Schulterdystokie: Risikofaktoren und Notfallmanöver

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Schulterdystokie ist ein seltener, unvorhersehbarer und bei einer vaginalen Geburt nicht vollständig vermeidbarer geburtshilflicher Notfall. Es handelt sich um einen akut auftretenden Geburtsstillstand nach Austritt des kindlichen Kopfes, bei dem sich die nachfolgende Geburt des Rumpfes verzögert.

Geburtsmechanisch unterscheidet die Leitlinie zwei Varianten. Beim hohen Schultergeradstand treten die Schultern nicht in den Beckeneingang ein, was sich oft durch das sogenannte Schildkrötenphänomen (Turtle-Sign) äußert. Beim tiefen Schulterquerstand unterbleibt die Rotation in der Beckenhöhle, sodass die Schultern auf Höhe der Spinae ischiadicae hängen bleiben.

Da etwa die Hälfte der Ereignisse ohne bekannte Risikofaktoren eintritt, ist bei jeder vaginalen Geburt mit dieser Komplikation zu rechnen. Eine zuverlässige Prädiktion ist trotz bekannter Faktoren wie fetaler Makrosomie, maternalem Diabetes mellitus oder einer Schulterdystokie in der Anamnese nicht möglich.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler im Management der Schulterdystokie ist das unreflektierte Fortsetzen des Pressens oder der Zug am kindlichen Kopf. Die Leitlinie betont, dass nach Austritt des Kopfes zunächst die physiologische Rotation der Schultern bis zur nächsten Wehe abgewartet werden sollte, um nicht durch eine forcierte Kindsentwicklung eine Dystokie zu provozieren. Tritt der Notfall ein, ist das sofortige Einstellen des Pressens und der Verzicht auf fundalen Druck essenziell für den Erfolg der nachfolgenden Lösungsmanöver.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie soll Schwangeren ohne Diabetes ab einem fetalen Schätzgewicht von 5.000 g eine primäre Sectio caesarea angeboten werden. Bei Vorliegen eines maternalen Diabetes wird dieser Schritt bereits ab einem Schätzgewicht von 4.500 g empfohlen.

Schwangere mit einem Zustand nach Schulterdystokie weisen ein Wiederholungsrisiko von 10 bis 15 Prozent auf. Es wird empfohlen, diese Schwangeren dezidiert zum Geburtsmodus zu beraten und bei einem Schätzgewicht über 4.000 g eine Sectio anzubieten.

Die Leitlinie empfiehlt das Gaskin-Manöver (Vierfüßlerstand) oder das McRoberts-Manöver als primäre Maßnahmen. Das McRoberts-Manöver sollte bei fehlendem Erfolg zeitnah mit einem suprapubischen Druck kombiniert werden, um die Erfolgsrate zu steigern.

Eine Episiotomie löst das knöcherne Problem der Schulterdystokie nicht kausal und ist daher nicht zwingend erforderlich. Sie kann jedoch erwogen werden, um bei unzureichenden Platzverhältnissen den vaginalen Zugang für interne Manöver zu erleichtern.

Es wird eine minutengenaue und exakte Dokumentation des gesamten Ablaufs gefordert. Dazu gehören die Uhrzeit der Diagnose, die Reihenfolge und Dauer der durchgeführten Manöver sowie die beteiligten Personen und der Zustand des Neugeborenen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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