen unter Vollnarkose. Eine passive Adduktion des Armes über die Brust kann zu einer anterioren Verschiebung der Skapula führen.
Dies birgt das Risiko einer Kompression des Nervus thoracicus longus und seiner Blutversorgung durch Faltenbildung des Muskels.
💡Praxis-Tipp
Eine Schwäche des Musculus serratus anterior führt zu einer medialen Scapula alata, da der Zug der Rhomboideen und des Trapezius unreguliert bleibt. Es wird betont, dass diese Form strikt von der selteneren lateralen Scapula alata unterschieden werden muss, welche durch eine Läsion des Nervus accessorius und eine Trapeziusschwäche bedingt ist.
Häufig gestellte Fragen
Eine Schädigung des Nervus thoracicus longus führt zu einer Parese des Musculus serratus anterior. Dadurch kann das Schulterblatt nicht mehr am Thorax fixiert werden und weicht nach medial ab.
Laut StatPearls ist der Nerv besonders bei Eingriffen in der Axilla und am lateralen Thorax gefährdet. Dazu gehören radikale Mastektomien, axilläre Lymphknotendissektionen und die Anlage von Thoraxdrainagen.
Die Prognose hängt von der Ursache ab. Während sich überlastungsbedingte Schäden oft innerhalb von 6 bis 24 Monaten spontan erholen, kann die Heilung bei einer neuralgischen Amyotrophie ein bis drei Jahre dauern.
Die untersuchte Person steht etwa 60 Zentimeter von einer Wand entfernt und drückt sich mit flachen Händen auf Hüfthöhe ab. Bei einer Schwäche des Musculus serratus anterior wird dabei ein Abstehen des Schulterblatts sichtbar.
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Quelle: StatPearls: Anatomy, Thorax, Long Thoracic Nerve (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.