Spezifischer Kreuzschmerz: Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Die S2k-Leitlinie der AWMF befasst sich mit der Diagnostik und Therapie des spezifischen Kreuzschmerzes. Sie dient als Ergänzung zur Nationalen Versorgungsleitlinie für den nicht-spezifischen Kreuzschmerz.
Ziel ist es, durch geeignete diagnostische Maßnahmen eine zeitnahe Zuordnung der Störung zu ermöglichen. Darauf aufbauend wird eine entsprechende zielgerichtete Therapie eingeleitet.
Die Leitlinie behandelt verschiedene morphologische und funktionelle Entitäten. Dazu gehören unter anderem das Facettensyndrom, die Spinalkanalstenose, Spondylolisthesen sowie Erkrankungen der Sakroiliakalgelenke.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie rät ausdrücklich von der Durchführung einer lumbalen Discographie zum Nachweis eines discogenen Lumbalsyndroms ab, da dies die Bandscheibendegeneration beschleunigen kann. Ebenso wird bei der operativen Behandlung der lumbalen Spinalkanalstenose von einem routinemäßigen Einsatz von Fusionstechniken oder interspinösen Spreizern abgeraten.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt ein MRT bei neurologischen Ausfällen, zur Planung operativer Eingriffe sowie bei spezifischem Verdacht auf ein discogenes Lumbalsyndrom oder eine Spinalkanalstenose. Bei Verdacht auf eine axiale Spondyloarthritis sollte ein MRT der Sakroiliakalgelenke erfolgen.
Zur Diagnostik eines Facettensyndroms werden diagnostische Facettenblockaden unter Durchleuchtung empfohlen. Die Anamnese und klinische Untersuchung allein reichen zur Sicherung der Diagnose laut Leitlinie nicht aus.
Es wird zunächst ein konservativer Therapieversuch empfohlen, sofern keine neurologischen Defizite vorliegen. Bei unzureichender Besserung der Lebensqualität wird eine operative Dekompression angeraten.
Ein Verdacht besteht bei chronischem Rückenschmerz, der vor dem 45. Lebensjahr beginnt und mit entzündlichen Schmerzmerkmalen einhergeht. In diesen Fällen wird die Bestimmung des HLA-B27-Wertes empfohlen.
Laut Leitlinie werden nicht-operative symptomatische Behandlungen wie medikamentöse und physikalische Therapie empfohlen. Zudem kann die Injektion von Lokalanästhetika mit Kortison erfolgen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Spezifischer Kreuzschmerz (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
S2k-Leitlinie Spezifischer Kreuzschmerz (AWMF 187-059, 2024)
Konservative, operative und rehabilitative Versorgung bei Bandscheibenvorfällen mit radikulärer Symptomatik
DGOOC: Konservative, operative und rehabilitative Versorgung bei Bandscheibenvorfällen mit radikulärer Symptomatik
S3-Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Kreuzschmerz (S3)
IQWiG P21-03: Entscheidungshilfe Eingriffe am Rücken
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen