Spontanpneumothorax: Diagnostik und Therapie-Leitlinie
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie behandelt die Diagnostik und Therapie des primären (PSP) und sekundären Spontanpneumothorax (SSP) sowie des postinterventionellen Pneumothorax bei Erwachsenen.
Ein PSP tritt typischerweise bei Patienten unter 45 Jahren ohne vorbestehende Lungenerkrankung auf. Rauchen und ein großer, schlanker Körperbau gelten als begünstigende Faktoren für die Entstehung.
Der SSP betrifft Patienten mit pulmonalen Vorerkrankungen (wie COPD oder Lungenfibrose) oder Personen ab 45 Jahren mit Nikotinabusus. Er geht im Vergleich zum PSP mit einer deutlich höheren Morbidität und Letalität einher.
💡Praxis-Tipp
Ein entscheidender Praxisaspekt der Leitlinie ist die Bevorzugung von kleinlumigen Thoraxdrainagen (≤ 14 Ch.). Diese sind bei der Behandlung des Spontanpneumothorax genauso effektiv wie großlumige Drainagen, verursachen jedoch signifikant weniger Schmerzen und Komplikationen. Zudem wird betont, dass beim sekundären Spontanpneumothorax die klinische Symptomatik (Atemnot) und nicht die radiologische Größe des Pneumothorax ausschlaggebend für die Indikation zur Drainage ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird primär die Anlage einer kleinlumigen Thoraxdrainage (≤ 14 Ch.) empfohlen. Diese bietet dieselbe Erfolgsrate wie großlumige Drainagen, ist aber für den Patienten schmerzärmer und mit weniger Komplikationen verbunden.
Die Leitlinie empfiehlt eine Operation unter anderem bei persistierendem Luftleck unter Sogtherapie, bei einem Rezidivpneumothorax oder bei einem spontanen Hämatopneumothorax. Als Standardverfahren wird die videoassistierte Thoraxchirurgie (VATS) empfohlen.
Patienten mit einem konservativ behandelten, geschlossenen Pneumothorax sollten laut Leitlinie erst wieder fliegen, wenn eine vollständige Wiederausdehnung der Lunge radiologisch gesichert ist. Ein generelles Flugverbot nach Ausheilung besteht nicht.
Es wird die Abschätzung nach der Collins-Formel anhand einer p.a.-Aufnahme empfohlen. Ein großer Pneumothorax liegt vor, wenn die Summe der interpleuralen Abstände (apikal sowie lateral an der oberen und unteren Lungenhälfte) 4 cm oder mehr beträgt.
Ein CT des Thorax wird nicht routinemäßig empfohlen. Es sollte gemäß Leitlinie nur bei unklaren Befunden, komplizierenden Konstellationen oder zum Ausschluss einer Grunderkrankung bei Verdacht auf einen sekundären Spontanpneumothorax erfolgen.
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Quelle: Diagnostik und Therapie von Spontanpneumothorax und postinterventionellem Pneumothorax (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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